Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 21 (23.5.1848)
- Date
- 1848-05-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Uchen Religion wir in der Gegenwart forttragen, in der Zukunft bei Weitem mehr noch zu entwickeln, zu manifestiren hoffen, mußten wir vor die Vertreter deS deutschen Volkes hinkreten, mußten es aussprechen, wie unsere religiöse Nationalität der deutschen politischen nicht widerspreche, sich vielmehr innigst derselben anschlteßen könne und müsse, dahingegen ihrerseits wieder auf die volle Anerkennung und Gewährung jenen Anspruch zu machen, befugt sei. Soll unser politisches, bürgerliches Leben hinführo inniger als jetzt in daS gemeinsame deutsche Vaterland aufgehen, jo ist eine Garantie und Sicherstellung unseres religiös-nationalen. Elements allerdings höchst nochwendig und wichtig. Es wäre demnach vor Allem närhig, daß die Gemeinden, Rabbiner, Gesellschaften und Privaten, die diesen von uns als nachgebend ausgestellten religiösnationalen Standpunkt als den ihrigen anerkennen — und nur von solchen kann überhaupt hier die Rede sein — sich zuvörderst über die Ausführbarkeit unseres neren , deren Händen sie diese'wichtige, inhaltsreiche Mission zunächst anvertrauen möchten. Nur schließlich noch, daß bei der Kürze der Zeit, was in dieser Beziehung zu rhun, nicht zu lange aufgeschoben sein möchte. Zehudi. Ueber Vaterlandsliebe und Patriotismus. (Beschluß.) 7) Lehre sie kennen, das deutsche Volk, seine Stamme, seine Zustande! Die verschiedenen Stämme der Griechen und Juden mögen unsre Gelehrten keimen lernen; dem Deutschen sollen die Hauprstämme seiner Nation nicht fremd bleiben, die Mundarten und Dialekte, welche sie reden, ihre Verschiedenheit in Lebensart, Sitten und Gebräuchen. Wer deutsch gesinnt ist, hat ein Herz für das Volk, er mischt sich gern in seine Reihen, er sucht eS auf, er weidet sich an seiner Frische, er freut sich seiner Freuden, er empfindet mit seine Leiden , er nimmt in sich auf das deutsche Leben, wie eS ist! Deutsche Zustände und deS deutschen Volks Geschicke sollen wir im Herzen tragen, und jeder soll, für sein Theil, an der Veredlung des deutschen Lebens arbeiten. Wie kann man für etwas athmen, für etwas wirken was man nicht kennt? Ich weiß sehr wol, wie schwierig das ist, Waich verlange; aber Vielen ist Vieles möglich. Meist nicht für Alle. Aber von deutschen Erziehern muß man verlangen, daß sie das deutsche Volk kennen — anunmittelbarer Anschauung. Nur im Leben lernt man für das Leben; nur im Leben lernt man für das Leben lehren, lernt man den „Unterricht sür'S Leben." Nicht vorlehren, sondern Vorleben! 8) Feiere mit Deinen Zöglingen die Großthaten deutscher Nation, die Nationalfeste! Narionalfeste? Za, die Narionalfeste. Wo sind die? — fragst Du. Zch frage auch. — Wohl ist es traurig und eine riefe Wehmurh muß das deutsche Herz befallen, da eS auf diese Frage keine allgemein geltende Antwort weiß. Denn es giebt leider kein allgemeines deutsches Nationalfest. Wohl kehren jährlich der 31. Marz, der 18. Oktober wieder; aber die allgemeine Lust zur Feier ist vorüber. Aber Du kannst dieser und anderer Tage gedenken, jeder kann die allgemeinen Festtage seiner Provinz feiern: der Sachse sein Consticutiongfest, der Preuße seinen 3. August u. s. w. Haben wir nicht Alles, haben wir doch Einiges. Und selbst wo nur wenig zu finden sein sollte, da wollen wir dieses Wenige treulich benutzen, um anzufachen das Fünkchen der Vaterlandsliebe, damit eS dereinst sich zur Flamme entwickle! Ein Fest ist einer hohen Warre zu vergleichen, die weit in das Leben hineinscbaur. auf die unsere Blicke vor- und rückwärts sich richten. „Ohne Sang und ohne Klang, was wär' unser Leben?" Darum auch vaterländische Gesänge! Sie sind bei Narionalfesten unentbehrlich, weil der Gesang durch die Herzen gehr und alle zur Theilnahme Hinreißer. Nationalfeste! — welche den Blick über die Engen der Heimarh hinaustragen bis zu den Grenzen des Vaterlandes, höheren Richtungen den Boden bereiten, den Pulsschlag beschleunigen und die Engbrüstigkeit aufheben! S) Entwickle und stärke die Körperkraft deiner Zöglinge! Dieses ist die letzte Ermahnung. Wir geben sie, nicht nur, weil die allen Deutschen sich durch groß