Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 21 (23.5.1848)
- Date
- 1848-05-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2625941-2626200-2626222--1418-2629051- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nationalität unabhängig von einer nicht italienisch redenden Macht wissen will. Verdrängt sind hiermit alle bisherige, sich gegenseitig ausschließende Bande der Gesellschaft, und ein neues, duldsames Band dient nun zur Verbrüderung und Vereinigung. Und dieses ist der große Sieg, den die Freiheit errungen hat. Sle wahrt die Rechte des Einzelnen und verhilft der Masse, die Kraft zu erringen. Frei soll nun der wahren Gorrcslehrr sein, so wäre durch die praktische Dethätiguug derselben an den jetzigen Bewegungen die Frage: ,,kann der Jude als solcher, ohne sein specifischeS Jüdische aufzugcben, sich als Glied dieser neuen Gesellschaft hingebenhiermit erledigt. In allen Ländern finden wir den Juden mitten in der großen Staatenumwälzung thätig. An der Eider stehr der Jude in den Reihen seiner deutschen Brüder, und hilft denselben ihre Rechte zu elkämpfen. am Warthe Strande erkauft er mit seinem Blute den Frieden setzu ordnen. Diese allgemeine Bethätigung zeigt hinlänglich , daß der Jude das ihm gewordene Recht zu würdigen weiß, und zwecklos scheint die oben erwähnte Untersuchung, dennoch scheint es als eine heilige Pfiicht nachzuweisen, daß das, was bereits im Leben Geltung erlangt hat, mit dem wahren Judenthumr zu vereinstehende Wesen bezeichnet, und um sich selbst zu genü» gen, wurde die Lehre verdrängt und ihre Anhänger befeindet. Nicht mögen wir jetzt, zur Zeit der allgemeinen Einheit auf jenes gehässige Treiben zurückkommen , es «st zur Genüge bekannt. Unsere Aufgabe sei dem freien Aufschwung« der Völker vereinbar sei. Nicht durch philosophische Deduktionen noch durch phantastische Schwärmerei, sondern durch den einfachen Wortsinn der Gotteslehre wollen wir unsere Ansicht zu bekräftigen suchen. Sie lehre uns die Aufgabe des Judenrhums 1) als selbstständiges Volk, 2) in seiner Zerstreuung und 3) in der jetzigen Zeit. (Fortsetzung folgt.) Auch ein Vorschlag g Von Iehudi. Zn jüngster Nummer dieser Blätter wird von Frankfurt aus die Idee einer eigenen jüdischen Nationalversammlung in Anregung gebracht. Wenn es auch nicht zu läugnen. daß die Idee insofern Manches für sich har, als es gerade jetzt an der Zeit sein möchte, einem scheinbaren Widerspruche etwa zwischen jüdischer Volksthümlichkeic und der Detheiligung an den Bestrebungen der Gegenwart zu begegnen. den aus solchem Widerspruche hie und da abzuleitenden Consequenzen von vorne herein vorzubeugen. so will es uns doch bedünken, als ob das zur Erreichung jenes Zweckes angegebene Mittel einer eigenen Nationalversammlung in diesem Sinne weder ersprießliw, noch überhaupt anwendbar sein möchte. Denn abgesehen davon, daß eine derartige Versammlung, bei der so verschic, denartigen Auffassung der wichtigsten jüdischen Religionsmomente, die doch ihrerseits wiederum zu der allgemeinen Auffassung der jüdischen Verhältnisse überhaupt im innigsten Zusammenhänge stehen, sich schwer, lich je über principale Fragen vereinen möchte, ist eS im Gegenrheile sogar zu befürchten, daß die Tendenz solcher Versammlung sowol gemißbrauchr. als verdächtigt zu neuen Conflicren Veranlassung geben, statt zu kräftigen, vielmehr das bereits Gesicherte von Neuem schwachen könnte. Aber auf einen andern, modlficirrcn Vorschlag glauben wir Hinweisen zu dürfen, der in seinem Erfolge wahrscheinlich eben so günstig, in seiner Ausführung aber bei Weitem einfacher und leichter sein möchte. Wir meinen nämlich, die Absen» düng einer eigenen jüdischen Deputation an die constkruirende deutsche Nationalversammlung zu Frankfurt. Als Juden, sowohl als Glieder einer gewissen religiösen Genossenschaft, wie auch als Sprößlinge einer ur, alten Nationalität, deren Wesen in unserer eigenlhüm-