Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 16 (17.4.1848)
- Date
- 1848-04-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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»ZH 127 Hk* Rabbinerwelt einen Geiger, Holdheim, Herzfeld, Einhorn rc. rc. nicht kennt. — Dagegen hat die verweigerte Emanzipation nicht verhindert, daß Reform-Vereine entstanden, eine Genossenschaft sich gebildet, Rabbiner-Versammlungen das Iudentkum blasphamirt haben, Knaben unbeschnitten geblieben rc. rc. Bis setzt hat die Neologie an den Ufern der Spree, der Oder und des Mains mehr Boden, allerdings unterhölten gefunden, als an denen der Themse, des A und der Seine. 31 Aus dem Ales. Der geistreiche Verfasser der I^ettres provineiales, Pascal, sagte einst unmuthsvoll: „Lieber Gott, Du hast die Menschen nach Deinem Ebenbild geschaffen, sie haben Dir es treulich vergolten : denn sie schaffen auch Dich nach ihrer Ähnlichkeit!" Dieser birtere Witz will zu Szegcdin in Ungarn jedoch nur zum Theil zur Wahrheit wer.den. Denn also las man in No. 10 des ..Orients" im v. I. Herr Rabbiner Pillitz verfertigte einen t>4v4b v'vn-r. Ist aber dieser von dem ci-dcvaut Rabbiner, Herrn Pillitz verfertigte 4b wirklich c-woi b4», so hat er, der Verfasser, ihn nicht nach seiner Aehnlichkeit geschaffen; denn eine vom Herrn P. im Jahre 1811 herausgegebene Schrift „der Talmud", geht mit dem Talmud sehr unbarmherzig um. Wir haben es hier aber nicht mir Herrn P.. sondern mit dem Einsender des erwähnten Artikels zu thun, der ein hebräisches Gedicht, nach Art der päbstlichen Bullen, nach den Anfangswörtern benannt, was im vorliegenden Fall gar zu ungeschickt klingt. Aber selbst dies wäre nicht des Erwähnens werth, wenn wir nicht wüßten, daß, hätte ein Correspondent des Z.-W. solch' eines Schnitzers sich zu Schulden kommen lassen, selbst die Sterne gegen ihn gestritten hätten"; von der russischen Gränze hätte man sich schreiben lassen, „er wolle fremde Götter, einführen und von der Provinz Posen aus, wäre ein Weh' über ihn hereingebrochen. Jndeß wollen wir uns hüten, ungeachtet wir uns vor den Sternen nicht niederwersen den Angriff von der russischen Gränze nicht fürchten, und von einem unbekannten Weh' unS nicht in die Enge treiben lassen, je einen Satz zu schreiben, der so eine böswillige Deutung zuläßr. oipv bK Äaden. Gailrngen. Der Bezirkscabbiner Löwenstein hat für die Synagogen seines Bezirkes, folgendes, für die Zeitereignisse berechnetes Gebet verfaßt. Gebet. Allvater! in unserer Bedrängniß rufen wir Dich an; es steigt unser Gebet zu Deinem heiligen Throne. Wie anders könnte sich in der gegenwärtigen, ereignißvollen Zeit unser Gemüth beruhigen, als durch das Erheben zu Dir, der Du nahe bist Allen, welche Dich in Wahrheit anrufen! Auf Dich, o Lenker der Schicksale, richtet sich unser Blick; bei Dir, Allgütiger, bei Dir allein suchen wir Schutz und Zuflucht, Trost und Stärkung, Hülfe und Heil. Verbirg doch Dein Antlitz nicht vor uns, zur Zeit der Noch neige uns Dein Ohr; wenn wir rufen, höre uns bald. — Deine Weltregierung hat große Ereignisse hervorgerufen; Deine Gerichte sind zur Erde gekommen. Welcher Sterbliche durchschauet Deinen großen Plan? Wer durchdringt das Geheimniß Deines Rathschlusses? Mit Bangen und Zagen wenden wir uns nun an Dich, Allweiser, und senden unser heißes Gebet um eine wohlthätige Lenkung der Dinge zur Wohnung Deiner Herrlichkeit. Laß' es genug sein, o Herr! des Menschenblutes, welches in de» Tagen des Verhängnisses geflossen. Laß' es genug sein der Störung der Ordnung, des Schrankens der Gesetze, welche an verschiedenen Theilen des Erdkreises hervorgetreten. Gib doch jedem Bewohner der Erde in den Sin», daß die menschliche Gesellschaft nur bestehen könne, durch Ordnung und Gesetz; daß Du den Erdball nicht in eine Einöde umgewandelr haben willst; daß die Menschen nicht wie die Fische des Meeres sich einander verschlingen sollen. — Wie Wasserbäche ist ja das Herz eines Regenten in Deiner Hand, v Ewiger, wohin Du willst, leitest Du es. Nun, so leite doch, Allbarmherziger, die Herzen der Fürsten zum Heile der Völker und