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Der treue Zionswächter · 1848-06-27 · 26 (27.6.1848) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
26 (27.6.1848)
Date
1848-06-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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einen Umschwung der Dinge hervorzurufen, der den Zettverhältnissen entspreche, und zum wahren Wohle der Menschheit leite. Eine- Israeliten Pflicht ist eS um so mehr, auf jede mögliche Weise für daallgemeine Wohl de- Volkes mitzuwirken, da nur der Volkswille unsere Gleichstellung bewirkte, und unsere Mitbürger allein uns unsere Emanciparion, die jetzt fast in ganz Deutschland ausgesprochen ist, brachten. Dem sogenannten Zopfregimente, das mit fanatischer Wurh jedes Streben nach freieren Institutionen in seine Schranken zurückwies, daS den edlen Samen der Freiheit schon im Keime zu vernichten suchte, konnte jede politische Beschränkung nur erwünscht sein, und unter solchen Umständen war mehr noch an Un» kerjochung als an Freiheit zu denken. Man erinnere sich nur deS Dunlar^schen Antrages in der kurhessischen Abgeordneren-Kammer. In Kurhessen, damals dem einzig emancipirten Staate Deutschlands, wollte man vorlegen. Aber, Dank dem edlen Voiksgeiste, der der Freiheit die Bahn gebrochen.' Dort, in jener alten Reichsstadt, wo früher die ränkevolle Diplomatie jeder jetzt deutsche Volksmänner, Männer, denen das Glück jeder Klasse am Herzen liegt, das Wohl des gesammren deutschen Volkes. Die Emanciparionefrage, die früher mir einer wahren Fabius-Luncraror-Manier in den Ständekammern verhandelt wurde, sie har jetzt «hre Lösung gefunden. DaS Volk, über welchesich das Licht der Aufklärung in milden Strahlen verbreitet har. sieht es wohl ein. daß man mir Unrecht eine nicht herrschende Religion unterdrückte. Intoleranz und Fanatismus, dieses teuflische Zwillingspaar, daschon so viele Jahrhunderte hindurch sein traurige- Spiel trieb, eS muß dahin schwinden vor der Freiheit wie Wachs vor dem Feuer. Haben wir nun auch der Reform da- Work geredet , so ist dies natürlich nur in politischer Hinsicht zu nehmen. Nur die Staatsgesetze müssen von allen Unterthanen gleich befolgt werden, und gleiche Rechte müssen alle Bewohner eines Staatetheilen. Nur in solcher Beziehung darf keine starre Scheidewand den Menschen vom Menschen trennen, hierin nur muß eine harmonische Uebereinstimmung alle Klaffen verbinden. Wenn daher in Staatsverfassungen Reformen nökhig sind, wenn der mächtige Drang der Zetten gebietet, Veränderungen zu bewirken, so müssen alle Bürger gleiche Kraft anwenden, so muß jeder fern Schärflein dazu bettragen, um die Dlüthe und den Wohlstand des ganzen Landes zu fördern. Staat-gesetze sind von Menschen gegeben, und müssen von Menschen nach Zeirumständen umgeformk werden. Wenn ein Volk mündig geworden ist, und sich nicht mehr in die starren Gesetze eines launischen Autokraten fügen kann, dann Har es das Recht, Concessionen und Modifikationen zu postuliren, wodurch seinen Verhältnissen eine bessere Entwickelung in Aussicht gestellt »st. Anders verhält es sich mit Religionsgesetzen. Hier kann die strengste Stabilität nicht genug empfohlen werden. Wir leben in der vollkommensten Ueberzeugung, daß alle unsere Gebote göttlich sind, daß alle Institutionen nur auf göttliche Gesetze basiren, und dies« können unter keiner Bedingung einer Veränderung unrerwors fen sein. Was von göttlicher Allweisheir angeordnek ist, das muß Bestand und Gültigkeit für alle Zeitumstände und Zeitverhälmisse haben. In göttlichen Gesetzen darf kein menschlicher Geist Reformen vor, nehmen, die die ganze Religion nur als ein schmähliches Zerrbild hinsteüen würden. Jetzt, in dem Zeitalter der Duldung und Humanitär können wir uns frei vor aller Welt um daS Banner unserer heiligen Religion schaaren; jetzt ist es an der Zeit, ohne Scheu und Hinterniß jedes Religionögeseh auszuüben, Wader Druck viele Jahrhunderte hindurch erschwerte. Möge das Gespenst heidnischer Pfaffen,vuth. das noch in manchen Ländern spukt, noch so sehr den Fanatismus aus seiner Todkengruft heraufzubeschwüren suchen, oder mögen die illusorischen Kanzelreden und Ausrufe der nihilistischen Parkhei mit noch so großem ParhetiSmuS die Alleinbeglückung einer neugeschaffeuen Religion dem Volke mir utopischen Träumen vvrspiegeln. die Lüge wird dennoch einst der unverfälschten Wahrheit das Feld räumen. und die den Geist umnachtenden Täuschungen werden bald vor dem fiegenden Licht» deS Gesetzes schwinden! -- ZeitANgsrraehrichtr«. Hannover. Hannover, den 17. Juni. In der gestrigen Sitzung der Isten Kammer kam der 8 32 der von

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