Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 19 (9.5.1848)
- Date
- 1848-05-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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»W 147 M» Je häufiger solches Wort der Wahrheit wird, in je welkere Räume es sich in dieser Heiligkeit ver- Heber Vaterlandsliebe und Patriotismus ' (Fortsetzung.) In Krieqszeiten entwickelt sich der Nationalhaß. Meidinger läßt die Schulknaben übersetzen: Dre kehrt. Denn die Individualitäten sind unendlich verschieden. Die Scholle ist das Vaterland nicht, der Mensch ist nicht, wie das in einen engen Kreis gebannte Thier, Alekae aclseriptus, an der Scholle klebt der Nationalst»» nicht- Za, nicht immer ist der urprül^giiche Boden für die freie Entwickelung eines Volks der dienlichste Ort. Manche fanden erst ihre Bestimmung durch Übersiedelung in ein fremdes Land- Der Nationalhaß ist aber immer, ohne außerorbent- und halten ihn für ein Ingredienz des Patriotismus. Zn dem bisher gespalteten Deutschland kam auch noch der abschließende Provinzialstnn vor, des Norddeutschen gegen den Süddeutschen, des Bayern gegen den Würtemberger, des Nicht - Preußen gegen den Preußen und umgekehrt. Deren Refrain ist: Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein. Und von anderen Nationen singt in demselben Liede, das übrigens an schönen Stellen reich ist, die Dornirthcir oder vielmehr Abgeschmacktheit auf ihrem Gipfel: Ihr Glück ist Trug und ihre Freiheit Schein. Zum Vaterland gehört »»er Boden, das Land, und die Menschen Mit ihrer Sprache und Geschichte, ihren Einrichtungen in Familie, Gemeindeverfassung und Staat, ihren Sitten und Gebräuchen, ihrer Religion und ihrem CulruS. Die Menschen sind mehr werrh als der Boden. wer seine Scholle verläßt hört darum nicht auf, ein Deutscher zu sein. „Bleibe im Lande, und nähre Dich redlich!" ist darum ein philisterhafter Spruch. Es kann einem Menschen im Vaterlands viel zu enge werden. Es giebr religiöse, polnische, sociale, ökonomische Engen. Wen der Neligionsdruck zur Auswanderung veranlaßt; wem der Glaube heiliger ist als „die süße Gewohnheit des Daseins und Wirken-," wer auf fremdem Boden die größere Freiheit suwr und findet; wem spießbürgerliche Verhältnisse die Heimath verleiden; wer sich und die Semigen daheim nicht ausreichend zu ernähren im Skande ist: alle diese und andere werden wir doch nicht mir >enem Spruche zurückhalren oder tadeln wollen! Wir mußten denn von freier menschlicher Entwickelung nichts wissen, oder von der Mannigfaltigkeit der menschlichen Naturen, ihren Bedürfnissen und Strebungen keine Ahnung haben. Es ist ein Glück, daß es Menschen und Völkerschaften giebr, die zum AuSwandern geneigt sind. Wie hätte ohne diesen Trieb die Erde bevölkert werden können? Nicht gerade aus den schlechtesten T heilen unseres Vaterlandes ziehen die Bewohner vorzugsweise weg; eö giebr also noch andere Beweggründe dazu als der Mangel, die Ueberdevölkenmg. Die Sueven (von schweifen?) ziehen gern. Glück auf die Reise und in der neuen Heimalh! Deutschland vermehrt sich. Was wir in Dluc, Sitten, Religion und Charakter Gutes haben, nehmen die guten Leute mir. Nicht mit Vorwürfen und Anklagen sind sie zu Urtheilen! Die Erde ist GorreS. — . Wie wir nun die Unsrigen zur Entwickelung der Vaterlandsliebe ermuntern wollen, stellen wir in folgenden Sätzen zusammen.