Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 26 (27.6.1848)
- Date
- 1848-06-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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sollen. Auf diese glänzende Zukunft weisen auch alle Propheten hin.' So sicker nun auch diese zukünftige Stellung Jsrael'S ist, so wäre es doch ein großer Wahn, die Zeit derselben bestimmen zu wollen. Israel war stets duich die göttliche Allmacht wunderbar geleitet und ger schütze. Seine ganze Vergangenheit zeigt von dieser wo Friede und Einigkeit unter allen Geschöpfen obwalten werden. Eine Zeit, die sicherlich eure sehr hohe Sittlichkeit erfordert. Unsere Aufgabe ist aber als Menschen nur in der Gegenwart zu leben, durch unsere religiöse, moralische und sittliche Haltung uns der Zukunft würdig zu machen. Keinesweges aber durch unsere Hoffnung uns der Gegenwart zu entziehen. Nur in der Gegenwart und für die Gegenwart sollen wir leben, und wenn auch die Schickungen, die uns zu Theil werden, nicht erfreulich sind, so dürfen wir uns dennoch nicht unserer Aufgabe in der Gegenwart entziehen; denn in der Erfüllung derselben liegt unser Trost, und der Grund zu unserer Hoffnung. uns vernichten. Die Schlußworte Mose's bleiben stets unser sicherer Trost: „Heil Dir Israel, wer ist Dir gleich, ein Volk, dem Hülfe durch Gott wird." Dieser Verheißung eingedenk, können wir muthig unsere Aufgabe in der Gegenwart lösen, ohne unsere Hoffnung, einst selbstständig zu sein, aufzugeben. Den Staat Ln seinem Verhältnisse znr Kirche und den hieraus folgenden Consequenzen für die Synagoge. Von Josephsohtt. (Fortsetzung.) Nach dieser Darstellung des tatsächlichen Verhältnisses zwischen dem Staate und der Kirche bleibt geführten, allgemeinen Principien angemessenen Gestaltung , vorzulegen. An der Nochwcndigkeir einer solchen wird nur der Uebelwollende zweifeln mögen, da die unheilbringenden Folgen des gegenwärtigen Zustandes in dem Untergang aller Lebenskraft, der Achtung, gemeinsamen Liebe und Begeisterung für die öffentlichen Formen des religiösen Lebens, erkennbar genug vorlicgen. So gemeinsam aber jene Ueberzeugung geworden, so höchst verschieden sind die empfohlenen Heilmittel, bald mir Besonnenheit aus der Erfahrung geschöpfte, bald, und diese sind leider die am daß Manche die Einführung einer freien Synodal- und Preebyrerialverfaffung mit völliger Beseitigung der bisher bestandenen kirchlichen Regierungsbehörden, rer fordern. Ja, auch dieses ist bereits vorgeschlagen worden , daß in Deutschland ein allgemeines Dundes- oder Nelchsconsistorium errichtet werden möge. damit aus den einzelnen Landeskirchen, auch eine selbstständige, formell allgemeine Kirche werde. Auch uns erscheint als das Erste und Wahre, was uns hier Noch rhur, Freiheit für das innere religiöse Leben und Wirken, daß es nach außen auf's Neue erstarken könne. Aber nicht eine solche Freiheit meinen wir, wie sie von Vielen gedacht wird, ein Ungebundensein, als dessen Höhen- und Ausgangspunkt das Defugnitz der Gemeinden, ihren Geistlichen willkürlich zu entlassen, sich darstellr; eine Fessellosigkeit, welche nirgends im bürgerlichen Wesen ihres Gleichen finden würde. Lassen wir vielmehr von solchen Forderungen, deren Heilsamkeit sich noch nirgends bewährt har, und nirgends sich bewähren kann, und versuchen wir nicht, ein unervrobteS Neues an die Stelle des Bestehenden zu setzen, und das, was in Jahrhunderten im stetigen Gange sich entwickelt hat und mit unserem Volksleben verwachsen ist, äls todtes Glied aus dem kirchlichen Organismus herauszuschneiden. Die Vereinigung der auch von uns erkannten, gerechten Forderungen der Kirche mir den praktischen Verhältnissen »st vollkommen möglich, und hierin stimmen alle besonnene Freunde