Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 21 (23.5.1848)
- Date
- 1848-05-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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»W N2 HK» vor, welches den dienenden und lehrenden Priestern gebot , sich während ihrer heiligen Berufschäiigkeit aller berauschenden Getränke zu enthalten, und worüber es in unserer heurigen »,->72 heißt: ,->phö '? '1Ä -jOf, ncn ^f> ->pv „Der Ewige sprach zu Ahron wie folgt: Wein, oder sonst etwas Berauschendes sollst Du und Deine Söhne nicht trinken, wenn Ihr in daS Stifkszelr gehr, damit Ihr nicht sterbet, ein ewiges Gesetz bei Euren Nachkommen; damit Ihr auch Heiliges und oicmeines, Reines und Unreines unterscheiden, wie auch den Kindern (">c' alle die Gesetze lehren könnt, welche ihnen der Ewige durch Moscheh har sagen lassen." (3. D. M. 10, 8-11.) Empfehlung der Mäßigkeit in berauschenden Getränken ist der Inhalt dieses Gesetzes. Ein Begriff, der eben in der Jetztzeit so vielseitig außerhalb des Zudenrhume angeregt wird, weil man seinen wohlrhär rigen Einfluß auf die Volkscrziehung zur Moralität und Tugend erkannt. Doch gerade in dieser, seiner eigentlichen Bedeutung dürfte dieses Gesetz für uns, auf unser Familien-, Gesellschafts- und Volksleben keine Anwendung finden; nicht nur weil dieses Gesetz nur für Priester, und bei diesen selbst nur für gewisse Zeiten und Umstände gegeben ist, sondern auch deswegen, weil es gegen ein Laster ankämpst, welches in ös>7L' niemals heimisch war. Wir dürfen e6 frei auesprechen, ohne daß man uns der Unbescheidenheit und des Nationalstolzcs beschuldigen könnte — denn selbst Israels Gegner raumen es ihm ein — daß Nüchternheit in berauschenden Getränken eine bei ihm eingebürgerte Tugend sei, und das Unmäßigkeic in seiner Mitte zu den seltenen Erscheinungen gehören. Dennoch ist dieses Gesetz nicht so bedeutungslos für unser jetziges Leben, wie eS etwa oberflächlich scheinen könnte. Nicht der opfernde Priester im. heiligen Tempel nur ist priesterlicher Diener deS Herrn, wir alle-sind seine dienenden Priester im Tempel seiner Schöpfung. Nicht berauschende Getränke nur umnebeln den Sinn und erniedrigen den Menschen oft bis zum Thiere Herab, auch Uebermaaß in Leidenschaften, auch Unmäßigkeit in Freuden- oder Schmerzgefühlen vermögen dieses, zu bewirken. Darum ergeht auch an uns deS Herrn Mahnung nach dem angeführten Gesetze; 1) Mäßigkeit in Lebensgenüssen, 2) Mäßigkeit in Freudensäußerungen, 3) Mäßigkeit in Schmerzensgefühlen zu bewahren. Du, o Allgütiger! hast mit der Waage die Berge gewogen; Deine Allweisheir hat den Planeren Gleichgewicht eingesenkt, auf daß sie nicht in ihren Bewehaff Du ein Ebenmaaß von Gefühlen eingeprägr, das, wenn er nur selbst darin, sich Waage hält, ihn sters in seiner würdevollen Stellung hienicden aufrecht erhalten und feinen Lauf nach Glückseligkeit lenken wird. Du hast ihn mit der Kraft begabt, seine Leidenschaften zu mäßigen, seine Lüste zu beherrschen. Du hast ihm das Vermögen verliehen, durch Ernst das übersprudelnde Maaß seiner Freuden zu dämpfen, und in stiller Duldsamkeit Kummer und Schmerz zu tragen. So verleihe uns, o Allvater! auch noch diese Gabe,- stets Herr unsers Selbst zu sein. Kein Wonnerausch, kein Schmerzenstaumel umneble je unsere Sinne, und störe das Gleichgewicht unserer Gefühle. Fest und aufrecht stehend, aber demuthsvoll gebeugt, wollen un, sere Augen wir stets zu Deinem Himmelsrhron empor heben, Deine Allmacht anstaunend, Deinen heiligen Namen preisend, und jedes unserer Geschicke, als von Dir ausgegangen. ehrfurchtsvoll segnend. (Beschluß folgt.) Die Jetztzeit und das Juderrthrrur. Von Jes. 10, 27. An jenem Tage wird er seine Last von Deiner Schüller nehmen, und sein Joch von Deinem Halse. Keine Zeit wol war mehr an Begebenheiten reicher, an Ereignissen mannigfaltiger als die Jetztzeit. Die letzten drei Monde brachten Erscheinungen hervor, von denen wir sagen können: --zi ru „siehe dieses ist eine neue Begebenheit." Was noch vor kurzer Zeit als . ein Mährchen erschien, ist jetzt be, reitS zur Gewißheit geworden. Der allgemeine Sturz der herrschenden Macht und^ der freie, selbstständige Aufschwung der Volker sind wol Ereignisse , welche sich vielfach in der Geschichte der Völker und Staaken