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Der treue Zionswächter · 1848-07-14 · 28 (14.7.1848) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
28 (14.7.1848)
Date
1848-07-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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demnach unter solchen Voraussetzungen weniger Grund als je zu jenen sogenannten Reformen vorhanden, bedarf kaum einer ferneren Erwähnung. Reformiren in weltlichen, conserviren in göttlichen Dingen, daS ist unser Wahlspruch; strengste Trennung beider entgegengesetzter Elemente, versinnlicht durch Staat und Kirche von einander, Gewissensfreiheit gegen Jedermann; nur so genügen wir unseren Pflichten als Staatsbürger, als ConfessionSgenossen, nur so sind wir wahrhaft, was wir sein sollen, Deutsche und Juden. Jüdischer Nationalcharakter. Von S. (Fortsetzung.) Von dem Narionalcharakter. als der besonderen Richtung, welche eine Nation als Ganzes zeigt und wodurch sie ebensowol ihre Glieder verbindet, als sich von andern Nationen unterscheidet, scheint noch wichtig anzuführen, welchen Einfluß derselbe auf daS Zndividuum habe, wie er sich zur Individualität verhalte und wie man ihn demnach aufzufassen hat. Was Ersteres anlangt, so ist der Nationalcharakter nicht Etwas, das sich dem Individuum so nvthwendig aufdringr, daß nicht ein Individuum durch seine Richtung demselben mehr oder weniger entgegenwirken könne. Daher giebt es auch Individuen verschiedener Nationen, welche sich in nationellen Zügen ähnlich sind, wie Glieder einer Nation. Am meisten wirkt der Nationalcharakter auf Diejenigen ein, welche sich desselben nickt bewußt werden, mithin auf die kräftige und unverdorbene Masse des Volkes, welche noch nicht verfeinert durch gesellschaftliche Verhältnisse, den kräftigen Charakter ihrer Nation auch noch nicht abgeschltffen har. Daraus folgt also daö Zweite, daß man das Edle des Narionalcharakrers in dem kräftigen und um verdorbenerem Volke, seine Schattenseite aber mehr unter den höheren Ständen finde und aufzufassen habe. Weil aber eine Nation nicht bloS aus allen ihren gleichzeitigen, sondern auch aus allen ihren nacheinander lebenden Gliedern besteht, und jeder Charakter, also auch der Nattonalcharakter in dem Leben der Nation sich allmalig entwickelt, so muß, wer den Charakter einer Nation entwickeln will, auch ihre Vergangenheit und Gegenwart kennen. Erst in letzterem Falle ist es vollkommen möglich, die ursprünglichen Züge des Narionalcharakrers von den abgeleiteten, so wie das Wesentliche von den zufälligen Aeußerungen seiner Nation, und das derselben eigenrhümlich anhän» gende Nationale, von dem, was sie nur Andern gemein hat, zu unterscheiden. Hier bleibt noch immer die Frage übrig, ob der Nattonalcharakter Etwas sei, was die Natur aus der Nation gemacht, oder vielmehr Etwas, was die Nation aus sich selbst gemacht und sich selbst gegeben habe. Denn obsckon Abstammung und Sprache die Grundlagen der Nationalität sind, welches jedes Nationalglied ohne sein Zurhun empfangt, so läßt sich doch das Gegebene weiter bilden und zur eigenrhümlichen Gestalt erheben. Darum pflegt man auch zu sagen, Dichter und Philosoph bilde» die Sprache. Allein auch hier muß norhwcndig unterschieden werden. Wo nämlich in irgend einer Narien ein Mann aufstehr, der nach außen lehrend, bildend oder herrschend wirkt, und dem Staate, der Kunst und der Wissenschaft auf lange Zeit seinen Cyarakcer einhaucht, da wird derselbe erst aus dieser Nanon entwickelt und gebildet, und das Gesammrleben der Nation wirkt auf ihn eben so kräftig ein, als er da§ Gesammtleben seiner Nation erfaßt, es elgenrhümlick gestaltet oder in irgend einer Sphäre kräftig auspräar. Von großen Geistern sagt man, sie stehen über der Nation. DaS heißt, in ihnen lebt und sammelt neu die Nationalkraft in so bedeutender und eiaenrhüinlichrr Form, daß sie die Nation bilden und leiten, inith'N dem Nattonalcharakter durch ihr Wirken eine besondere Richtung und Gestaltung geben. Trotzdem find,,, wir oft, daß auch die größten Geister» selbst wo eS darauf ankam, die Beschränktheit ihres Nakivnalch..- rakcerS in Beziehung auf Gestalt oder Form zu über winden, ihre Natiorralität nicht verleugnen konnten, und treffen hier also Freiheit und Nothweudigkeil zusammen. Einen großen Mann nennen wir den, welcher Ideen in gegebenen und geschaffenen Verhältnissen mit eigenthümlicher. ungemeiner Kraft durchführt und zu verwirklichen sich bestrebt. Die Natur oder daS Schicksal hat ihm vorgearbeiret; er sinder Verhälrniue und sein Platz ist ihm in der Nation bestimmt, die er nicht wählen, sondern als die seinige, als mir ihm verwandt, umfassen soll. Auch die hier gegebenen Verhältnisse und daS Eigenthümliche seiner faßt derselbe mit scharfen Blicken und im Lickre der Ideen auf, die ihn beseelen. Er betrachtet sie n, >>t

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