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Der treue Zionswächter · 1848-05-30 · 22 (30.5.1848) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
22 (30.5.1848)
Date
1848-05-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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17« unterbrochen, so werden auch diese allerdings höher sichenden Beschäftigungen in nieder» Kreis dadurch berabgezogcn. daß sie nur dazu gepflegt werden, der Vergnügungssucht die Mittel zur Befriedigung zu verschaffen. Man spottet über den, welchem das im Ueber- Nicht der entweihte Genußsüchtige aber nur, auch der nüchterne dienende Priester im Erdentempel des Herrn hienicden. giebr zuweilen schädlicher Berauschung sich Preis. Es ist dies m. Fr. derjenige, der stets im Rausche seiner Freude schwelgt. Heitere Stimmung lichste für Körper und für Seele. Trübsinn hüllt die Seele in Dunkel; Schwermurh entnervt, schwächt die Körperkrafr, und bereitet ein sieches Leben. Darum wird Heiterkeit im Dasein von Religion und Vernunft dringend gefordert, und Seele und Körper, die oft in ihren Anforderungen sich widersprechen, vereinigen sich doch hier in ihrer Ansprache auf heitere Stimmung. Za selbst für Einhüllung des höheren Göttlichen im Menschen, für Empfang des Propherenworts, war sie unerläßliche Bedingung, und durch Gesang und Saitenspiel wußten unsere Großen, Schwermmh verscheuchend, das göttliche Gesicht in sich zu wecken, und sich für höhere Eingebungen vorzubereiten. Aber Heiterkeit (Daniel 12, 2). muß die Mitte halten, zwischen Trübsinn und zwischen ausgelassener Freude. Mäßigkeit muß die Wonne beherrschen , damit sie nicht zum sinnberaubenden Freu-»- dentaumel werde, lö'a'i 'i oft nv — sagt der Psalmisi. „Den Ewigen betet schauervoli an. u. freur Euch in Ehrfurcht." SretS die Erhabenheit des Herrn vor Augen habend, und seine Allgegenwarr beherzigend, so denkend die Vergänglichkeit deS Lebens und den Wankelmurh des irdischen Glücks, so wird selbst bei unerwarteter höchst froher Botschaft, ein heiterer Ernst die innere Freude mildern, und deren unmäßigen Ausbruch welches dem Erdensohne in den ewigen Gefilden blüht; durch ihn wird Mäßigkeit das Wonnegefühl beherrschen, damit solches bei demselben nicht zur Entwürdü gung des Glaubens und Beeinträchtigung der Ewigkeit führen. Darum dürfen die Gläubigen des Priestervolks, denen hienieden die hohe Aufgabe geseht ist, zu unterscheiden zwischen Heiliges und Gemeines, zwischen Reines und Unreines, nie den Freudenkelch bis zur Berauschung schlürfen. * » * Die nämlichen Gründe jedoch, m. Fr., welche gegen das Uebermaaß der Freude beim Eintritt froher Ereignisse sprechen, dieselben Gründe machen dem Israeliten cs auch zur Pflicht, bei unglücklichen Begegnissen nicht dem Schmerzenstaumel sich zu überlassen. Nicht nur darf er dieses nicht, weil dadurch das für Religion und Gesundheit so ersprießliche Heirerkeirögefühl gestört wird, sondern mehr noch, weil unbändige Schmerzensäußer.ung eine Anklage gegen die göttliche Allgerechtigkeic wäre, die gewiß aus Liebe nur das Maaß scheinbarer Leiden ihm zugemessen. Nicht umsonst ward vielleicht darum gerade an dem Einweihungs- Kummer im überschwenglichsten Maaße gekoster. Welche Freude mußte seine Seele durchbebt haben, als er, gefolgt von hoffnungsvollen Söhnen, in das Heiligrhum des Herrn zuerst getreten, geweiht in sich und seinem Stamme bis auf ewige Zeiten, dem Schöpfer des Alls als Priester zu dienen. Welche Wonne mußte in sein frommes Herz eingekehrt sein, als das Herab-

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