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Der treue Zionswächter · 1848-07-28 · 30 (28.7.1848) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
30 (28.7.1848)
Date
1848-07-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Gemüthlekens deS' rechtgläubigen Juden ausmacht, beweisen klar des Propheten' erhabene Worte. Wer diese anders versteht, mißversteht sie, oder verdreht ste absickrlich, um den Juden schaden zu wollen. Jedoch haben Sie voükdmmen recht) geistlicher Herr, wenn Sie sagen: „Der Talmud bildet eine consequenre Fortsetzung des Buckes," ja', ick sage noch mehr, er dehnt die kurzgefaßren Bibelgesetze weiter aus, so z. B. heißt es in der Bibel, „zeuge nicht falsch gegen deinen Nächsten." Der Talmud dehnt dieses Gebot weiter aus und sagt: „Wer seinen' Nächsten öffentlich ver, läumder oder bescbamr, begehet ein-Verbrechen gleich dem Morden." Ferner heißt es in der Bibel "Hege keinen heimlichen Groll gegen deinen Nächsten.^ — Der Talmud dehnt dieses Gebot weiter aus, und sagt: „Wer sich hinre«ßen läßt- Gehässigkeiten zu erregen, begehet ein Verbrechen gleich dem Götzendienste:" 52 Daß diese talmudlscken Lehrsätze nichts Schäd« liches für die menschliche Gesellschaft enthalten, steht wol jeder ein, und ein' leichtes wäre es, noch viele der menschlichen Gesellschaft nützlich« talmudische Lehrsätze anzuführen, um zu beweisen', daß nur diejenige den Talmud für schädlich halten, die ihn'nicht kennen. '1I7I O'ND 12VV- »22 Vtp 5v 5>P2M ^21v O2 5'l 2'L'7sV 12'V2N. Schließlich kann ich versicherngeistlicher Herr, daß die Juden toleranter sind^ als Sie, in Hinsicht auf Jenseits, indelch der Talmud lehrt: „die Tugendhaften aller GlaubenSgenossenschaften sind zur ewigen Glückseligkeit bestimmt^ Demnach also sind dir Juden wie die Christen — ihrer Behauptung ganz entgegen — einer Ansicht von der Allgüte, Ällbarmherzigkeit des allmächtigen einzigen Gottes, einer Ansicht vom Leben, einer Absicht von diesseits, und die Tugendhaften Alle beseelt eine Hoffnung für Jenseits. Wer also trägt die Schuld, daß man die Judenihrer Menschenwürde beraubt, da doch nicht ihre Ideen und Hoffnungen es sinddenen sie ihre Menschenwürde opferten. Im Gegentheikhat die lange Beschränkung, der unaufhörliche Druck, die Nimmersatte Schmäh- und VerläuMdungssuchr, die sich auf die niedrigste Weise- Luft zu machen sucht, durch die raffinirtesten Lügen und boshaft-ausgedachren Beschuldigungen. in Flug, schriften unter den' erbärmlichsten Aufschriften, um Leichtgläubige nur täuschend glauben zu machen, es sei so wie beschrieben- (;,D«e-Jüden wie sie sind-" Schmähschrift von dem am Geist und Körper altersschwachen Jahn), grade eine entgegengesetzte Wirkung hervorgebrachr. Es hak nämlich alles dieses auf den nachdenklichen Charakter der Juden den wohlchatigen Einfluß gehabt, den das Unglück auf edle Seelen übt, indem das Unglück, der Druck, die Verfolgung, die der Jude in Manchen europäischen Ländern, trotzdem sich breit machenden Zeitgeist und aufgeklärtem Jahrhundert zu ertragen har, seine Beobachtungsgabe geschärft seine religiösen Grundsätze, die in Nächsten- und Fremdenliebe vereinigt sind, noch mehr lieben gelehrt, seinem Charakter überhaupt jene Ueberlegung und Besonnenheit gegeben, die der Festigkeit ihren Werrh verleihet. Um aber auch zu beweisen, von welcher großen Wichtigkeit in der so vielfach angegriffenen Religion der Juden das Gebot, „liebe deinen Nächsten wie dich selbst^ ist — sei es mir erlaubt ein Histörchen aus dem vielseitig verläumdeten Talmud zum besten zu geben. „Es kam ein Heide zu dem berühmten SchriftgcK-hrken Hillel, (dieser lebte etwa 100 Jahre vor Chr.) und verlangte in möglich kurzer Frist m der grossen, „beherzige diese drei Worte, und du wirst nie Hrevlcr gegen Gott, und dir Unliebes nicht Anderen znftigen." Daß aber die Juden auch Andersgläubige nichc nur als Nächstesondern auch als Brüder anerkennnen, >K aus dem Buche Moses deutlich zu ersehen, mdem die Thora befiehlt: „schätze den Edomiler nichc geringer, es ist ja dein Bruder." So ließ auch Moses den Edomirer entbieten: Erlaube deinem Bruder Jsracj den friedlichen Durchzug durch dein Land.^ Endlich glaube ich. g. Herr, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, indem ich mich einen Theologen gegenüber größtemheilS auf biblischem Grund und Boden bewege. Nehmen Sie aber auch die Versicherung an, daß alles bisher Gesagte ohne Bitterkeit, und ohne Groll ge, sprachen ist, weil eS eben wieller ein biblisches Gebot ist, welches dem Juden untersagt, selbst seinen Bedrückern zu grollen, indem eS heißt: „Grolle dem Egypter nichtsein Land beherbergte dich." Also selbst dem Egyprer, der die Kinder Israel durch seine mar, ternde Bedrückungen himmelansteigende Seufzer aus-. preßte, soll man nicht grollen. DieseWorre enrhalrön die wirkliche unverstellte ungeheuchelte Wahrheit, und verdienen rechtmäßig den Titel:

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