Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 27 (4.7.1848)
- Date
- 1848-07-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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burgkschen rc. rc. soll es fernerhin einfallen, uns seine Synagogenordnung, seine Lehrer, seine vwwL aufdringen, uns zwingen zu wollen, unsere Lehrer von ihm prüfen, unsere Kinder in seine Schulen zu senden. Die Zeit des gouvernementalen, wie hierarchischen Zwanges ist vorüber, wozu unsere Ueberzeugung uns hinleitet, das werden wir — falls es kein Verbrechen ist — offen bekennen, durch die That bewähren können. Die Seelenzahl unserer orthodoxen Gemeinden wird dadurch freilich geringer, in manchen Gegenden und Oertern sogar sehr geringe werden. allein Religionsgemeinden zählen nicht nach Köpfezahl und vmc -v^v n und 'ipv, die einzigen öffentlichen Requisiten fast, unserer orthodoxen Gemeinden, werden auch durch die Mittel einer kleinen Gemeinve erhallen werden können, zumal da alle Mitglieder derselben die praktische Nothwendigkeit jener Requisiten für sich selbst in Anspruch nehmen müssen. Haben wir dann kein modernes Gotteshaus, kein Chor und Gesänge in demselben, haben wir keinen theuer bezahlten, ftudirten Landesrabbiner und Prediger, ein einfaches Betzimmer;'w und-->"2 wird stets für uns da sein, unser n wird vor Allem.sich mit Gesetzesstudium beschäftigen, wird unser , wird unserer Kinder wahrhafter Lehrer, und Erzieher sein, und wir werden bei dieser religiösen Erziehung und friedlichen, einträchtigen Lebensart nicht minder treue, gehorsame, nicht minder ergebene und muthige Kinder des freien deutschen Vaterlandes sein, als die es sind , die in religiöser Beziehung auf ganz anderem Boden stehen, als wir. Hat also das orthodoxe Judenthum durch solche Umgestaltung zu verlieren, hat es selbige zu fürchten? Im Gegentheil! Freuen soll es sich der Zeit, die jene Veränderung,, ihm so günstig, herbeigeführt, ja streben danach, um den bisherigen, unerträglichen Zustand so bald als möglich, gänzlich zu beseitigen, den neuen, so gedeihlich wie segensreichthunlichst schnell herbeiführen. Ueber die in dieser Beziehung erforderlichen und zweckdienlichen Mittel nächstens ein Mehreres. Aus Kurhessen. Schenklengsfeld. Gestatten Sie, Hr. Doctor, diesen Zeilen einen Raum in Ihrem geehrten Blatte: In einem pseudonymen Pamphlet, das sich wol keines besondern Leserkreises erfreuen mag, heißt es, nachdem man so viele Pfeile mit bitterer Ironie gegen die Orthodoxie geschleudert, unter Anderm: „Die ultramontane Parthei spreizt sich wieder gewaltig. Mit wüthendem Zelotismus rennt sie gegen die, die Cultur und die religiöse Reform verbreitenden Vorsteherämter an und sucht alle zur Verbesserung des Judenthums getroffene» Institutionen zu untergraben. Man beschimpft und verunglimpft öffentlich Jeden, der dem Fortschritt und der geistigen Entwickelung des Glaubens huldigt. Die Demonstrationen in Hanau geben ein trauriges Beispiel den übrigen Gemeinden unseres Landes, und man hat nichts Geringeres im Sinne, als die von mittelalterlichem Roste bedeckten Gebräuche wieder in's Leben zu rufen u. s. w." So sehr auch der Autor dieser Brochüre die Farben zu verläugnen sucht, so scheint sie dennoch ein Fritzlar'sches Fabrikat zu sein. Mit sauertöpfischer Miene beklagt sich der arme Schächer über die Reproduction der altherkömmlichen Gebräuche und giebt den Ereignissen eine Färbung, die sehr in's Graue geht. Wenn das, geehrter Herr Autor, die Proben Ihrer Waaren sind, dann werden Sie sich keines besondern Absatzes zu erfreuen haben. „Man will die von mittelalterlichem Roste bedeckten Gebräuche wieder einführen." O, Ihr Pedanten der Neuzeit, wenn Ihr verstündet, wie heilsam diese Gebräuche sind, wenn Ihr Euch begreiflich machen ließet, worauf sie beruhen; wenn Ihr den Geist des Talmuds richtig aufzufassen wüßtet, wahrlich, Ihr würdet Eure Arroganz nicht so zu Markte tragen. Was anders, als die breitschulterige Indifferenz, die unter ihrer centnerschweren Sündenlast bald erdrückt sein wird, har denn diese Unruhen und Trennungen in den Gemeinden hervorgebracht? Wer hätte je in Hanau an eine Demonstration gedacht, wenn der so lange Jahre hindurch bestandene oitv-Verkauf nie abgeschafft worden wäre, oder wenn nie ein Chorgesang eingeführt worden wäre? Wem wäre es eingefallen, eine Schilderhebung gegen die Vorsteherämter zu bewerkstelligen, wenn ihr nihilistisches Bestreben und Destruktionssystem nicht die Flamme der Em-