Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 28 (14.7.1848)
- Date
- 1848-07-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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g.benen Verhältnisse, m Tharen und Weken unverrück en Blickes zu diesem Ziele hin. Darum schein: in Zeilen, wo murr einer Nation große Männer entstanden sind, dieselbe ein schnelleres und bewegteres Leben zu führen und sich rascheren Ganges ihrer Der stimn.ung zu nähern, als sonst in Jahrhunderten. Lange dauert noch der Schwung in dem Nakionalleben fort, wenn der Beweger nicht mehr ist, und es entwickelt sich eine Zukunft, die derselbe im Blicke seines Hellen Geistes schon im Voraus gesehen', denn vor ihm schließt sich Vergangenheit und Zukunft auf. Zn dieser Entwickelung aber tritt der Nationalcharakter vorzüglich in der Masse hervor, auf die sein Geist de: lebend wirkt. (Beschluß folgt.) ZNtANgsNKchrrchLen. Mecklenburg Schwerin. Dieser Tage ist denn endlich die lang verkündigte, bereits vor einigen Monaten — natürlich vor den deutschen Märztagen — fertig gewordene Schulordnung den Gemeinden als Gesetz zugesandl worden. Ein Werk, ganz Einhorn's würdig, rvol geeignet, sein längst ersehntes Ziel, gänzliche Untergrabung, ja Ausrottung des Judenthums, mächtig zu fördern. Mit 9 Jahren beginnt der jüdischreligiöse Unterricht, mit dem 13ten must er vollendet sein. Pentateuch prangt mir einer Stunde wöchentlich im Plane, ebenso das Uebcrsetzen der Gebete und Hebräischen Grammatik. Anster diesen Fächern giebt es keine hebräischen; biblische Geographie ist übrigens mit Pentateuch gleich berechtigt, gleich vertreten. Gymnasiasten und Mädchen können auf Wunsch vom hebräischen Unterrichte ganz dispensirt werden; zumal, da der Hochwürdige jetzt ernstlich damit beschäftigt ist unser Gebetbuch gänzlich bei Seite zu legen und ein rem deutsches zu verfassen. Grausame Ironie ist es wahrlich, wenn in der. Rostocker Zeitung ein Lehrer gegen den Schulplan zu Felde zieht, und zwar aus dem Grunde, weil überhaupt noch hebräisch Ln demselben vorkäme, was nach seiner Meinung und den Consequenzen des Landesrabbiners gemäß in einer jetzigen Mischen Schule durchaus überflüssig sei. Wie gefällt Ihnen solches Raisonnement? Ein Glück übrigens ist es, daß unter den Einhorn'jchen Juden Mecklenburgs ein solcher religiöser Jndifferentismus herrscht, wie er in irgend einem andern Lande kaum noch gefunden werden möchte. E. fühlt dieses sehr wol, und wäre ihm sein Gehalt durch Großherzogliche Anstellung nicht gesichert, wir sind überzeugt, er würde jetzt, bei der zur unumgänglichen Nothwendigkeit gewordenen Emancipation der Kirche vom Staate, gewiß, wie man es so nennt, einlenken, den Dissidenten sich zu nähren suchen. Doch diese haben nichts mit ihm weiter zu schaffen. Die Zeiten, wo man mißfällige Lehrer durch Polizei ausweisen, sie im Eramen durchfallen ließ, sind Gott sei Dank vorüber. Mag E. noch so viele Schulplane entwerfen, mag er den jüdischen Unterricht gänzlich wegfallen lassen, die Macht, die Gewissen zu ketten, zu unterjochen, ist ihm genommen, die jüdischen Dissidenten Mecklenburgs erkennen in dieser Beziehung nur einen Grundsatz an: wie sie nämlich in Gcwissenssachen nur ihrer eigenen Ueberzeugnng verantwortlich, wie Freiheit des Glaubens, des Unterrichtes, des Gottesdienstes eins der ersten und wichtigsten Grundrechte eines jeden Deutschen ist. Dabei können und dürfen sie sich einstweilen beruhigen. Rheinhessen. Auch hier tauchen die Reformbcrcine, jetzt freie Gemeinden, auch deutsche Nationalsynagoge genannt, überall in den größeren Städten auf, während natürlich die bei Weitem größere Zahl der kleineren und Landgemeinden nicht von denselben wissen wollen. Wir freuen uns, unter jetzigen Umständen dieser Kundgebung auf's Innigste, müssen sie für einen wahrhaft göttlichen Fingerzeig halten. Schvn hören wir von einer ansehnlichen Gemeinde, deren obere Synagogenbehörde bedeutende Cultusreformen, bezüglich der Gebete rmd des