Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 27 (4.7.1848)
- Date
- 1848-07-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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die uns ihr äußeres Lebensverhältniß und deren Schicksale angebe, — dazu würde sich kaum eine genügende Quelle darbieten —, vielmehr fordern wir neben dem Biographischen eine genaue Darstellung der Hauptleistungen jedes hervorragenden oder biwh. Dieses einzeln nach und nach bearbeitet, liefert genügendes Material zu einer großen chronologischen und synthetischen Geschichte der Talmudim. Wir richten unsere Aufforderung an die Jünglinge unserer Glaubensgenossen, weil wir glauben, nur von diesen eine Theilnähme zu diesem Unternehmen erwarten zu dürfen. Unsere großen talmudischen oder wissenschaftlichen Heroen, wenn sie nicht dieses formale Unternehmen, wie sie es nennen, von ihrer Höhe aus verspotten, werden sicherlich nickt durch ihre eigene Betätigung es fördern, und so dürfen wir nur erwarten, daß die Jüngeren, denen gewiß diese Aufforderung erwünscht ist, freudig uns entgegen kommen werden. Diese ersuchen wir nun, uns ihre Mitwirkung einstweilen durch die Redaction dieses Blattes, welche auch bereit ist, einzelne Aufsätze darüber entgegen zu nehmen, anzeigenzu wollen, damit durch eine gegenseitige Verständigung der Plan des Werkes und die Verteilung der einzelnen Gegenstände desselben näher bestimmt werden könne. Zum Schlüsse haben wir noch zu bcmerken, daß wir kcincsweges gesonnen sind, anmaßend die Leitung dieser Bearbeitung zu übernehmen; wir erwarten vielmehr, daß noch tüchtige Gelehrte sich finden, die geneigt sein werden , dieses nach ihrer Einsicht zu leiten. Wir wollten nur diese' große Sache anregen, und sind in der Folge bereit, dieselbe mit allen uns zu Gebote stehenden Kräften zu fördern. Freie Städte. Frankfurt a. M. Wenn es freilich nicht zu leugnen ist, wie augenblicklich die streng politischen Interessen im Allgemeinen so vorherrschend sind, daß durch sie jedes andere, sogar auch das religiöse Interesse in den Hintergrund gedrängt wird, wenn als Reflcr jener Erscheinung unsere jüdischen Journale weit mehr politischen, als religiösen Blättern ähnlich sehen, so soll uns dies nicht beirren, diesmal und fernerhin rein religiöse Fragen zu behandeln, als wir überzeugt sind, daß, sobald nur Ruhe einigermaßen wieder sich der aufgeregten Gemürher bemächtigt haben wird — und Ruhe wird und muß doch endlich einmal wieder bei den erregten Geistern einkehren — jene religiösen Fragen und gerade verstärkt noch durch die bewirkte Umgestaltung aller politischen und socialen Verhältnisse in den Vordergrund treten werden. Und da läßt es sich denn schon jetzt nicht verkennen, daß die jüdischen, religiösen Angelegenheiten und Verhältnisse in Zukunft in durchaus erneuerter, veränderter Umgestaltung gehandhäbt werden müssen. Wir schweigen einstweilen noch von der dringend nothwcndigen, gänzlichen Reorganisation unserer jetzigen Gemeinde-Verhältnisse, die für die Zukunft unmöglich, und gedenken nur der großen Errungenschaft der Jetztzeit, der Gewissensfreiheit, mit allen ihren unausbleiblichen Consequenzen. Auch nicht die leiseste Spur der Beeinträchtigung jener Gewissensfreiheit auöüben. aber eben so wenig sie ertragen, wird das Princip heißen, nach welchem von jetzt an unsere religiösen Zustände zu bemessen sein werden. Unumwundenes Aussprechen, vollkommene Brthätigung unserer innigsten Ucberzeugung wird nicht durch hemmende Maßregeln in der Zukunft gehindert, der Verbindung nur der Gleichgesinnten, nichts im Wege gelegt werden können. Hat das orthodore Judenthum diese Umgestaltung etwa zu befürchten, feindlich gegen dieselbe gestimmt zu sein? Mit Nichten. Im Gegentheil, jetzt erst wird es sich innerlich und wahrhaft stärken können, da alle heterogenen Elemente aus ihm scheiden werden und müssen. Es werden freilich die bisherigen Gemeindeverbände sich ausiösen, werden unbedingt eine Masse jüdischer Setten sich bilden, aber wahrhaft nicht zum Schaden des orthodoren Judenthums. Ihr betet in anderer Mundart als wir, leugnet unsere nationale Geschichte und Zukunft, Ihr verlegt Euren Sabbath , unterlasset die Beschneidung — wir werden Euch darin nicht im Wege seinwerden Euch unbedingt gewähren lassen. Aber keine Macht auf Erden soll uns fernerhin zwingen, Euch als zu unserer Gesellschaft gehörig zu betrachten, gegen aufgedrungene Eindringlinge werden wir uns zu schützen wissen. Keinem Rabbiner dem Weimarschen sowenig wie dem Braunschweigischen und Meklen-