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Der treue Zionswächter · 1848-05-16 · 20 (16.5.1848) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
20 (16.5.1848)
Date
1848-05-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Die Kluft der Zeit Wischen sonst uyd jetzt ist im Verlauft der Jahrhunderte nickt so groß geworden, als, der immer weiter und weiser werdende R'ß zwischen Himmel und Erde. Unserer Zeiten Gvkresftrne gehalten gegen jene unmittelbare Gvtteenähe des Alrerchums, die ist es. welcke macht, daß w,r die heilige Geschickte von unserem eignen Fleisch und Blure, die Geschaht« unserer eignen Seele lesen, als waren es Erzählungen von Wesen auS einem Reiche, das mit uns in gar tzeiuer Beziehung steht. Da liegt vor uns Mazoh, das heilige Drod, das uns ein Sinnbild sein soll unserer Befreiung. Aber gar Vielen aus unserem Volke ist es nichts als e«n Kuchen aus Mehl und Wasser' ohne SM und ohne Würze, fade und gesckmackloS wie das eigne Herz. Da liegt her Moror, das bittere Grün, zum Andenken an unsere Leiden. Aber meinem Volke ist es nichts als welkes Gras, nicht süß und, nicht kirrer, kraftlos und saftlos wie der eigene ausgedorrre Sinn, Der Kelch der Freiheit schwebt in unsere Hand; aber das entartete Geschlecht hat den reckten Segensspruch. vergessen; darum strömt nicht daraus der Geist Gottes in die Adern, sondern entweder menschliche Trägheit und Schlaffheit oder die Feuersglu.t selbstischer Leiden-, schaff. Die Einen fragen: wgS ist Freiheft? wft wisftn'S nicht! Die Andern antworten: der Sinne wilde Kraft, das ist Freiheit, bergufchet Eych gl» deS Weines feurigen Safte! Und doch Israel, Du sollst. Du kgynst eiiz Heft lig Volk sein. „Wie die Eiche, wenn, sft gefällt wird, bleibt ein Stamm, heiliger Same hl,echt ihr Stamms (Ieschajahu 6, 13). AuS dem HinstMn wachst ja das Leben, auS dem Tote bas Erwachen, quS der Verwesung die Auferstehung. Dyn? Tod chäre der. sonnenhelle Gedanke der Auferstehung nicht möglich. Die Fieberschauer vyserer Zeit svsftp und dürfen uns nickt irre machen in d?m Glgstben, ass die gesunde Kraft, an den lebendigen Pulsschlqg des Iudenchhuft. Wie mag es doch dem Saglkorne zu Muche sein, wenn es in der finstern Erbt liegt, beraubt des Sonnenlichts, der kalte feuchte Purist ihm in daß Herz dringt, bis die Hüllen alle zu Moder und Verwesung werden, bis der im Innersten liegende Keim ftei wird und wieder hindurchdringen kqnn mir verjüngter Kraft zum Leben und zum Lichte? Und das ist auch die EutwickelungSgeschichre unseres Einzelledens und die des Gesammrlebens. im Volke. Wenn Dir Dein eigner Sinn nicht klar ist, wenn Dir der Sinn der Stande nicht deutlich wird und Du lichtlos umher irrest in her Nacht des Schicksals und der Geschichte, dann gedenke des Körnleins, das in der Erde liegen muß, auf daß frisches Grün aufwachse und eine reiche volle Aehre werde, nw -wir! Harre des AehrenmonatS! Sei nicht trübe über Dich. verzage, verzweifle nicht an der Zukunft Deines Volkes! Feiere getrost das Freiheirefest Deinem Gotte; es komme wieder für Dich eine Zeit der Ernre, wenn auch um Dich Nacht ist. '?>'i! In der Mitternacht tiefstem Dunkel erhob sich die Feuersäule der Verheißung, der Bewährung. Mag auch. Israels rrauerumflorte Harfe sang- und klanglos schweigen alle Tage, alle Nächte: in de? v'M'c , in der Rächt der Behütung , der Beschirmung soll sie hell und laut und voll ertönen, Nachmächrlich schreitet Ziyn's schmerzerfüllre abgehärmte Jungfrau im Leichengewande über die verödete Tcmpelsiäkte, über die Leichenhügel der Hohenpriester und Könige ihres Volkes. Auf den verwitterten Trümmern heiligen Mauerwerks frönet von der bleichen L'ppe die Klage: ,,Oede trauern Zions Wege, denn kein Pilaer wallt zum Feste'* (Klage!. 1, 4). Aber in dieser Nacht der Behütung liegt sie sanft schlummernd auf ihrem Lag?r; der Erinnerung Freudestrahl, der Hoffnung Rosenschimmer röchet wieder hie längst verblaßte Wange. Ueber ihrem Haupte rauschr's durch goldene Saiten, aus dem Munde, von den Lippen gorrgesandter Engel strömst süßer Trostgesang. Also spricht der Herr: Laß schweigen bieKlage, trockne die Throne vom Auge, denn ein Lohn ist für Drin Thun, ist der Spruch des Ewigen, upd sie »perden zurückkehren aus dem.: Lande des Feindes. Und Hvffnrrng «ft für Dem« Zukunft, ist der Spruchs des Ewige», und es werden zurückkchren dm Kinder in ihre Heimath (Irrem. 3t, 18 mrd. 17). Ueber Vaterlandsliebe nytz Patriotismus, (Fortsetzung.) 3) Ehrfurcht vor hem, wasdie Vorfahren geschaffen haben., Pickstt gegen ihre Einrichtungen, Stiftuttgelt, Anstalten.!

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