Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 28 (14.7.1848)
- Date
- 1848-07-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2625941-2626200-2626229--1479-2629119- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sinai geoffenbarten Gesetzes unter fernsten Geschlech, kern, fand es dort Organ seiner Mittheilung, seiner Erläuterung; damit der heiligen Gorresspracke ein ewu und man spricht von deutscher Nalionalsynagoge? Die Synagoge ist und bleibti was ste von jeher war, ein streng und speclell jüdisches Zusiikur, ohne Beinnschung aller und jeder anderen Nationalität als eben den getrennt, was jener zukömmr, laßt sich auf diese hier mit Nichten anweuden. Aber mehr noch, die Synagoge ist vor Allem nicht staatlicher Natur, und hierin liegt ein fernerer, ebenso bedeutungsvoller Einwaud gegen die deutsche Nativnalsynayoge. Man wirken und zu erzielen, in einer Zeit, wo von allen Seilen es anerkannt, wie jede Vermischung H<is Staatlichen und Religiösen unstatthaft, beide Faktoren des geistlichen und weltlichen "Lebens, durchaus von einander getrennt, sich frei und selbstständig ttur neben einander bewegen können und dürfen, in einer solchen Zeit fordert man jüdischer SeitS vom Neuen jene un» natürliche Verbindung, provocirr zu abermaliger Erzeugung und Fortpflanzung jenes fluchwürdigen Dastardgeschöpfs! Denn, was ist in der Thüt eine deutsche Narionalsynagoge anders, als die leibhafte Personifikation eben jenes unfeeligen Systems Der Vermischung, und somit der Beaufsichtigung und Bevormundung. Unsere Synagoge soll fernerhin frei, ohne alle Einmischung Seitens des Staates sich in selbst begründen und befestigen, daS Deutsch-Nationale ist ein staatliches Element, es der Synagoge "heimischen, heißt unbedingt vom Neuen die Synagoge, wie die Kirche zum StaalSinstirute herabziehen, es jenem, dem weltlich Mächtigeren, unrerordnen. Und das fordert der hadische CentrallandeSverein? Er wollte es freilich wvl kaum; da sieht man aber, wohin Begriffsverwirrung. Verarbeiten unreifer und unklarer Ideen, die man selbst weder gehörig verdauet, noch überhaupt gehörig aufgefaßt, führen, ein Schwert in der Hand eines Kindes, gegen das eigene Leben gekehrt. WaS nun endlich noch das Wort „frei" in jener allgemeinen Bezeichnung bedeuten soll, ist nickt minder unklar, wie falsch. Eine freie Synagoge soll doch jedenfalls so viel bedeuten, als eine Synagoge, die ihren Bekenner» gegenüber, sich keinerlei Zwang erlaubt, dieselben vielmehr, ihrer individuellen Ueberzeugung.gemäß, nach eigener Willkühr gewähren läßr. Aber wann, möchten wir fragen, und in welcher Beziehung har sich die Synagoge auch nur -den geringsten Gewissenszwang beigelegt? Beweiftk eS vielmehr nicht vor Allem die Neuzeit, war gerade das synogogale Leben nach unend^ iichcn Nüancirungen und Schattirungen abgestuft, wie so viele Gemeinden, so viele Synagogenordnungen freie gewesen? Und nicht minder Die wesentlichsten Lehren des Zudenrhums, wie unendlich divergieren sie von einander, wie weit, wie enge wurde der Glaubcnebegriff nicht von die,em und jenem aufgefaßr, und nur die deutsche Nationalsynagoge erst sollte eine freie sein? Verschwindet solchergestalt jenes Phantom als ein leeres Auftgebilde, so haben wir nun noch eine andere sich in gewissen Kreisen geltend machende Annahme zu "beleuchten, und zwar die nämlich, als sei es jetzt vor Allem an der Zeit, das Zudenrhum zu reformircn. Natürlich; die Zeit der R.-B. ist vorbei, da will denn Herr PH. daS große Reformwerk auf eigene Faust unternehmen. Der Lächerlichkeit! Noch nie sowenig, als jetzt haben jene sogenannten Neformcn irgend eine Bedeutung gehabt. Bis dahin nämlich war doch we, nigstenS noch ein äußerer, wem, auch scheinbarer Grund für dieselben vorhanden, der nämlich, daß sie als Mittel zur völligen Gleichstellung durchaus nörhig seien. DieferEnittdist aber jetzt weggefallen, vielmehr Hat dir Erfahrung der jüngsten Monde es hinlänglich 'bestätigt, wie das religiöse Gebier-mir dem poli is.ycn durchaus m keinem Zusammenhänge siehe, wie die "siegreiche Errungenschaft der Gewissensfreiheit, auf breirestcr Basis, Allem und Jedem, mag feine Glaubensüberzeugung fein, welche sie auch wolle, gegeben werden müsse. Daß aberdaS orthodoxeste Zudcnrhum als solches die innigste Liebe zum Vaterlande nicht ausschtieße, vielmehr eine Dethrlligung desselben an Deutschlands freier Nationalität thunlich, ja geboren sei, das ist in jüngsten Zeit in diesen Blattern schon mehrfach und zur Genüge dargethan worden- Daß