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Der treue Zionswächter · 1848-05-16 · 20 (16.5.1848) · page 1

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
20 (16.5.1848)
Date
1848-05-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der zur Wrrhrrmg her? Interesse» des orthodoxen Zndenthurns. Verantwortlicher Redaeteur: vr. En och, Direktor und Oberlehrer zu Altona. 4. Jahrgang. Altona, den I«. Mai 1848. MS«. Von diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, ein Bogen. Das Abonnement ans ein Jahr ist 5 st Ct. (2 Thlr.pr.,3Fl. 30Xr.) Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern, soliden Buchhandlungen und ZeitungS-Erpedttionen. Inhalt. Leitende Artikel: Gedanken >in der Pefach-Nacht. Don Jetko. — Ueber Vaterlandsliebe und Patriotismus. — Opfer Cnltns und Gesetzcs-Erklärung. Vom Rabbiner I. Ehrlich. — Zeitungsnachrichten aus: Berlin, Wien, Mähren, von der Mährischen Grenze, Bayern, Hessen-Cassel, Frankfurt. — Anzeiger. — Briefwechsel. Gedanken Ln der Pesach-Nacht. Von Jetko. Es giebc kein Fest, das so mächtige Saiten in uns anschlägt und hell ertönen läßt, als diese Tage der Erlösung und Befreiung, diese Nächte der Behütung und Beschirmung. Unser Sinn ist viel offener und freier, hellsehender, unser Herzensschlag sicherer und muthiger. Das große Geheimniß von dem Dasein, der Geschichte, der in der Gegenwart sich entfaltenden und aus ihr heraus der Zukunft entgegen wirkenden Bedeutung Iiöraels stellt sich uns am dunkelsten. räthselhaftesten, zugleich aber wieder am lösbarsten und deutlichsten vor Augen. Für uns durch kindlich einfache Erzählung vorgeführren Bilder aus längst entschwundenen Zeiten wecken durch wundervolle Anziehung unser« Sinn, sich empor zu heben über die einengenden Begriffe des Tages und der Stunde, in der wir leben, sich weit hinweg zu schwingen über den kleinen Erdenpunkr, die kurze schmale Wiege unserer Geburt. Unser Gesichtskreis erweitert sich und an uns vorüber zieht eine Welt, erfüllt mir Gestalten, die zwar Menschen sind unseres Gleiden und uns nahe stehend, aber körperlos einzelhafr entschweben, wenn wir sehnsuchtsvoll nach ihnen Haschen, uns von ihrem Dasein überzeugen wollen. Wie aus einem Traum aufgeweckt, starren wir hin nach dem Punkte, an dem die holde Erscheinung an uns vorüderzoa. Der Gegenwart plumpe, von Schwielen des Alltagslebens abgehärtete Hand har an uns gerüttelt. und ihr hohläugiges Gespenst bietet sich zweideutig lächelnd an, uns der Vergangenheit göttliches Traumgcsichr zu deuten. Wir fühlen, wir wissen es, was wir ye'ehe», war nicht das leere Schattenbild eines Traume ,; wir haben die Wahrheit verbür genden Sinnzeichen, die guten treuen Spiegel an dem Urkundenbuche der Geschichte in Händen. Nur dre unendliche Kluft zwischen unserem jetzigen Zustande und dem Leben der Vergangenheit, die weite Entfernung der spärern Söhne und Töchter von den Urvätern und Urmürrern ist es allein, was der wahrhaften Geschichte den Schein der Täuschung, deS Mährchcnhaften giebt. Dieser grelle Gegensatz stellt st l> dem Denkenden, dem im Gotteebewußrsein seines Volkes Denkenden, ir^ den schärfsten, klarsten Umrissen dar

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