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Der treue Zionswächter · 1848-05-23 · 21 (23.5.1848) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
21 (23.5.1848)
Date
1848-05-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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»M 163 wie"erholten, unvergleichbar aber steht dennoch die jetzige Revolution sowol in ihrem plötzlichen, unerwarteten Erscheinen, als in ihrer schnellen Verbreitung. Der 33jahrige Friede versetzte die Völker in einer solchen Ruhe und Sorglosigkeit, welche an Erschlaffhett grenzte. Wol erhoben sich wahrend dieser friedlichen Periode Kunst und Wissenschaft, jedoch nur auf Kosten des freien Menschen. Zeder lebte für sich, mrgendS zeigte sich ein Anschließen an das Allgemeine, für seinen nächsten Kreis sorgte und handelte man, und steuerte um der lieben Bequemlichkeit willen selbst zur Knechtschaft bei. Diese Selbsterniedrigung ging so weit, daß eS schon für eine Ehre galt, freundlich von einem der Legionen Ober- und Unterherren, die man selbst verpflegte, angeredet zu werden. Stolz waren die Herren auf eine solche Verehrung, und glaubten, bei einer solchen freiwilligen Verknechtung ihrer lieben Untergebenen sich fest und sicher auf ihren Burgen. Mitten in dieser äußeren Selbsterniedrigung aber waltete im Stillen jener erhabene Weltengeist, der das der Menschheit einmal gewordene Gut nie, am allerwenigsten zur Bekräftigung der einzelnen Macht zurücknimmt. Die Freiheit, welche am Beginn dieses Zahr- Hunderts der Menschheit zu Theil wurde, hatte zu feste Wurzel gefast, als daß sie von der herrschsüchrigen Laune Einzelner verdrängt werden konnte. Verdrängt von ihrer eigentlichen Stätte erhielt sie sich in allen übrigen Verhältnissen des Lebens, und bereitere so ihr jetziges Auftreten vor. Und je schwerer der Druck war, den sie in dieser langen Reihe von Zähren zu erdulden hatte, desto kräftiger ist ihr Gegendruck, den sie jetzt ausübt. Mit Blitzesschnelle schleuderte sie ihre Fackel in alle Gauen, und wo ihr Feuer zündete, erhob sich schnell eine Flamme und verscheuchte die Gespenster, welche durch ihr unheimliches Wesen die Menschheit in Angst und Furcht erhielten. Freier arhmet jetzt Alles auf, freier begrüßt jetzt der Bruder den Bruder und sieht nicht ängstlich umher, ob irgend ein Gespenst in seiner Nähe noch verweile» Doch nicht Alle vermögen dieses hellscheinende Licht der geistigen Sonne zu ertragen. Die Finsterniß, die sie lange umstrickte, hatte ihr Auge an den dunkeln Schimmer, welcher ihnen zollweise zugemessen wurde, so veri wohnt, daß ihnen das neue, unumwölkte, klare Sonnenlicht ein brennendes, sie verzehrendes Feuer ist, und gerne wünschen sie die alte Dunkelheit zurück, die sie für eine billige Assecuranz gegen diese Gefahr halten. So weit konnten sich die Menschen verknechten, daß ihnen selbst ihr eigenes Wesen, die Freiheit, als fremd und Gefahrbringend erscheint. Doch freuen wir uns, daß dieses nur das Loos einher Kurzsichtigen ist, und daß die Masse mir Jubel die Morgenrökhe ihrer Freiheit begrüßt, freudig sich in ihrem Lichte umherbewegr, und die Lebensverhälmisse schon jetzt bei den ersten Strahlen ihrer Leuchte zu ordnen beginnt. Und wie konnte es auch anders sein? Sie, die Freiheit, welche nur die Glückseligkeit der Menschen zum Ziele und Zwecke har, sie sollte ohne Ordnung und Gesetz, zum Ruin der Menschheit auftreten? Nur die alte Verblendung zittert vor der jetzigen, freien Bewegung Vertrauen aber blicken die Besonnenen auf diese neue Macht und suchen dieselbe kraftvoll zu sichern. Sie haben erkannt, und die Vergangenheit wie die Gegenwart haben es zur Genüge bewiesen, daß in der Vereinzelung der Einzelne zur Macht gelangen und sich zum Nachcheil der Masse behaupten kann. Sie streben daher durch Vereinigung der gleichartigen Kräfte der Masse die Macht zu verschaffen, und mir dieser Vereinigung einen Damm gegen alle äußere, der Frei, heit drohende Gewalt zu setzen. Würde der Erfolg der jetzigen Bewegung kein anderer als der bezeichnet« sein, so hätten wir auch schon Ursache unsere Zeit als eine heilsame zu bezeichnen; denn was könnte heilsamer und der sittlichen Entwickelung des Menschen förderlicher sein, als Geselligkeit und Einheit. Zn Beiden lernt der Mensch seinen Werth kennen, weiß, was er der Welt, und was die Welt ihm ist, und vertrieben ist von der großen Schaubühne aller Stolz und jede niedrige Selbstsucht. Allein ein noch größerer Nutzen sollte der Menschheit werden, mir dem Sturze der äußern Macht sollte die wahre Macht, die geistige, zur Geltung kommen. Alles Aeußere soll ferner machtlos. von der Kraft des Geistes soll ZedeS durchdrungen sein. Das Band der menschlichen Gesellschaft sei nicht mehr die äußere Landesgrenze, welche Zufall oder durch stärkere Macht abgedrungene Bündnisse fest, gesetzt harren, sondern das von Narur dem Menschen gegebene Mittel zur Geselligkeit, die Sprache, und die Grenze, welche hier dem Menschen gegeben wurde, die gleichartige Sprache, soll jetzt die Grenze der Völker sein. Der Deutsche verlangt, daß Alle, die seine Sprache reden, Deutsche sein, wie der ZraUener seine

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