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Der treue Zionswächter · 1848-04-26 · 17 (26.4.1848) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
17 (26.4.1848)
Date
1848-04-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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»M 131 MD Gerechtigkeit lehrt uns -ie große Schule der neuesten Zeitereignisse. Von I. Löwenstein, Dezirksrabbiner. (Beschluß.) So war eS leider bisher. Anders aber ist eS jetzt; noch anders wird es, so Gorr will, werden. Ern neuer Much raucht in unS auf; ein neuer Hoffnungistrahl senkt sich in unsre Seele. Der Kern des badiscken Volks, der Biedersinn seiner wackcrn Versuch im Lager Iisraels. Einer bessern Zukunft hoffen w r enrgeqen zu gehen; und dann, dann, m. Fr, fallen auch alle Scheingründe hinweg. die uns unsrem Neligioneqcsehe entfremden können. Haben wie im Drange der Umstände, im dem Wahne, durch das Abstreiftn der unterscheidenden Neligionsgesetze uns Bürgerrechte zu verschaffen, Gottes vergessen, so wollen wir dagegen jetzt bei bessern Aussichten, mit dem Pro: pheten in unserm Terre sprechen: „auch mein Geist in meinem Innern sucht Dich/c Dich himmlischen Gesetzgeber wollen wir nun wieder suchen; Deinen Geboten wollen wir treulich anhängen; Deine heilige Tyorah-Verfaffung wollen wir neuerdings beschwüren; Badener, Deutsche sind wir zwar, treu dem Fürsten, treu dem Vaterlande; aber auch Israel,ten können, wollen wir sein, treu uuserm Gort, treu seiner heiligen Thora. Za, gerade je mehr Israeliten wir sind, desto mehr Deutsche sind wir. Fürst und Vaterland haben noch immer die beste Stütze gehabt in dem festen Anklammern an dem angestammten Väterglauben. Mid wenn das deutsche Panier sich entfaltet und sowohl zum geistigen, als zum leiblichen Kampfe einladet, und alle deutsche Stämme sich um dasselbe schaaren, so wollen auch wir deutsche Israeliten gewiß nicht die Letzten sein. Nach außen wollen wir kämpfen für unfern huldreichen Landesvater, für unser gemeinsames Vaterland; nach innen für Gott und sein heiliges Gesetz. Schwarz-Roth-Gold rufe uns nicht nur in die Reihe der Deutschen, sondern auch in die der Israeliten. Schwarz war unsere Vergangenheit, umdüstert von Verachtung und Zurücksetzungen aller Art. Dar» aus entstand, freilich nur aus Mißverstand, daß unsere Sünden wie Purpur*) wurden. Durch den Abfall von der Gotteslehre glaubten Biele, das Schwarze weiß waschen zu können. Nun aber, da auch die Verirrten in Jisrael zu solchen entehrenden Mitteln nicht mehr zu greifen nöchig haben werden, nun wird unser Gvltesgefth, das ja noch köstlicher ist. als Gold **), glänzend und siegreich aus dem Kampfe hervorgehen und seine geistige Herrschaft in Jisrael wieder befestigen. So treten wir, m. Fr., ein in die Schule der Zeitereignisse. So vernehmen wir Israeliten die. Stimme unseres himmlischen Freundes aus den gegenwärtigen Wirren. Er klopft an und ruft: „thue mir auf, meine Freundin ***); sei gerecht gegen meine Vorsehung, gerecht gegen meine Lehre." Möchten wir ihn doch nicht lange klopfen lassen! 3. Und warum meine Israeliten, sollten wir zweifeln an dem auch für uns zu erwartenden glücklichen Ausgange der jetzigen Wirren? Sagt doch u»ser Text: „Denn wie Deine Gerichte zur Erde kommen, lernen Gerechtigkeit die Bewohner des Erdkrei'es!" Die großen Umwälzungen, mir denen unsere Zeit theils noch schwanger ist und welche lheits schon gedo ren sind, was bezwecken sie? Doch nichts Anderes, Und die Bewohner Deutschlands sollten nicht Gerechtigkeit lernen? Was die Völker für sich anstreben so eifrig, so kraftvoll anstreben, Das sollten sie nicht auch auf uns ausdehnen? Was man für sich zu erringen, so muthig in di« Schranken tritt, Das sollte man uns versagen können? Alles sollte «inen Umschwunq erlei den; nur Jisraels Leiden sollten auf dem alten Standpunkte bleiben? Nein! so ungerecht können Deutschlands Völker nicht sein. Die Gerichte Gorres sind zur Erde gekommen; man wird Gerechtigkeit lernen. Freilich sind uns auch die Schreckenskunden zugekommen , wie man an mehrern Orten über unsere Glaubensgenossen hergefallen ist, sie mißhandelt, beraubt und verjagt har, freilich waren auch Viele unter Euch dadurch in Besorgniß und Angst versetzt; freilich sind solche Auftritte nicht geeignet, uns Much einzufiüßen und einen heitern Blick in die Zukunft zu öffnen. Allein auch wir wollen aus den zur Erde ge- ») Vergl. Zefch. I. 18. **) Vergl. Psalm IS 11. ***) Nach hohe Lied 5^ 8.

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