Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1848-05-30 · 22 (30.5.1848) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
22 (30.5.1848)
Date
1848-05-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2625941-2626200-2626223--1424-2629058
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der zur Wahrung der Zntercffen des orthodoxen Zndenthnnrs. Verantwortlicher Redakteur: vr. Cnoch, 4. Jahrgang. Altona, den 30. Mai 18-18. 22» Von diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, ein Bogen. Das Abonnement ans ein Jahr ist 5 -l Ct. (2 Thlr. pr.,3Jl. 30Xr.) Man abonnirt der allen löbl. Postämtern, soliden Buchhandlungen und Zeitungs-Erperliionen. Inhalt. und das Judenthum. Von -p-o — Zeitungsnachrichten aus: Altona, Neustadt, aus dem Rieß. — Anzeiger. — Briefwechsel. Die Mäßigkeit, Predigt-Skizze. Gehalten .'2'vr 'o 022 Vom Oberrabbiner Ettlinger in Mono. ' (Beschluß) Der Erdensohn, durch die Natur auf Lebensgenüsse angewiesen und durch sie hienieden sein Dasein fristend, vergißt nur zu leicht, daß sie nur ein riorhwendiges Uebel, daß sie nur Mittel zur Erreichung des höheren und heiligen Zweckes seien. Unser Engelswesen in einem lhierischen Körper gehüllt muß selbst mir Sorge tragen, daß diese Hülle nichr zu früh, bevor ihr Tagewerk sie hienie en vollendet, erbleiche, und daraus entsteht die religiöse Verbindlichkeit sogar, sich die Kunstfertigkeiten zur Zristung des irdischen Le, bens anzueignen, und dasselbe nichr unnütz mir Entbehrungen und Entsagungen zu verkümmern. Aber nie dürfen wir dabei aus dem Auge verlieren, dast Erdenleben nur Mittel zur Erreilung des ewigen ist. Nie dürfen wir vergessen, wollen wir unsere Seligkeit nichr gefährden, daß Lebensgenüsse «in Uebermaaße ge, nossen, den Sinn für Höheres und Windigeres ad« stumvfen, oder ganz errödten. Nie düifen wir verges. sen, daß selbst das, was wir nützliche Beschäftigungen nennen, daß selbst Künste, Handel und Gewerbe »> r im irdischen Leben Gelrung haben und daher dem Beschäftigen mir Geistigen, den Neligionsüdunge,!, untergeordnet sind. Nie darf es unserem Bewuf.ftin entrückt werden, daß das Göttliche in uns, dein Menschlichen überall die Waage halten muß. Und doch. meine Fr.! sehen wir uns um im Getriebe der Menschheit, das uns umgiebr, wie da nur Genüsse mit Genüssen Tag für Tag wechseln w>e ein gesuchtes Vergnügen das andere verdrängt. Werfen wir, außerhalb des Kreises jenes Getriebes u»s stellend, einen vorurtheilsfreien. forschenden Blick ans die Zustände der Iehrzeit auch in — und welch» lächerlichen, oder vielmehr traurigen Erscheinungen bo h bieten sich uns dar. Vergnügungen und Genüsse sind die Fahne, um die auch ein sehr großes Hrer Jsra.« liten sich jetzt, geistig entnervt, lagert. Sie sind die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.