Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1848-07-28 · 30 (28.7.1848) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
30 (28.7.1848)
Date
1848-07-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2625941-2626200-2626231--1500-2629142
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Schenken wir dem Wurme, der Raupe, unsere Beachtung, auch in diesem winzigen kleinen Geschöpfe strahlt, der Vorsehung großer Spiegel. Betrachte seine Schwäche und Kraftlosigkeit, das knochenlose Thierchen, eine Flüssigkeit, armes waffenloses Thierchen, schwaches und zugleich mächtiges Geschöpf! Die Vorsehung schenkte ihm eine Wunderkrafr, stürzte die stolzen mächtigen Tannen und Ledern, das Würmchen zernagt, zermalmet das stolzeste Gehölz, es führt eine Wunderkrafr im Munde. Auch du, mein schwaches wehrloses Völkchen, ohne Kraft, stützlos, unter Mächtigen; aber eine Wunr derkrafr legte der Allvater dir im Munde, ist dieses Organ geheiligt, des Feindesmachr, Sklaven-Zwänger und Fesseln zermalmest du, nagst an deiner Feinde Macht. Den Mund reinige, entweihe ihn nicht durch verbotene Speisen, heilige ihn durch Thora u. Gebete, entheilige ihn nickt durch unanständige Worte der Derläumdung und EideSsckwüre, die Wunderkrast wirkt durch Heiligung des Mundes. Daher die Benennung des großen Propheten: „Ipv rwöw d. h. Wurm Jakob, zage nickt, keine Mackt, keine Tyrannei schrecke dick, sie erschlafft. Diese Idee erleichtert die Stellung beini V-ntv, wo es heißt: „man nehme Ledern« Holz, wnrmrvlhen Faden und Ai'op." Hier stehen diese Pflanzen durch das Würmchen getrennt, warum? Sehr einleuchtend ist es nach erwähnter Bemerkung, auf Hochmurh und Stolz sagen unsere Weisen, folgt um von diesem Laster sich zu heiligen, bedenke der Mensch, was ist meine Größe, was ist deS Menschen höchste Würde? Speise der Motten und Würmer, Nahrung solcher Geschöpfe! brüsten willst du dich und erheben? Solche Betrachtung erniedrigt, bringt Bescheidenheit. Eine Decke wärmt uns alle an der Mutter Erde. ^Der Wurm lehrt Bescheidenheit, dieses das Symbol dieser Tugend. Man stelle zur Leder den Wurm und betrachte, irdische Größe zermalmt den Wurm; Menschengröße ist Unding; der im Palast in Gold glänzt, ziehet zermalmet in Wurm ein! Dann folgt die schöne Tugend, Bescheidenheit. Demnach lehrt die Tora die Stellung: Von dem Wurme zur Leder, als Vernichter menschlicher Größe, so wirft du bescheiden dem Usop gleich. Gehen wir weiter zur Bewunderung des Wurms Kunstfertigkeit, wie dieser sich durch die Flüssigkeit seines MundeS kleidet; er spinnt sich ein, deckt und schirmt sich, vor Einwirkung rauher Witterung geschützt zu lein. Auch du, mein Israel! Bereite dir Ehrenkleider der Seele, decke deine Blöße, zeige nicht deine Schmach durch Nacktheit der Tugend, schmücke dich in Heiligkeit, daß des Lasters Pfeil dich nicht treffe, der Sünde Strafe dich nicht ereile. Dieses bereitest du durch deinen geheiligten Mund, hörst du, /wLm! *) Nun stehen wir am Ziele der schon angeregtcn Idee. Der schwache kriechende Wurm, er geräkh in rodrähnlichen Schlaf; in seiner Verpuppung, als Wurm entschlief er in gemeiner Gestalt, als goldgefiügeltes Geschöpf schwingt eS sich auf, der Tod hat an seiner Vergoldung, an seiner edlen Vollendung gearbeitet, o du heiliges Geschöpf, Mensch! Freue dich wenn daheim Würmlein das geringfügigste der Schöpfung vor. gehet, daß der lange Schlaf, der Tod, es in Glanz und Pracht gekleidet, es zum edlen Wesen beflügelt, in Hähern Regionen zu steigen, in reichster Farbenpracht, welche Herrlichkeit, welcher Schmuck und Pracht muß dir beschieden sein! Welche Schänheirsfülle, in welchem lichrverdunkelndem Glanz wirft du dich in das nie verwelkende, ewig grünende Wonncgefilde ausschwingen, die Nachkommenschaft Jakows, in des Jünglingekeim noch schlief, sah schon der Erzvater Jizchok den Tyrannendruck der Völker, die drückend schmerzlich auf heilige deinen Mund, laß' hären deine schöne liebliche Stimme, mag Eßow seine Harre, seinen schmählichen Druck dich fühlen lassen, der Segen erfolgt schon, wenn öi? öip? ist, zittere nicht vor dem Druck, mag sein icv deine Stimme, dein Sprachorgan heilige unausbleiblich der Segen Wir wollen sehen, ob wir diese Ansicht in der Pflanzschule der Weisheit bei einem der heiligen Lehrer der Moral anrreffen werden, und siehe, ein Frommer hatte sie schon gelehrt. Der weise Lehrer Rabbi LewiraS aus Jawne mahnte und sagte: „Sei überaus bescheiden?v7 5>i?oc, denn nur dem Wurm gleich

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.