Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 20 (16.5.1848)
- Date
- 1848-05-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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sitzt rr unsere Lieb?. Was für ein herrliches Land ist unser Vaterland! Wahrlich, um Schönheiten zu sehen , brauchen wir nicht nach Welschiind. nicht nach (Griechenland z, reisen. Wo nur ein Gebirge ist. da fehlt es nicht an großartigen Ans- und Ansichten; wo »vollen — mir Deinen Zöglingen Reisen machen! Zu Fuß, wie sich von selbst für den versteht, welcher nachhaltigen. dauernden Neisegenuß kennt und sucht. Auf Land noch Leute keunen. Denn je vornehmer die ein: ander fremde Reisegesellschaft, desto langweiliger ist sie bekanntlich. Also zu Fuß I Wie schm^ckr dann die Ruhe, »vie gedeiht die körperliche Entwicklung, »vie schärfen sich die Sinne, wie gewinnt man Land und Leute lieb! Und »vie zieht, bei großartigen Aussichten auf Bergspitzen über unendliche Fluren hinwcg die anschaulich in der» Geist! k) Führe Deine Zöglinge zum. innersten Lerständniß der deutschen Sprache, zum Genuß der herrlichen Werke in ihr, die sie zu fassen vermögen! Die Sprache ist jedes Volkes Heiligchum. Sie betasten, sie ihm rauben, ihn» eine fremde aufzwingen. heißt » sein Leben an der Wurzel angreisen, Jedes Volk der Erde empfindet solch' ÄLagniß als ein Verbrechen , baS gegen seine Majestät geübt wird, und keines läßt Solches ungestraft geschehen, Zn der Sprache lebt daß Volk in der Sprache ist sein Geist verkörpert. Eine edle Sprache ist seine größte Thar, ist das Gepräge, dev Ausdruck seines innerjkn Wesens, — Möge auch fernerhin der Geist unserer Jünglinge an fremde» , rodken Sprachen geübt werden es ist qur; in keinem Falle aber gehört der Unterricht in rodren Sprachen zue allgemeinen Bildung der deutschen Nation, sondern zur S randeüb il-dung, bei der aber a»ch von der Forderung nie abzugehen, daß die Muttersprache auch ihre Sprachmutter werdet, die Centralsprache, auf die auch die zum GelchrkenstaNde Gebildeten alles Sprachliche beziehen; von der Forderung, daß auch sie die Muttersprache am vollkommensten kennen lernen, nur in ihr denken und empfinden; daß sie nur auch an deutschen Klassikern ihren Kopf und ihr Herz bilden! Oder heißt das, um ein fremdes Beispiel zu nennen, die Nationalität der Ungarn bilden, daß die Gesetze ihnen in lateinischer Sprache gegeben und in derselben von den Vertretern ihrer Interessen besprochen werden; daß die Priester in lakeinischer Sprache beten und singen und ihre Jünglinge mehr »nir Römern verkehren als mir den Sängern und Schriftstellern ihrer Nation? Bleiben sie dabei Ungarn, »vcrden sie dadurch »vahre Ungarn, oder »verden sie dadurch etwa edle Römer? Ist es nicht eine ungeheure Ironie, wenn ihnen die Nakionatgeschichle in lateinischer Sprache vorgetragen »vird? eine Ironie, wenn bei öffentlichen Festen, welche gerade den Hauptzweck haben sollten, vaterländische Gesinnungen zu wecken, die Jünglinge mir lateinischen Reden regalirr werden?!--Nationallttre.- ratur «st Nationalleben. Zeder Deutsche soll deutsch lernen, verstehe»» die herrlicke Ursprache, sie gewandt und richtig sprechen und schreiben, und sein Geist soll getränkt »vcrden mir den großen Werken seiner Nation! Für jedes Alter, für jeden Stand giebt es Musterwerke; von den allgemeinsten, der Bibel und dem Gesangbuch« an, weiche auch wahrhaft deutsche Werke genannt zu werden verdienen , bis zu denen, welche für die verschiedenste»». Stufen der Bildung sich eignen. Die tiefste Schmach sollte jede allgemeine deutsche Dildungsanstalr treffen, sehen, der über dem Str.d'um der fremden Sprachen die Muttersprache vernachlässigt, Schmach jeden Vater. jeden Erzieher, der ein deutsches Kind, wen,» es noch lallt, oder kaum zu lallen aufgehört hat, eine fremde Sprache »vie die Muttersprache sprechen lehrt, oder fie über die Muttersprache erhebt. Wie das Heil eines jeden Volks nur aus ihm selbst komme»», kam», so weht auch der Geist des brutschen Volks nur ans fei,»er Sprache heraus. Unter uns ist dieses gerechte Nationalgefühl noch lange nicht verbreitet genug Zeder gebildete Franzose lernt die schönsten Stellen feiner Klassiker auswendig, und keinem fallt eL ein»