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Der treue Zionswächter · 1848-05-02 · 18 (2.5.1848) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
18 (2.5.1848)
Date
1848-05-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1-11 GL«. »ZO Gesellijikeitstriel». Von Dawid Leopold Straffer. (Beschluß.) Vorurrheile verloren sich, die bessere Einsicht trat an deren Stelle, die Wunden vernarbten, welche es erhalten, Israel entwand sich der ihm fesselnden Folter, fühlte wieder seine Würde, die große Sonne der Kultur und Aufklärung, welche wieder am Himmel des Mittelalters aufzugehen anfing, gönnte auch ihnen einige Strahlen, es kennte, blühie auf in seiner Schönheit, Kenntnisse und Künste erblühten in ihm, man gestand ihm seine Menschheit, ließ ihm das allgemeine von der Nacur sankrionirre Menschenrecht. — So schwang er sich immer höher auf die Stufe der Vervollkommnung, cs blüheren Stiftungen, Ber- Menschheir, der Kultur, bis es zur jetzigen Zeit so hoch steht, daß kern Vorwurf, kein Vorurrheil mchc an ihm haften kann, so daß eö gleichen Schritt halt in der Kultur mir den übrigen Nationen. einen glei- und Weisheit cinnrmmr und den betrachtenden Menschfreunden den erfreulichsten Anblick dieccr. . . . Doch anders hat es sich im Tempel des Zudenthums gestaltet, andere Blicke bietet die Neuzeit dem forschenden Juden dar, erfreuliche oder betrübende? Leider! wir müssen das Zweite bejahen — durch zuviel Menschenbestimmung ist ihm seine Iudenbestimmung entrückt worden, Mensch und Jude, sie wollen sich nia.r vereinigen nicht mehr Hand in Hand schlier ßen, wiewohl es auf solche Art am edelsten. schönsten gedeihen würde. — Seitdem der Geselligkeirslricb die Schranken überschritten und sich dem Lurustaumel derS gewviden; die aus der Gesellschaft, gewöhnlich entspringenden Uebel, Neid. Haß, Rache, Schmähsuchr, sie sind auch in den vereinten Gemeinden Israels entstanden; doch worin liegt der Grund? Zn dem vorgegebenen Gesrlligkeirstriebe, er ist regellos worden, er ist ausgearter und daher so viele anrijüdische, ja im engeren Sinne auch antimoralische Vereine und Vergesellschaftungen. — Böse Geselligkeit, böse Association, sie ist einheimisch worden im Gebier deö JudenrhumS, so daß unter deren edlen Maske daS Unedelstverübr wird. Es ist kein menschliches, kein jüdisches, vielmehr ein modernes Streben, das in der Gesellschaft den größten und besten Spielraum für seine Leidenschaften findet. Versammlung und abermals Versammlunq und hundertmal Versammlung, sie sind das mögen sie vor dem Nichterstuhl der künftigen Generation verantworten, ob sie nichr mehr zerstreuet als gesammelt, mehr vereinzelt als gesellt, das lassen wir der Erfahrung über; wie lang sie dauern werden, diese Versammlungen, wie lang sie währen werden die Zeit lehren. die schon in den nächsten Momenten ihre Spuren verwischt, cww cÄ f>'7>c 'voo ^2 ZritrnrgsnKchvichten. Preußen. Vreslau. Die freie Presse machte auch in Bezug auf unsere jüdischen Zustände ihr vollstes Recht geltend. Dieser Tage wurde Geiger in der Oder-Zeitung alleö Ernstes aufgefordert, seine Stelle freiwillig niederzulegen, da er daö wesentlichste Hinderniß sei, den gestörten Frieden der Gemeinde wieder herzustellen, ohnedies von einer gedeihlichen Wirksamkeit seinerseits nicht die Rede sein könne. Die Antwort darauf ist G. schuldig geblieben, ver> muthlich, weil er jetzt viel zu sehr sich mit Politicis beschäftigt, absonderlich ängstlich nach einer gewissen VolkSgunst hascht. Dem sei indeß wie ihm wolle; die Selbstständigkeit der Gemeinde ist gewiß nicht die letzte Errungenschaft unserer jetzigen Krise; Synodal- und Presbyterial - Verfassung wird hinführo eine Wahrheit sein. Tann aber hört hierarchische Anmaßung von selbst auf und keine Behörde, kein Gesetz kann dann den Geistlichen ferner uns aufbürden, der unseren Anforderungen nicht genügt, der unsere Gefühle nicht theilt, der

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