Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 30 (28.7.1848)
- Date
- 1848-07-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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»W SW W«> — bezüglich Hessen MundeSkeaft — ist der Mensch zu den erfreulichsten Hoffnungen berechtigt. (Beschluß folgt.) Von der mährischen Grenze. Juli. Für die erwünschte Erledigung unserer Sache bei dem in Brünn versammelten Provinziallandtag können wir uns leider keine gute Prognosis stellen. Der Hr. Oberlandesrabbiner hat zwar in demselben Sitz und Stimme, was als ein Ergcbniß der noch im höchsten Gährungsprozesse begriffenen Neuzeit bedeutungsvolle Erscheinung ist; allein gegen zwei richtet Herkules nichts aus. Alle seine kräftigen geist- und murhvollen Worte; alle Schärfe seiner Dialektik; alle Wärme seines hinreißenden Vortrags geleiten spurlos ab an dem Unverstände der Deputirten aus dem Bauernstände einen, an dem Unwillen der Aristokraten anderer Scits, vor Allem aber an dem inhumanen Geiste vieler Deputirten des Bürgerstandes. Vor dem der Augen hat, und nicht sehen will, ist alles rul «lwlus demonstriren vergebens. Unsere ganze Hoffnung bleibt sonach, wie ich bereits in meinem Letzten angedeutet, auf den allgemeinen Reichstag in Wien gerichtet, den der liberale Erzherzog Johann im Namen feines kaiserlichen Neffen eröffnen wird, dessen Eröffnung jedoch vor der Hand bis zur Anwesenheit der Hälfte der Deputirten verschoben ist. In diesem ersten konstitutionellen Reichstag Oesterreichs sind nun mehrere israelitische Namen von Klang gewählt, und hier, so viel ist voraus zu sehen, dürfte wol der Kampf, um völlige Abnehmung unserer, trotz des die Ohren betäubenden Geklirres zerschmetternder, hundertjähriger Ketten der Nationen sofort tragenden Fesseln ein heißer werden. Daß er aber auf diesem ersten Reichstag nicht wird ausgckämpft werden, muß, wer Augen hat, nach allen vorhandenen Anzeichen, ebenfalls voraus sehen. Wolle Gott, daß es von demselben im Allgemeinen, speciell aber, bezüglich unseres Menschenrechts nicht heißen möge: l^arturinnt moirtes, nascitur mns! Freie Städte. Frankfurt. Es ist von hier aus Ln diesen Blättern mehreremals über die Idee einer eigenen jüdischen National-Versammlung, über eine Deputation, über eine Addresse an die deutsche National- Vers. gerichtet, berichtet worden. Da es nur von Interesse sein kann, derartige wichtige Angelegenheiten vom vielseitigsten, allgemeinsten-Standpunkte aus betrachtet zu sehen, so wollen wir nicht verfehlen, auch unsere Meinung offen über beregten Gegenstand abzugeben, und uns gleich anfangs dahin auszusprechen, daß wir entschieden gegen alle und jede öffentliche Kundgebung, in irgend welcher Weise sie auch ftattfinden mag, sind. Unsere Gründe dafür concentriren sich in Folgendem. Es lassen sich nämlich die speciellen jüdischen Verhältnisse unter vier verschiedenen Elasten bringen, 1) religiöse, 2) politische, 3) communale oder Gemeinde - und 4) sociale Verhältnisse: 1 betreffend, sind die religiösen jüdischen Verhältnisse bereits so häufig und mannigfach behandelt worden, haben Rabb.-Vers. und Ref.-Vereine sie so durchgängig, in dem Bereich ihrer Wirksamkeit gezogendaß man endlich allgemein zu der Ueberzeugung gekommen ist, es müssen die sogenannten religiösen Fragen unumgänglich den Betheiligten, d. h. den Individuen oder Gemeinden zu selbstständiger Lösung überlassen bleiben. Eine Vereinbarung zwischen Orthodoxie nnd Heterodoxie ist hier ohnedies nicht denkbar, da jene den v'p mit seinen Consequenzen scsthält, diese hie und da sogar schon über r-cv hinausgegangen ist. Deshalb ist für das religiöse Gebiet, zumal unter jetzigen Zeitumständen nur eine Möglichkeit, und diese ist keine andere, als die weiteste Gewissensfreiheit für alle und jede Meinung im Judenthume selbst. Trennung in noch so viele Sekten, gänzliche Auflösung der bisherigen Gemeinden, nur kein Gewissenszwang mehr, von wem immer und gegen wen ausgeübt. Die politischen Verhältnisse betreffend, sind selbige bereits ein ftrit neeompli, eine ausgemachte Thatsache. Die Reichsversammlung hat die Emancipation nicht für dringend anerkannt, und zwar einmal, weil die-wichtigsten Rechte der Gegenwart, wie das aktive und passive Wahlrecht bereits tatsächlich entschieden, weil in den bedeutendsten constituircnden Versammlungen bereits Juden