Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 28 (14.7.1848)
- Date
- 1848-07-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Gottesdienstes einführen will, daß selbige erwidert, wie sie sich auch nicht die geringste jener Reformen aufdringen lasse wolle, widrigenfalls sich unbedingt zu einer eigenen Gemeinde constituiren werde. Und das ist das einzige richtige Mittel. Laßt sie gerne Nationalsynagogen, freie Gemeinven, Reformvereine begründen, so viel sie wollen, aber wir wollen unseren streng jüdischen Cultus behaupten, ohne jede Modifikation; wem dieses nicht gefällt, der trenne sich von uns. Sollte unser Häuflein, was aber kaum zu befürchten, solchergestalt noch so sebr zusammenschmelzen, was an Zahl er verliert, wird an Intensität es gewinnen, und 222111? war bereits eine uralte Bezeichnung des gläubigen Israels. Von -er mährischen Grenze. Juni. In den sämmtlichen hierländischen Gemeinden Israel's wurden, veranlaßt durch einen von Seiten des Landesrabbinars an dieselben ergangenen Aufruf, Sammlungen an Gold und Silber veranstaltet, um auch jüdischer Seits dem Staate, der sich in den höchsten Stadien einer Keldkrise befindet, ein patriotisches Opfer darzubringen. So weit wir unterrichtet sind, haben die Gemeinden in der Bezcigung dieser ihrer patriotischen Gesinnung gewetteifert, und, zumal bei den obwaltenden bedrängten Umständen, Rühmliches geleistet; besonders an Silber, was dem Staate am Wünschenwerthcsten ist, fielen die Spenden reichlich aus. Nicht nnr haben große Gemeinden, wie Trebitsch rc. an 1ö Pfund, sondern har auch so manche kleine Gemeinde mehrere Pfund Silber dem Landesrabbinat. welches die Ueberreichnng der sämmtlichen Spenden an die Staatsverwaltung übernommen, übergeben. Wir sind nun somit, außer der Pflicht eines treuen Staatsangehörigen, auch dem Buchstaben der Schrift: pünktlich nachgekommen. Denn wir geben und geben dem Staate; wir geben ihm ungeachtet des Posaunenschalls der Freiheit sofort eine jährliche Iudensteuer von vielen 10,000Fl.C.'M., und geben ihm enorme patriotische Gaben aus vollem Herzen iö -;n!> vi» t^,. Daß uns der Allgütige ob einer so schönen, sein altes Volk Israel in den Augen der Völker würdig darstellenden Handlung, seine Gnade schenken, seinen Segen verleihen wird, zweifeln wir nicht; 12?? 'I -;-pb '7 Ob wir aber auch vom Staate Etwas — sehen Sie, ich sage nur mein bescheidenes Etwas — dafür bekommen werden? Ob wir, die wir uns durch diesen Act mehr Pflichten, als unsere von der Robot - und Zehntpflichtigkeit nunmehr befreiten christlichen Brüder, welche, unsers Wissens, trotz der von Seite der Obrigkeiten an sie ergangenen ähnlichen Aufforderung, derselben nicht nachgekommen sind, anferlegl, gleiches Recht mit den übrigen Staatsangehörigen erhalten werden? Das sind Fragen, welche die nächste Zukunft lösen wird. Der Kaiser hat uns dieses Recht weder in seiner Souveraiuität, noch nach der ertheilten Constitution gewährt; ob sich der im Laufe dieses Monats in Wien zusammentretende konstitutionelle Reichstag dieses Verdienst erwerben wird, werden wir bald sehen. Ungarn. Nadasch, Presburger Komitat. Mmatue Was köre ich? Es jubelt die Menschheit, das Vaterland jauchzet, Freudenlieder werden angestimmt.; mein Gemuth aber ist verdüstert, Trauertöne entwinden sich meinem Herzen, tiefe Seufzer heben meine Brust, die tief beklommen den gebrochenen Athem kaum entsendet. Vor dem höchsten Throne lagerten schmachtend die holden Kinder: Freiheit, Gleichheit, Bruderliebe sehnsüchtig zur Erde blickend. auch die Erdensöhne zu ergötzen. Der Wille des Allvaters lösete die Jahrhundert schmachtenden Holden, wonnetrunken steigen sie auf des geliebten Vaterlandes Gefilde nieder, schmiegen sich in der gedrückten Menschheit Arme. So weit der Freudeuruf! Doch leider uns warf dieser beseligende Baum nur bittere Giftfrüchte zu; wo Alles frei anfathmet, da mußten wir vom Neuen uns unerhörtem Joche unterwerfen. Doch laßt uns nicht undankbar scheinen , auch wir werden uns an jener herrlichen Frucht des göttlichen Baumes noch laben. Unter den himmlisch Gefangenen befand sich auch die Wahrheit! An rosigem Band gefesselt, darf sie nur unsere Erde jezuweilen vom Himmel herab besuchen. Häscher stellen ihr nach, Schergen belauschten sie, wagte sich sie zuweilen auf den Mund, bald muß sie nmkommen, schon auf den Lippen fand sie den Tod; jetzt schreitet sie mit der göttlichen Schwester Freiheit, mit freier offener Stirne, ihrer Abstammung gemäß, ohne