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Der treue Zionswächter · 1848-07-28 · 30 (28.7.1848) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
30 (28.7.1848)
Date
1848-07-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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<-W 236 M» ,,Die Juden wie sie sind", und sind zu berücksichrigen. — Israels Trost ans der Natur überhaupt, aus seiner Geschichte besonders. Von Jacob Ehrlich, Rabbiner zu Nabasch. *) Der Menschheit Seufzer, wie lastend drücken sie mein Herz. Er. der Verwesung Kind, Abstammung dee Todes, die Vernichtung, seine Mutter, Elend, sein Freund, Unglück, Kummer, seine Genossen, Mangel, Noch, seine Umgebung! Wagt der Mensch seinen Blick umher schweifen zu lassen, wo stößt er hin? was begegnet er? Freudenlose trauernde Wesen, die unter den Kampf des Schicksals schmachten! Leuchter ihm die Vernunft, deren sanfte Strahlen ihm wärmen und aufklärcn sollen, was begreift er? Seine Nichtigkeit, ftine Auflösung! Begreift wie er den Tod entgegen reift! Nichts als gemürhSerschürternde Resultate! Wie billig und unbillig diese Klagen, dieser Jammer und d ese Angst. Billig, mein Freund, wenn du ganz Außenseite, wenn du ganz Hülle, wenn du nur das Zu, sehende, das nur Sichtbare wärest, o, wie gerecht wären sie die Seufzer! Ist dein Geistesauae noch nicht sehr «mnachtcr, dein edler Sinn noch nicht ganz getrübt, ja, wie unbillig ist das kindische Jammern, du fühlst dann in dir etwas Heiliges, daß als Trennungslinie. als Scheidewand vom Materiellen dich trennt, und sichest mir der pestverscheuchenden Ahronspfanne zwischen Tod und Leben, zwischen Verwesung und Ewigdauernden. Wunderbar hat die Allmacht Tod und Ledeu, Verwesung und Ewigkeit eng verbunden; ja, in des Gefäßes engen Raum eine Ewigkeit gewickelt. Deine großen Vorzüge über alle lebende Naturen, leisten dir die Gewähr dieser großen Wahrheit. Der Kunstsinn, die Fertigkeiten, die Eigenschaften, die du bewundernd im großen Reiche ber Thicre antriffst, alle diese Wuuderkräfre findest du als Anlage bei dir, und stehest als Krone der Schöpfung, als Inbegriff aller und «der Dampf - in No. 24 d. Bl. sind von demselben Herrn Verfasser, was, auf Verlangen, wir -iemit bezeugen. D- R Kräfte im verjüngten Maaßstabe deinem Schöpfer gleich. Und du kannst oder darfst klagen über Vernichtung? Falscher Wahn, täuschender Traum, der dich vor deiner Größe schrecken will! Deine Sraubhülle ist durch das Geistgebtlde geschmückt, an diesem zersplittert die Macht der Verwesung. Mein Treuer, glaube nicht, daß nur Schmuckwone eS sind, unabweislicke Gründe zeigen dir das Nichtzubezweifelnde, glaube mir aufrichtig, es ist kein Tod! Ich sehe ja ihn würhen, schrecklich würden, furchtbar wüthen, glaube bas ist nur scheinbarer Tod, es kann keiner sein! Aus dem Lebeusstrom kann kein Tod entquellen, und die Erbe, das Todtenreich, aus ihr ergießr sich Leben. Komme, ich zeige dir einen erfreulichen Akt. Als ich einst an einem schönen Tage am Fenster saß, die Sonne in ihrem höchsten Schmuck, den majestätischen Glanz ausstrahlend, ihren Lichtstrom durchs Fenster ergoß, ich die Millionen Sonnenstäubchen bewundernd betrachtete, waS sah ich da! Wunder der Allmacht, Geschöpfe, zahllose Geschöpfe sich erfreuend ihres Daseins, zeugen des großen Vaters aller Wesen! Ja, ich rufe, das sind keine Sonnenstäubchen, das sind Sonncnkinber, die Gebärerin unzähliger Art Geburten, die mir ihrer sanften Wärme, die im Keime Schlafenden ins Dasein weckte; hier ist kein Tod! Ein heiliger Schauer durchzuckte meine Glieder, ich schwang mich auf! O begleite mich, zum Lebensurquell, bemerkend, wenn hier der Sitz des Todes ein unaufhörlicher Lebeusstrom, wenn im Geist der Verwesung ein LebenSbach unaufhörlich rieselt, wenn das Leben im finstern Thal der Trauer so unendlich sich zeigend, uns so viel Stärkung spendet, was muß erst das Leben im Wvnnegefilde an deren Pforten der Tod keinen Eingang gefunden, bei Anstimmung entzückender Hymnen in Geisterchören, was muß da das heilige Leben sein? Wenn die Sonne im schwachen Zustand, doch so mächtig, Millionen ins Leben weckt, wann mir siebenfacher Kraft, gestärkter als sie bei der Weltgeburt strahlen wird, wie leicht er ihr sein, die in Grüften Schlummernden zu wecken, und einst gehet sie, die verheißene Sonne auf! Wenn aus dem großen Heere, einer der schwächsten Diener, dessen Kraft nicht im Stande ist Leben auszugießrn, was vermag die Allkraft, dessen Güte schrankenlos! Vor dieser endet kein Leben, es ist nur ein Verwandeln, ein Forkschreiken, ein Entr und Ankleiden, ein Aussteigen. Kind eines solchen Vaters, kannst du seufzen?

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