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Der treue Zionswächter · 1848-07-21 · 29 (21.7.1848) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
29 (21.7.1848)
Date
1848-07-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ssr GZ. weiten Umfange ihre Menschenwürde zum Opfer brachten." — Das ist zu hart, geistlicher Herr! in übersprudelnder Intoleranz versteigen Sie sich bis zur Verleumdung, und dies zeigt wahrlich keinen redlichen Willen zu nützen. UebrigenS sagen Sie mir vor Allem, waS nationale Traditionen betrifft, welches Volk, welche GlaubenSgenossenschafc hat nicht nationale und religiöse Traditionen? Spricht man nicht in manchen Gegenden Böhmens von der tanzenden Sonne am Ostersonntag? Wollen nicht gutmüthige, fromme Protestanten Fußeindrücke wahrgenommen haben an harren Kelsen, über welche der berühmte Martin Luther geschritten ist? Freilich! ja freilich! dies sind unschädliche traditionelle Sagen, aber eine Messiasidee kann dem Staate schädlich sein, höre ich Sie sagen. Aber g. H., indem ich keinen Augenblick an Ihrer Gelehrsamkeit zweifle, so setze ich voraus, daß Sie eS gur wissen, daß eS dem Juden ein Religionsgebor ist, sein Vaterland, das heißt, daS Land, worin er lebt, zu lieben, und zur Beförderung seines Wohls nach Kräften beizutragen. Diese Lehre predigte der Prophet Jeremias den nach Babylon in's Eril gegangenen Israeliten. Und daß der Jude sammt seiner MessiaSidee im praktischen Leben für seinem Vaterlands, wenn auch von demselben geringgeschätzt und stiefmütterlich behan« delt. willig sein Gur stets opferte, und sein Blut verr gossen hat, beweisen die neuesten, so wie auch die großen Freiheitskämpfe zu Anfang dieses Jahrhundert-. Da war der Jude Deutschland-, ein Deutscher, der Jude Ungarns ein Ungar; alle zugleich rüttelten an das fremde Joch, alle kämpften mukhig und freudig, gleich ihren christlichen Waffenbrüdern gegen den gemeinschaftlichen Feind, ohne zu bedenken, ohne zu fragen: stehen auch etwa Juden uns gegenüber? O nein! nur als Soldat erglühere Alles für Vaterland und Landesfürsten daS Leben zu opfern. Um die Wahrheit deS Gesagten zu bekräftigen, frage man nach bei den Heerführern, ob die Tausende von Juden, die in den Heeren dienen, ob sie in Ehrenhaftig, keir, in Dienstpflicht, in Much und Treue zurückstehen. Wo ist demnach die Gefahr für den Staat zu finden? Sie nennen ferner die Juden, ein ralmudisch fanatisirres Volk, daS hochmüthig sich ein auSerwähltes Volk nennt, in der Hoffnung auf eine, alle andere Völker Niedenrekende Herrschaft. — O armer Talmud! wie man Dich verläumder, sagst Du doch, „daß die Messiaszeit und die jetzige sich nur dadurch unterscheide, daß der Druck für Israel aufhör ren wird. Dieser Ausspruch gründet sich auf der göttlichen Verheißung durch den Propheten JesaiaS: „Einst (in jener heißgehofften ErlösungSzeik) wird jeglicher Zwist, jeglicher Haß, und jede Mißgunst schwin. den, und mir lenen prachr- und glanzvoll anbrechenden Morgen für alle Völker der Erde, wird Israel ein Leben ohne Dangen, ein Leben ohne Beschämung und Schüchternheit fortleben können! In jener Zeit, fährt der Prophet fort, werden vergebens verläumderische Waffen geschmiedet werben, da wird nicht Neid, nickt Mißgunst schädlich wirken können. Daß jene schöne Erlösungözeir einkreffen wird, glaubt jeder rechtgläubige Sohn Israels. (Beschluß folgt.) Jüdischer dtationalcharakter. Von S. (Beschluß.) AuS dem bisher Gesagten wird auch klar sein, wie sich die Bildung des Individuums zu der Nativnalbildung und Erziehung, und wie diese sich zur Menschlichkeit verhält. Denn wenn Nationalität die Menschheit ist, sofern sie sich bei einer Nation in eine besondere Form oder bestimmten Beschaffenheit sinder, mithin die Menschheit über oder vielmehr in der Nationalität sein soll , so darf auch Erziehung und Bildung den Nationalcharakter nie dahin führen wollen, daß er dem freien Verkehr der Menschheit hemmend, Haß zwischen ihnen nähre. Eine Nation, welche sich auf diese Weife von der Gemeinschaft der Menschen absonderr, würde selbst geistig Zurückbleiben und sich eine freie, humane Entwickelung verschließen. In das entgegengesetzte Aeußere fällt die Volksbildung und Erziehung, wenn sie aus vorgeblicher Humanitär zu einer schwächlichen Werwelrsliebe erhoben wird. d>e sich ohne Haltung und Kraft jedem Fremden anscknuegc und anhängr, wodurch der Nationalcharakcer und die Nakionateinheit zerfallen und verschwinden muß. Die wahre Erziehung ist daher Erziehung der Individuen, unter der Form der kräftigen Nationalität zur Menschheit. Sie ist individuelle Erziehung, sofern sie d e schon gegebene Individualität nicht vernichten, sonder»

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