Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 33 (18.8.1848)
- Date
- 1848-08-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Hier sehen wir es nun deutlich, was des Men- . sbeu Bestimmung ist auf Erden. Arbeiten soll er, und fleißig und lhät'g sein. „Denn der Mensch ist zur Arbeit geboren, und nur junge Vögelchen schweben müsstg in der Luft," (J,ob 5, 7.). Betrachten wir einmal die große, weite Schöpfung, die ganze Natu:, wohin wir auch unfern Blick werfen mögen, nirgends eine trage Ruhe ein müssiges Srillest-Hen. L's> s>!> 2'^'!>2 haben wir so eben vorgcrragen ans Kohclech (1, 8.): „Alle Wesen sind in Thätigkeit, kein Mensch ist im Stande es auezusprechen." Und wie sehr das Streben und der Wunsch nach einem rhakiqcn gewerbsamen Leben sich schon kund gab bei unfern Stammvätern, davon überzeugt unS folgende Stelle im Jalkuc zu Genes. 12: „Als unstr Stammvater Abraham wanderre in Kindern nicht Anrheil an diesem Lande, wo sie nur Müssiggang vor Augen schcn. Als er aber kam nach der Gegend von Tyrus — der nördlichen Gränze Palästinas — da say er die Leute mit ihrem Feldbau beschäftiget in rastloser Thätigkeit, der Eine pflügte, der Andere säere, dieser graste, jener jäte, men." (Genes. 24, 7.). Und so könnten wir noch viele, viele Stellen anführen, aus der heiligen Schrift aus Talmud und Haft und verlaumderisch die Angabe unserer Gegner ist, daß überhaupt der Jude sich nicht verpflichtet glaube zu einem arbeitsamen, rhäiigen Leben. Nicht Arbeilsi scheue, Trägheit und Müssiggang kann man uns mit Recht vorwerfen, wvl aber einen gewissen Hang zur Bequemlichkeit. Denn daran leidet unser Jetztzeit auch wirklich. Man will sich bei weitem nicht mehr so anstrengen, wie vormals. Man ist nicht mehr gewohnt, sich so zu plagen, wie dies gang und gebe war bei unfern Alten. Und deswegen sind auch die jetzigen Naturen ganz verweichlicht; und daher'entstehen auch so manche unnütze Bedürfnisse, die unfern Vorfahren ganfremd waren. Wenn z. D. in jetziger Zeit junge Leute so viele Stunden weit zu Fuße gehen sollten, als noch vor 40—50 Jahren ältere Leute gegangen sind, die noch, dazu schwere Lasten getragen, sie waren es sicher« lich nicht im Stande. Warum? weil man sich jetzt schon-frühzeitig an Bequemlichkeit gewöhnt. Man ist gewohnt, nur zu fahren; tagtäglich eine gute Kost, einen kräftigen Trunk; und so wachsen allmahlig die Bedürfnisse, und häufen sich zusehens. PItP ßtpb Opsö ppfl 2ps) 'Ep 7>l E. haben wir vorhin gehört in Kohclech <7. 27.). „Siehe ich habe es gefunden, sagt der Prediger, nach und nach häuft sich die Rechnung." Wenn wir überhaupt die vielen zahlreichen Bedürfnisse betrachten, die sich, die Menschen selbst geschaffen, aus bloßer Bequemlichkeit geschaffen, so möchte man mit Kvhelerh (7, 29) ausrufen: 2'5-> tWILP icpI 2IN1 2P» pH 2's-l.'7> E. „Har doch Gott den Menschen geschaffen zur Einfachheit, sie selbst aber suchen viele Ren - Stande sind ein bequemes Leben führen zu können? Wie leicht kann doch das Blatt sich wenden! wie leicht können die Vermögensverhältnisse sich anders gestalten, nun kargen und sparen und darben; und der da gewohnt war, mir aller Bequemlichkeit stolz einher zu zu fahren, muß nun mühsam zu Fuße gehen. „Oer Verachtete wird oft hoch, und die Reichen sinken rief. Ich sah ehemalige Knechte auf Nossen, und Fürsten zu Fuße einheraehen, wie Knechte." (Kohei. 10, 6—7.) Und brauch ich euch, meine Lieben, wol erst sagen, daß ein solchen Schicksalswechsel für verzärtelte Naturen empfindsam schmerzhaft - und herzerschütternd ist? Wie ganz anders, aber, .wenn die Natur des Menschen schon frühzeitig durch Eartsagungen gestärkt, > durch Entbehrungen abgehärtet und durch Selbstverläugnung gestählt wurde. Und darum ruft der göttliche Prophet Jeremias aus: „Wohl dem Manne, wenn er tragen lerne das Joch in 'einer Jugend." Klaget. 3, 27.) Wie in vielen andern Beziehungen, so bildet unsere Jetztzeit auch darin einen Gegensatz zu der Vorzeit. Während nämlich unsere Alten selbst bei großem Wohlstände, fern von eitler Prunk- und Glanzsucht, ein rhätigcs) einfaches und spärliches Leben führten, sieht man jetzt nicht selten unter allen Ständen Groß-