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Der treue Zionswächter · 1848-04-17 · 16 (17.4.1848) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
16 (17.4.1848)
Date
1848-04-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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»M 12« HZ* wähnt, „alles Gedruckte ist eine Frucht der Presse, folglich ist auch alles Gedruckte mächtig." Jeder, der richtige Vorstellungen von der Würde, von der hohen Bestimmung der Presse hat, wird zugeben, daß nur offenkundige Lügen, nur nichtswürdige Verläumdungen durch den Druck verbreitet werden, man sie entweder ignorire, oder höchstens den Schutz gegen den Mißbrauch der Presse, welcher Schutz doch so nothwendig wie die Preßfreiheit selbst ist, oder mit andern Worten, es gicbt doch keine Preßfreiheit ohne Schutz gegen Mißbrauch derselben, anrufen müsse. Keines Falles ist es aber schicklich, das lesende Publikum mit Gegenerklärungen zu behelligen und zu belangweilen. Diese Ansicht sprach auch der Oberhofprediger I. L. Ewald in Karlsruhe, der rüstige Kämpfer für die Emanzipation der Israeliten, in einer Schrift gegen die Professoren Nühs zu Berlin und Fries zu Heidelberg (gewiß zwei gewichtigere und gefährlichere Gegner als ein Arzt ohne Praris und ein viertel Dutzend Handelsleute, die ihre Preßmacht durch ein gedrucktes Quartblättchcn, das der allgemeinen Zeitung des Judenthums beigelegt wurde, in Ausbildung brachten) aus. Er sagt nämlich in seiner Schrift: „Beleuchtung re." Wenn es nun Jemandem einfiele drucken zu lassen, ich hätte rothe Haare, ich schiele rc., so wird mir darum Niemand zumuthen, mich portraitiren zu lassen und Vas Portrait zu verbreiten, damit die Leute erführen, daß ich weder rothe Haare habe, noch daß ich schielend sei rc. Aber ein Correöpondent der allgemeinen Zeitung des Judenthums, des Israeliten des 19. Jahrhunderts und des Orients — der also auf einem mythischen Dreifuß thront, und fleißig von seinem Tbrone heraborakelt — und bald K-r, bald Kr., auch manchmal bloß K. unterzeichnet ist, hegt andere Ansichten. Dieser Mann, der in den 3 erwähnten Blättern dieselben Berichte aus Bayern referirt, und so. uns nöthigt, dieselbe Sache 3 Mal zu lesen, oder doch wenigstens zu bezahlen, der da alles, was er sich erzählen läßt, wahr oder uichtnahr , vom Belang oder bedeutungslos, für wichtig genug hält, in ellenlangen Artikeln zu veröffentlichen, und diese Artikel als Labemittel der Judenheit vorzulegen, der in einem Blatte in 4 verschiedenen Nummern die Niederlassungsangelegenheiten eines Lehrers Jonderfs abhandelt, der sich verpflichtet hält, durch ein jüdisches Organ den Orient, den Tod eines 16jährigen Mädchens, weil es Las Klavier gut spielte, der Welt zu verkünden, dieser Mann ist anderer Ansicht, ist der Meinung, daß, wenn eine Lüge gedruckt, nun gleich sie in weiten Kreisen als Lüge und Verläumdung bekannt, wenn gleich der Verläumdete von seiner Gemeinde, von seinen Vorgesetzten und von Allen, die ihn kennen, mit Ausnahme von 4 Individuen, so sei es doch schlechterdings nothwendig, daß der Angegriffene ebenfalls drucken lasse: Die Lüge sei Lüge und die Verläumdung sei Verläumdung. Also besagt es die Nummer 12 des Orients, in Beziehung auf den mit Recht geachteten Herrn Rabbiner Schwarz in Hürden. Warum müsse er aber dieses? „Weil die Presse eine Macht ist!" Herrliche Logik! Es steht aber zu hoffen , daß Herr Rabbiner Schwarz, wenn er es auch seiner Ehre schuldig zu sein glaubt, den Schutz der Gesetze gegen das ihm widerfahrene Unrecht anzurufen, er doch das Publikum mit Erörterungen, die dem weit größeren Theil der Leser äußerst uninteressant sein müssen, verschonen wird. In derselben ISten Nummer des Orients sagt der Korrespondent, die Orthodoxen vertragen sich nicht mit der Emanzipation. Den lustigen Leutchen gegenüber, die nur lachen wollen, ohne zu fragen, auf wessen Kosten, möge er das vielleicht zu verantworten wissen; nicht also aber Gott und der offenkundigen Tbatsache gegenüber. Wie, weiß der *Correspondent nicht, daß in England, wo die Juden beinahe vollständig emanzipirt sind, daß i» Holland, wo sie sich seit länger als einem halben Jahrhundert der vollsten Gleichstellung mit den übrigen Staatseinwohuern erfreuen, die Juden zu den Orthodoxesten auf dem Erdenrunde gehören? weiß er nicht, daß selbst in Frankreich der weit größere Theil der Israeliten dem orthodoxen Judenthum augehören? Wenn er letzteres nicht von seiner Warte aus beobachtet hat, so müßte die Thatsache ihm es sagen , da bei einer Nabbinerwahl immer auf religiösen Wandel Rücksicht genommen werden, müßte der Umstand es ihm sagen, da in Frankreich die

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