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Der treue Zionswächter · 1848-06-13 · 24 (13.6.1848) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
24 (13.6.1848)
Date
1848-06-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Jahr steigt die Empfänglichkeit, der heilige Saame wurzelte, schlug Stamm und Aeste. Da stand in einigen Zähren, ein in tausend Armen wurzelnder Niesenstamm , Ströme flacheren. Stürme mit ergrimmter Wurh warfen sich an ihn, kraftlos versioben sie, der Keim im Gortesgarren blieb unversehrt; Aerre wur-. den gegen ihn geschwungen, unter der Macht kraftvollen Schwunges brach die Art; kurz, allen Feinden in schönem Farbcnspiel, aber eines Tages Geburt, ein rauhes Lüftchen weher, die Schönheit welkt, der Srurm zerknickt schnell die Geburt, weihet sie dem spurlosen Untergang. Dieses nennen wir mit Recht d-e Dampf- und Schnelliehre. Zwar unser Sinai auch in Rauch gehüllt; aber wie mächtig die Verschiedenheit! Diese Rauchsäule und Hülle war dazu bestimmt, den überaus herrlichen Glanz der Erscheldas übernatürliche Licht, welches tödcend gewirkt hätte, unserer Auffassungskrafr anzumesscn. Der Kunst« dampf aber, den die Schnelle bewirken soll, verhüllt das Gesetz, verhüllt das Heilige, es menschlicher Satzung gleichstellend. Daher das i^erabwürdigen alle» dessen, ^vaS heilig ist, daher die Anmaßung, das Zerren daran, das Verkleineren und Aufheben. Dem Verminderet mit schamloser Arroganz, ihm wird gehuldigt, er wird als Reformer ausposaunr, den Verdränger des arge Täuschung, zu glauben, mir der Wegnahme des überflüssig scheinenden, das Gesetz zu erstarken; Gottes Wort zu e'.halten, ist nichts UeberflüssigeS« Die Festung, ihrer Wälle, Bollwerke, ihrer Laufgräben, Schanzen und überhaupt, wie die Vercheidigungswerkzeuge sich nennen, beraubt, ist keine Festung mehr, sie ist baar ihres Schuhes. So auch der Garten Gottes, ohne Schutzmehr stehet es den Füchsen frei, ihn abzuweiden, die herrlichen Pflanzen zu zertreten. Die Wankenden, die Lüsternen, denen das Gesetz drükkend lcheinr, diese will man zur Glaubensfahne führen. für sie das Gesetz modeliren, für sie nach beschränkter Menschenvernunfr das Gesetz zwängen. Weil die Früchte ihren verdorbenen Geschmack nicht behagen, will man den Lebensbaum fällen? Ihr wendet ein, er soll erhalten werden, aber wo sind Eure Mittel? Treter zusammen. Nehmer immer mehr davon hinweg, schält nur immer davon, dieser Reformsucht werden keine Schranken gesetzt. Die kommende Generation wird das Gebäude, das Ihr nur so groein Heiligthum haben sie mir Leichtsinn, mir FrivsUkär niedergerissen, warum soll ein Tempel dem Götzen der Ehrfurcht, dem schnöden Genuß gewidmet, warum di ser erhalten werden? Wagte sich eine niedere, zerstörende Gewalt an daS Riesenwerk, alö Heiligthum von Millionen in jedem Zeitalter verehre, warum soll nie ein heiliges Gefühl ergriffen, deren Herz kein heiliger Elfer durchglühr, aufgeführr. warum ftll dieser von Zersiörsuchr verschont bleiben? rung, die m«r frevelndem Willen gegen Gottes Wort sich erhebt, vielleicht um niedrige Absichten zu erzielen! Sie, die offenkundig von dogmatischer Wahrhaftigkeit nie durchdrungen, von gesetzlicher Anhänglichkeit nie erglüht war! Oder würde würde man nicht der reinen Liebe, der festen Glaubensrreue, der Anhänglichkeit an Observanzen, Sitten, Jahrhunderte in der Nation geheiligte Gebräuche mir schonender

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