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Der treue Zionswächter · 1848-05-16 · 20 (16.5.1848) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
20 (16.5.1848)
Date
1848-05-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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»W IZS Wie sine wohkerzdgene Jugend Vas Akter ehrt, so verleihen wir alten Instituten den Charakter der Ehrwürdigkeit. Was Jahrhunderte lang ein Gegenstand der Verehrung und des Glücks gewesen, hat auf Achtung Anspruch. Natürlich bestehen daneben auch die Grundsätze: Dir Achtung vor den Tobten und ihren Gesetzen darf den Fortschritt nicht hemmen. Nickt um sogenannter alter Ehrwürdigkeit willen soll man Umbildungen und Reformen verschieben, welche d«e Gegenwart, das Glück der Lebenden und der kommenden Geschlechter erheischt. „Der Lebende hat Recht." DaS Leben besteht im ForrschreireN, in iwmerwährender Entwicklung. Gilt diese Wahrheit schon von jedem Einzelwesen, so gilt sie in viel allgegemeinerem Sinne von einer ganzen Nation. Wer sich daher nicht an und mit dem Vaterländischen fort» bildet, oder gar stillsteht (chinesisch lebt), ist kein lebendiges Glied seiner Nation. 4) Mache Deine Zöglinge mit den großen Momenten der Geschichte unseres Volkes bekannt! Bist Du ein Deutscher, so wird Wahrhaftigkeit Dir im Herzen sitzen, und es wird folglich nicht näthig ,ein. Dich vor Verfälschung der Geschichte aus vorgeblichem Patriotismus oder aus serviler Gesinnung gegen ein Regentenhaus zu warnen. Wahrhaftigkeit ist die erste Tilgend jede- Menschen, auch des Geschichtsschreibers und Erziehers. Gewiß, „daS reine Gefühl der Verehrung großer Männer darf der Argwohn nicht trüben." Auch kann das Schlechte Und Nichtswürdige übergangen werden überall, wo keine Historiker zu bilden sind; aber aus schwarz weiß Mar chen, Niederträchtigkeiten zu Hochthaten umstempeln, um Erhabeneres, nur Erhabenes von feinen Helden erzählen zu können, ist Derrarh an der heiligen Wahrheit. Gottlob, daß di« deutsche Geschichte solche Zesuirenkniffe nicht nörhig hat, um dem Knaben und Jüngling groß zu erscheinen und ihn groß denken zu lehren von seinem Volke. Diese Großcharen der Nation , d. h. alle diejenigen, in welchen sich die Gediegenheit Und Herrlichkeit des deutschen Charakters spiegelt , Male dem Jüngling mit der natürlichen Wärme und Begeisterung, die sie Jedem, dem deutsches Blut in den Adern rollt, einfiößen; und wo Schandthaten oder Verirrungen zu erzählen sind, da bemäntle nichts, sondern zeige Deinen ganzen Abscheu, besonders vor Lug und Trug. Schmeichelei und Knechtssinn, Auslan. derei und Koketterie! Und daß das Andenken der großen deutschen Männer Dir im Herzen siher. Ductus iliserlos 1se!t. Wenn bei der Erzählung ihrer Tharen und Strebungen Deine Schüler ruhig und mir gekrümmten Rücken auf ihrem Steiß sitzen bleiben, oder kaltblütig einige Notizen in ihr -eft schreiben : dann lege Dein Amt als Geschichtsschreiber nur nieder! Was liegt daran und ist es des Schweißes eisteS sonst braven ManneS werrh. daß sie ihr Heft vermehren und einige Namen und Zahlen lernen? — Der Geschichrslehrer soll die Jugend befeuern und be> geistern für die Großtharen und die Gesinnungen deutscher Männer, nicht bloß der Regenten — denn die können am wenigsten die Vorbilder Deiner Schüler werden — sondern der Männer aus allen Ständen und auf allen Gebieten ruhmreicher Thärigkeir. — Besonders lege die Erinnerung an die letzte großartigste Begeisterung des deutschen Volkes im Jahre 18 Ui, welche, Gott fei es geklagt, von gar Manchem, der die Früchte dieser großen Zeit undankbar genießt, rein Vergessen ist — die Gedanken äußern sich in Tharen — diese Erinnerung, vaS Größte, was wir selbst erlebt haben, lege lebendig in daS Bewußtsein der Deinigen, damit sie es wenigstens von Dir gehört haben, daß die Kraft des Volks das einzig sichere Palladium unserer Selbstständigkeit und Freiheit ist. Auch versteht es sich von selbst, daß die deutsche Geschichte den Mittelpunkt der historischen Bildung unserer Jugend abgebe und daß an einer höheren Schule der Gereifteste der Lehrer diese Bildung übernehme. In Sprachen kann auch eist junger Mann etwas leisten. Der Geschichtsunterricht aber verlangt einen durch Studium und Erfahrung gereiften Mastn. Denn die Geschichle hat vorzugsweise Mit der Religion die Aufgabe, den Menschen zu bilden. 5) Mache sie bekannt mit dem deutschen Lande! Volk und Land! Dem Deutschen ist Deutsch, land am nächsten. Ein trivialer Satz, und doch harre man ihn in den Schuten vergessen. Wir wissen es und verfallen nicht mehr in alte Fehker. Denn wir beginnen in her Erdkunde mit dem Nahen, beziehen Alledaraus und endigen Mit ihm! Was man niwr kennt, kiebr man Ntchr, und je genauer man einen schönen, großartigen Gegenstand kennt desto mehr be-

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