Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 16 (17.4.1848)
- Date
- 1848-04-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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»w 12S «»1 Werwahinng und Vorschlag. »Von M. Die bekannte Hamburger Deschneidungsangelegenheik har einen Ausgang genommen, wie ec nicht anders zu erwarten war. Die Behörde, vom staatlichen und christlichen Standpunkt ausgehend, mußte einerseits entscheiden, daß das Unterlassen eines religiösen Gebotes für den Betreffenden keine staatliche Nackrhcile nach sich ziehen könne, andrerseits kann freilich eine christliche Behörde nicht kompetent sein, betrachtet, so laßt sich dagegen werter nichts einwenden. Aber eben so sicher ist es, daß die jüdische religiöse Behörde nichts desto weniger das Recht und die Veraschen Religtonsgcmelnde gehörend, zu erklären und öffentlich zu proklamiren. Eine solche Erklärung inoeß würde sich einfach nur auf eine Gemeinde beziehen. Verbreitung erstreckt sich soweit, als jenes Zudenrhum. So möge denn leder einzelne Fall, alsbald zur öffentlichen Kunde gebracht, und in diesen Blättern einfach «„gezeigt werden: Unter dem und jenem Dato wurde dem .... zu ... . ein Sohn, geboren an dem der Varcr bisher vorsätzlich die Beschneihung nicht hat vornehmen lassen. Dies zur Kenntniß aller jüdischer vorgenommen, dann müßte aus demselben Wege auch dieses veröffentlicht werden. So mag jeder für sich rhun und lassen, was er mir seinem Gewisser» verantworten kann, aber beeinträchtige nicht durch sein Thun die Gesammrheir der Glaubensgenossen.*) *) Wir haben diesen Vorschlag, so wie er uns übergeben der Oeffcntltchkeit nicht vorenlhalten zu dürfen geglaubt, lieber Zweckmäßigkeit und Ausführbarkeit, so weit wir selbst dabei bethciligt sind, behalten wir uns einstweilen das Weitere vor, und würde uns eine mehrseitige Besprechung vor allem erwünscht sein. Die Red. ZeLtrMgsNrrchrichten. Aus Schwaben und Ueuenburg. Don Joseph von Görres, von dem Mann, dessen Feder rin flammendes Schwert gewesen, dessen Wort wie des Donners Stimme, nicht nur weit hin gehört wurde, sondern auch wie diese das HerL tief erschütterte, soll Napoleon gesagt haben, er, Görres, sei die fünfte Macht. — Und es ist nicht in Abrede zu stellen, daß Görres Feder tiefere Einschnitte machte, als Napoleons Schwert, Görres Worte trafen noch sicherer, und wirkten noch bleibender, als das Geschoß der großen Armee! Aber Görres wirkte bloß durch die Presse, und Viele haben mit und vor ihm dieser Waffe sich bedient, und haben durch Schriften mächtiglich gewirkt; haben durch die Kraft des Wortes manchem Mächtigen das Schwert entwunden. Man sagt also mit Recht: »Die Presse ist eine Macht!" Aber sie ist es doch wol nur, nun sie , bei kergcstellter Schlechtigkeit nur Sache, diese mit aller Schärfe der Logik, mit zersetzender Dialectik bekämpft, oder nun sie das Gute mit überzeugender und liebenswürdiger Beredsamkeit empfiehlt und verfechtet? aber es dient doch die Presse nicht als Magd der Lüge und als Handlangerin der Derläumdnng? und nun sie dies auch nickt immer unterlassen kann, so werden Lüge und Verläumdung doch wohl darum nicht getadelt, weil sie durch die Presse ein Mittel zur Verbreitung gefunden? Tre falsche Münze wird doch wohl nicht als gute anerkannt werden, nun auch ihr Stempel mit dem nämlichen Stichel gegraben wurde, wie die ächte? Oder bleibt Gift darum weniger Gift, »veil es aus derselben Avotheke, ans welcher wohlthätige Heilmittel geholt werden, gekommen ist? Wird man je den Falschmünzer für eine Geldmacht, den Giftmischer für einen acktungsgebielenden Feind anerkennen? Nimmermehr!! Aber eben so wenig kann man die gedruckte Lüge als eine Macht betrachten, der man entgegen treten müsse, wenn gleich die gemißbrauchte Presse ihr ihre Dienste geliehen hat. Es giebt ein trauriges Bild von den Ansichten eines Mannes von der Presse, der solch bornirte Vorstellungen über sie haben könnte, und er.