Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 24 (13.6.1848)
- Date
- 1848-06-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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die gesetzliche Kraft lassen, weil das Gesetz ohne dieselben weder Kraft noch Bestand und Dauer har. Zu schweigen von den tnw von den das fromme Gemürh die Frage: „ob die Gründe eines Gesetzes noch in unserer Zeir bestehen»" mit Gleichmurh und Gelassenheit anhören? Ermulhigt man nicht dadurch die maaßlose Ungcbundenheit, daß Glaubensgcbäude gänzlich zu entwurzeln, zu fällen, das Göttliche vom Zeitlichen abhängig zu machen, das Himmlische nach Materiellem zu bemessen. Und dieses alles geschieht in kindlich scheinender Ergebung» im heiligen Kostüm, im frommen priesterlichen Ornat. Zn einer Hand die Srurmkeule, den Mauerbrecher, in der andern die Nauchpfanne, daß der Dampf die Euch durchspähcnden frommen Blicke verhülle, um die Herzensregung Eurer Gesinnung nach der Amtsklcidung zu heiligen. Wahrlich auch dieses kann man passend Dampflehre nennen. Das Hebräische selbst will man vom Kultus ganz austilgen, diesem Kern, von dem alles Edle Erhabene, Schöne ausströmt, will man auf die grausamste Art einen Damm entgegensetzen. Diesen unversiegbaren Quell, der Inbegriff aller Heiligkeit, aller Tugenden, man austrocknen! Das theure Erbstück als Heiligthum uns überkommen» Zahrtauscndc seit der Schöpfung von Vater auf Enkel vererbt? die leicht verbreitende Fackel aller kulturfähigen Völker mit schaamloser Selbsterniedrigung von der Synagoge ausrorrcn? errichtet. Man buhlt um niedrige Gunst des Leichtsinns , dem Gesetze mir Sclbstvcrachrung den Rücken zu zeigen. Aber Dieser harre keine Tradition, frommer Leser! höre die Lchrarr, die Zencr unter dem Volke gifrspciend aussirömr nicht, ihm gilt seine Vernunft als Offenbarung. Es schemr, außer ihr, erkennt dieser Lehrer keine Andere an, seine Lehre ist aber von ancijüdischer Ansicht; höre sie nur mit dem Ohr, nicht mir dem Herzen. Wir können, spricht Er, heute nicht zum mosaischen Ceremonialgcsctz zurückkchren wollen, weil wir weder gesonderte Nationalität haben können, noch haben wollen. „Hörst Du es,' das Schisma, wie man sich vom Zudenthume trennt?" Dieser Mielhling der Abtrünnigkeit lehrt ferner: „Daher müssen wir uns nach unserer innersten Ueberzeugung entschieden dafür erklären, daß die Ceremonien außer dem des Einzelnen anheim gestellt bleiben müssen, und allen Ansprüchen nach zu setzen sind." Hier ist das „Lebe wohl Judenthum" gerechtfertigt, und ein eiterndes Glied vom Körper zur Genesung der übrigen Glieder ausgefallen. — Ja, dieses ist die Frucht, gereift am Daum der Reformation! Wie kann man uns blenden, es sei der heilige Elfer, die Glaubenswürde zu erheben, da die heiligsten Momente prvfanisirt und ausgeschiedcn werden? beansprechcn, wenn des Glaubens Grundsest aufgewühlt und zerstört ist? Solche Lehrer der Ruhmsucht wegen, als Reformer zu glänzen, verleiten zur Untreue und Abtrünnigkeit. Nun fragt die heilige Vernunft, ob solche Sterne das in der bahnlosen irre sich befindende, von Wukh der Wellen gepeitschte Schiff, in den Glückshafen zu len ten vermögen, vor Brandung, vor Klippen der Hetrodorie das wankende Schiff zu wahren? Müssen kenntnißreiche Piloten, deren Eifer und reines Gewissen Licht nicht blendet, als sichere Leiter gewählt werden? Die Volkslchrer müssen von der göttlichen Wahrheit durchdrungen sein, während alles ihnen widerstrebende nur morsche Gaukelei ist. Die cnw, sie müssen sie fühlen und anerkennen, als Ausströmung einer un: endlichen Vernufr, eine Unergründltchkeit, die nur in der Schrift verkörpert, gleich der Seele im Körper gezwängt, die keineswegs der Wandelbarkeit unterliegt, dem unvergleichbaren Meister ähnlich. Wie kann man dieses himmlische Kind vom Zcitensirom wegflurhen lassen, veränderlich, der Menschenmeinung gleich ummodeln? nach veränderlicher, menschlicher Sitte, die die Mode, die morsche Eitelkeit stempelt, umformen? Das intellektuelle, das lichtvolle, das in ihren unergründlichen Tiefen ruhet, das von Einzeln beneidete, die Erde beleuchtende große Licht, das nur in menschlicher Hülle uns erscheint, dieses beglückende der gees betrachten, mit dem Firniß seiner gebrechlichen und wankenden Vernunft betünchen, seinen mächtigen Glanz will er mit dem Rauch seiner leidenschaftlichen Gluth