Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 31 (4.8.1848)
- Date
- 1848-08-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Gottheit; gestüht auf seinen es noch nie verlassenden himmlischen Schutzherrn, gestützt auf diese Stützen, die nicht wanken und nicht beben, blickt es zu den Menschen, zu den nicht nur von den mächtigen Zcirvcrhältnisscn. sondern von einer hoch über dieselben erhabene Vorsehung bestimmten Erlösern von Millionen — zu Euch, Parlamentsmitglieder, blickt die Judcnheir, um aus Euren Händen ihre Befreiung zu empfangen. Sprecht sie aus, die Gleichsiellung der Juden, sprecht es aus, das; endlich gewichen sei in bürgerlicher und politischer Hinsicht die Verschiedenheit der Confcsr sionen. sprecht es aus. daß ohne Verschiedenheit der Eonfcssioncn, sprecht es aus, daß ohne Unterschied der Religion und des Glaubens Jedermann die allgemeine Frrihcir erblühe. Haben wir doch jüngstens wieder zu ihrer rhcilweisen Erringung auch unsere Kräfte, unser Gur und Blut aufgeopfcrr, haben wir doch in allen Hauptstädten hinter und auf den Barrikaden für unsere christlichen Mitbürger gekämpft; haben wir so edlen Saamen mir Euch in einen Erdenschooß gelegt, durfte dieser im Tode das Grab mir Euch rhcilen, so gebet ihm auch Anrheil beim Leben an den heiligen Gütern der Freiheit und des Menschenrechtes, so lasset den überblicbenen doch frisch ersprossen, und eriödket ihn nicht in seinem Keime. Wurde so oft der bittende und mahnende Ruf um Emanciparion der Juden, der die unumstößlichsten Be, weise für die Gerechtigkeit seiner Forderung niemals vermißte, da, wo er von wirklichem großen Gewichte sein konnte, bei den ständischen Verhandlungen erstickt durch den Ausweis einer simplen, obscuren Gesetzgebung, hinter welchen Wällen des todren Buchstabens sich immer die herausgeforderke Feigheit verkriechet; wurde sie erstickt durch die Einwürfe böswilliger Fanatiker, so wird zweifelsohne dieser schon tausendmal ertönte Ruf da geachtet werden, wo eine ganz neue Ge» setzgebung versaßt werden soll, wo nicht der Buchstabe, sondern das lebendige Wort und der freie Geist ihre Stelle behaupten werden, und wo die Hellsehendsttn, fern von jedem Zclotismus, im ächtesten Sinne der Humanität die Menschenrechte inlerpreliren. Und die» ser Ruf, der laßt sich nun einmal nicht unterdrücken und nicht beschwichtigen, und seit die Presse ihren Einfluß übt, uud seit das Wort nicht mehr durch Sklaverei gehemmt und die allgemeine Stimme auch gehöre ward, und seit die Sonne der Aufklärung ihre wärmenden Strahlen sendet und der Geist der Menschenwürde Menschen zu beseelen anfing, seitdem schon hört man an den Thoren der Gerechtigkeit, an den Sitzen der Wahrheit und an den Fenstern des hereinblickenden Lichtes diesen Ruf für der Unterdrückten Befreiung. Und wenn diese Stimme in Deutschland noch immer keine Ausnahme findet, dann wandert sie hinauf zu ihrem Meister, der sie vorangesendet, und kehrr dann zum letzten Male zurück mir begleitenden Tönen, die wohnheit Macht so ungeheuer ist, ebenso auch bei der Emanciparion der Juden nur darum die Ausführung so schwer, weil man nun einmal gewöhnt, daß der Jude nicht frei, nicht emancipirr, sondern immer gedrückt und unrerthänig ist. So betrübend freilich es sein muß, und so traurig der Lichtmesser für die Aufklärung des Menschen seine Grade angeben kann, wenn auch bei den höchsten Gütern des Lebens Ehre, Recht und Freiheit, die Gewohnheit und das Einmalsoftlcnde an der Spitze der ganzen Bewegung stehr, so wahr und so unumstößlich ist es nun dennoch. Denn wahrwaren und sind alle der Art, daß Je wie Spreu zerstieben, wenn man sie auch nur ein wenig genauer betrachtet. Wer unsere Lehre, unfern Glauben, unsere ganze jüdische Religion kennt — und der Ignorant darf sich kein Urtheil anmaßen — der wird ein erhabenes, heiliges erhabenes, heiliges, ehrwürdiges Gebäude vor sich finden, das nur durch das in Strömen vergossene Blut seiner Märtyrer — wodurch es freilich sich mehr und mehr befestigte — nie aber über die Leichen Anderer, Wie eS bei dem christlichen der Fall war, emporsiieg; ein Gebäude, das schon seit dem Exils keine Spanne Erde mehr besitzet, einen Glauben, der nur durch ewige Enthaltsamkeit und Entbehrungen sich erhält, and nur unter einer Vorsehung seine Eristenz fristet. Natürlich hat unsere Religion, wie jede andere, auch ihre mannig» fachen Ceremonien und symbolischen Gebräuche, die man aber im unzertrennbaren Ganzen, in der lebendigen Einheit betrachten muß, um die ungeheure Wirksamkeit nicht zu verkennen, die solche auf Millionen aus-