Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 21 (23.5.1848)
- Date
- 1848-05-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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166 W» LLörpsrkrqft, gewqnbte und schöne Leiber auszeichneten, sondern weil das Vaterland, so wie Zeiten der Noch und Gefahr sich nähern, vorzugsweise die leibliche Stärke seiner Söhne in Anspruch nimmt, ipeil geistige Pilhung allein ejn einseitiges Ding ist, weil keine Na, von als solche große Tharen thnn kann ohne physische stärke. Gesundheit, Frische und Stärke der Glieder ist nicht bloß ein persönliches Gur, es ist ein vaterländisches. Ilm des Vaterlandes willen muß man seine Zugend groß und stark machen. Darum war der Gedanke der Einführung einer deutschen, nationalen Turnkunst ein großer, erhabener Gedanke. Der Gedanke der Schönheit allseitiger Entwicklung und Bildung um ihrer selbst willen, oder an und für sich ist auch ein richtiger; aber der Züngling verfolgt gern objektive Zwecke, und die Mahnungseinen Leib zu üben und zu stählen um der einstigen tüchtigen Wirksamkeit willen, wirkt tiefer. Sich zum tüchtigen deut, schen Mann zu bilden^ ist ein Gedanke, der keinen ed, len Züngling kalt läßt. Daß dazu ein tüchtiger Leib gehöre, weiß er selbst. Folglich neben der geistigen Ausbildung Leibesübungen. Gymnastik, Turnkunst! Ze mehr die Zugend in der Natur lebt, je weniger sie zu sitzen, zu lerne» har: desto weniger bedarf es einer besonderen Gymnastik mit künstlichen Apparaten. Ze mehr dagegen, wie in großen Städten, die Zugend von der frischen, freien Natur entfernt lebt; je mehr sie zu lernen und zu studiren har: desto npthwendiger werden Anstalten zu Leibesübungen aller Arr. Es wird eine Zeit kommen, in der mau es nicht Mehr begreift, daß es möglich war, in dieser Beziehung — nichts zu rhun. Diese Zeit hat angefangen. Gehen wir auf dieser Bahn weiter! Auf Dörfern und in kleinen Städten sucht eine gesunde Zugend selbst Hebungen mancherlei Arr, wie die Jahreszeiten cs erlauben. Hier lasse man sie ohne Aengstlichkeit nur gehen! Zn der Natur lernt sie wenigstens eben so viel als in der Schule, und leicht für das Leben noch mehr. Mit der Mahnung, im Leben zur Natur zurückzukehren, ist es mchr genug; man muß auch in die Natur zurückkehren. Das Leben in ihr wehrt der Entstehung pestartig um sich greifender Zugendsünden, wehrt der gcistverwüsteoden. Lesesucht, der Spielsucht und andern Leidenschaften, welche die Zugend um die Zugend betrügen. Nativ, nässeste und Turnspiele! Freie Städte. Frankfurt. Unter den außerordentlichen Erscheinungen unserer wunderbaren Zeit, nimmt die gewiß nicht die letzte Stelle ein, daß, so wenig es bei der allgemeinen Aufregung und Abspannung der Gemüther auch erwartet werden durfte, nichts destoweniger das religiöse Bewußtsein im Allgemeinen sich wieder mehr geltend zu machen gedrungen fühlt. In dieser Beziehung nimmt besonders die in der Mitte des 50r Ausschusses stattgehabte Debatte über eine kirchliche Feier zur Eröffnung der Versammlung, so wie die Genehmigung derselben, damit, dem vereinten Deutschland gegenüber, die Nationalversammlung es ausspreche, wie sie nicht auf dem Standpunkte des religiösen Jndifferentismus und der Verflachung sich befindet, unsere ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Zn diesem Sinne spricht dann auch die vorbereitende Commission in ihrer desfallsigen Aufforderung zur Begehung eines entsprechenden Gottesdienstes es aus, daß es der hohen Bedeutung und Wichtigkeit des Festes entspreche , auch kirchlich durch Erstehung des göttlichen Segens über die zu gründende Verfassung das große Werk einzuleiten. Hoffen wir von diesem wiedererwachten religiösen Sinn das Beste auch für unser Zudenthum, das dann nach innen und außen etstarkt ein mächtiger Hebel sein wird, 'zur Begründung wahrer Wohlfahrt, wahrer Freiheit. Baden. Mannheim. Durch Schreiben des Präsidenten"der 4ten N. - V. ist den betreffenden Mitgliedern angezeigt worden, daß die auf den nächsten Monat festgesetzte Versammlung nicht stattfinden könne, und zwar sowol der allssemeiuen Zeitverhältnisse, als besonders dxs Kriegeszustands wegen, in den dermalen unsere Stadt versetzt ist. — Höchst unnütze und überflüssige Anzeige, da es wol kaum Jemanden in den Sinn gekommen sein möchte, jetzt noch der weiland R.-V. zu. gedenken, vielweniger noch sie zu besuchen.