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Der treue Zionswächter · 1848-05-16 · 20 (16.5.1848) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
20 (16.5.1848)
Date
1848-05-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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seine Knätlein und Mägdlein deutsch plappern zu leh» ren. Wie steht es damit in unfern Anstalten für „Söhne und Töchter" und in unserer sogenanncen Hökern Erziehung? Noch viel Verdienst ist übrig! — Aus dem einzigen Schiller kann man sich mit ächt deutschem Geiste raufen und tränken. (Beschluß folgt.) Opfer Cult,is und Gesetzes - Erklärung. Vom Rabbiner Z. Ehrlich. (Beschluß.) Ferner widerlegt der Redner der Othodoxie-Meinung, wenn die Ceremonien den Menschen in allen seinen Verhältnissen an Gort oder dessen Gnade erinnern soll. Erinnerung an den Welrenmeister ist ja die große Schöpfung! Zugegeben, wenn das kindliche Gemükh ungehindert darauf ächtet; wenn aber die Seele an Materiellem gekettet. Ferner, wenn der Mensch an den Fesseln der Wollust geschmiedet, im Unflarhe viehischer Lüsternheit besudelt, im Pfuhl der Leidenschaft sich wälzt; seinen erhaben.» Standpunkt vergessend, zum Thiere herabsinkr, sich entmenscht; werden da nicht die günstigen Augen verdunkelt, ja, verfinstert? Denölhigt der Mensch keine Mittel, ihn wachend an seiner erhabenen Bestimmung, in steter Betrachtung an dem Urquell der Geister, dem Erdenwesen. dem er nah anverwandt ist, zu erhalten? DaS Ziel, das ihm durch das Gesetz in jedem seiner Handlungen gesteckt, dieses sind die herrlichsten Mittel, seine hohe Stellung zu erfassen. Sie zeigt ihm, daß er nicht nur in der Körperwelr als einheimisch sich betrachtet, daß er der Vergänglichkeit und Auflösung angehörr; er ist an die Fortdauer, an die Unendlichkeit in Bezug seines Geistes anzureihen, daher die immer mahnende Stimme des Gesetzes zur Beherzigung dieser höchsten Aufgabe! Den Vorvurf. den der Redner wider die rabbi- Nische Epoche schleudert, daß unter ihr die Religion und daS Leben auseinander zn gehen anfing, daß diese die Festhaltung der Ceremonien förderten, o, wie falsch und morsch ist diese Stütze! Unser alter Feind der Karaismus reicht die Waffe, unserem Neuseind zu bekämpfen, jener machte nur zwei Epochen durch, die mosaische und prophetische. Wenn die Gegenüberstehung der Ceremonial- und Sittlichkeirsgefetze aus dem Radbinismus erwachsen wäre, wozu die Strenge und der Eifer, die wir bei den Karäern anrreffen? Ihr Eifer in ceremonieller Hinsicht ist ja bewundernswürdtg. Die rabdinische Autoritär sinder ja bei ihnen keine Anerkennung, warum diese Hochachtung vor dem Ceremonialgesetz? Hierin liegt dte große Wahrheit; das Ceremonial- und Sirrlichkeitsgesetz ist so eng verwoben, in einem Wesen so verschlungen, wie Geist mir dem Körper, als Erinnerungsmahle, wenn sie wahrhaft erinnern sollen, wie es der Begriff erheischt, deren Ausübung ausgesetzt bleiben müsse, bis wir deren Sinn und Bedeutung vollkommen begreifen werden. Wenn der auf dem Siechbett gefährliche lagernde Kranke, sträubend seiner Genesung, nie beherzigend den Rath des höchst bewährten Arztes verweigern wollte. weil er die geheime Kraft der Kräuter und deren Wirkung nicht begreift; mir Gewißheit können wir den schnellen Ablauf seiner Lebenstropfen voraussehen, mir Gewißheit verkünden, daß der Tod sich m diesem Gerippe schon sein Lager bettet, und Dn Blöder , Kurzsichtiger! weigerst Dich der Ausübung der Ceremonien, weil Du die Geheimkraft, die Förderung Deines höchsten Heils nickt erfassen kannst. Sagt nicht der Pentateuch: 2. B. M. 15 , 26 , „Durch Beobachtung seiner Gesetze (d. h. die ceremoniellen) werden die Nebel, die ich an die Egyptsr gelangen Arzt." Das will so viel sagen, die Unergründbarkeir derselben halte Dich nimmer ab von deren Ausübung, ich habe sie verordnet, erdreiste Dich nicht, sie zu überklügeln, sie zu bemerstern! Was mich überhaupt in größter Bewunderung seht, ist. daß unter Tausend erleuchtete Heroen der Vorzeit, denen wir als Sterne erster Größe den Tribut größter Achtung zollen mögen, noch Niemandem der Gedanke aufsteigr, daß daS Ceremonielle dem Leben weichen müsse, im kolossalen Werke des Talmuds, dem zu würdigen der Redner noch Gewissen har, wo alle Ereignisse im Gebiete der Möglichkeit gesammelt, alle erdenkliche Zweifel wir aus diesem zu er>chl««ßen vermögen, und diesem Grund, der Nichtbeachtung «eremonieller Satzung bei socialer Störung nicht gefunden wird. Die Karaäer, die Feinde des Rabbiner - rhumS fliehen auch solcher Zrrung, sind die strengsten

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