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Der treue Zionswächter · 1848-04-04 · 14 (4.4.1848) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
14 (4.4.1848)
Date
1848-04-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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«4H .110 MD Das Bewußtsein der sorgfältigen Arbeiten Ew. Hochwürden am Wohl und Heil Israels läßt uns hoffen, daß Herr D. bald in unserer Gemeinde mit Gluck und Segen fungiren wird. (Folgen die Unterschriften.) A n t w o r t.*) In Erwiederung auf Ihre Zuschrift vom 7ten d. M. verfehlt der Oberlandesrabbiner nicht, Ihnen zur Nachricht mitzutheilcn, daß der Nabbinatscaudidat, Hcrrmaun Duschak aus Trictsch, sich am 21., 22. und 23. d. M. zur Rabbiuatsprüfung gestellt, das Ergcbniß dieser Prüfung jedoch zu diesseitigem Bedauern im Gebiete der talmudisch-rituellen Gcsctzkunde nicht hinlänglich befriedigend gewesen, weshalb der Nabbinatscandidat eine Nabbinrrstclle anzutrcten nicht befugt ist, bevor derselbe sich nochmals zur Prüfung gestellt. Der Oberlandesrabbiner bedauert dies umsomehr, da die übrigen Qualifikationen des Eandidaten, wie seine ganze Persönlichkeit, so weit dieselbe hier erkannt werden konnte — und nicht minder auf jeine als praktischer Lehrer gesammelten Erfahrungen, ibn für die Bekleidung eines Nabbinatsamtcö sehr empfehlen, und dürfte es daher wol wünschenswerth sein, wenn die Gemeinde ihm zum Nachholen deS noch gegenwärtig Mangelnden, Zeit vergönnen möchte, umsomehr, da die gegenwärtige Mangelhaftigkeit dem Anscheine nach daraus hervorgegangen sein dürfte, daß derselbe in den letzten Iahten diesem Theile der talmudischen Wissenschaft weniger seine Studien zugeweudet haben möge. ^Nikolsburg, den 24. Novbr. 1817. Der Oberlandesrabbiner Hirsch. Austerlitz, den 28. Novbr. 1847. Hochwnrdtgster Herr Oberlandesrabbiner! Aus gekränkter Seele und wehmüthigem Herzen, sehen wir uns ehrfurchtsvoll Gefertigte nothgedrungen, Ew, Hochwürden mit Diesem zu belästigen.— Wenn, wie es den frommen Wünsche» auf Erden zu ergehen pflegt, blos unsere Hoffnungen vereitelt, unsere Pläne hier gescheitert waren, so würden wir wahrlich, um nicht gegen die göttliche Vorse¬ *) Cs muß bemerkt werden, daß diese Antwort erfolgte, als schon der Wahlakt beendigt werden sollte. hung zu murren, in stiller Demuth geschwiegen haben, wenn aber das Verdienst und die Bescheidenheit verfolgt und unterdrückt, die Tugend und die Wahrheit verdammt und bekämpft, und die schnöde Falschheit, ruchlose Derläumdnng und sündhafte Arglist den Sieg davon tragen soll, können wir nicht umhin, an Ew. Hochwürden, als unfern göttlichen Fürsten zu appelliren. Um aber unser Anliegen in seiner betrübtesten Bedeutung anschaulich zu machen, möge cs uns erlaubt sein, den ganzen Verlauf der Sache zu berichten: Bei unserer ersten Rabbinerwahl haben sich sämmtliche versammelten Gemeindeglicder verbindlich und verpflichtet gemacht, sich der Mehrzahl anznschließcn und jenen Eandidaten, welcher mit Mehrheit der Stimmen gewählt werden wird, unbedingt und unverbrüchlich zu ihrem Rabbiner anzuerkcnnen. Nachdem nun Herr D. mit überwiegender Mehrheit, ja fast einstimmig gewählt worden ist; so wurde auch seine Wahl, so wie man cs betheuert und angelobt, mit der feierlichsten Weihe und heiligen Eeremonie der welche jedes Individuum im Beisein eines beim Lvc eingelegt hatte, besiegelt und beschlossen. Bei dieser zweiten Wahl waren es fünfzehn Consortcn , die ihrem geleisteten Handeide untreu wurden, die nicht mehr für Herrn D., sondern aus persönlicher Interesse und sonstigen nicht chrenwerthen Nebenabsichten für Herrn F. stimmten. Dies würde jedoch nicht geschadet haben, denn trotz des so langen Ausbleibens der Hatora von Ew. Hochwürden, welches so manches Kopfschütreln und Achselzucken verursachte, vermochte unsere Hinneigung und Anhänglichkeit zu Herrn D. nicht zn erschüttern, und es blieben noch immer 57 Stimmen, eine genug große Majorität, die sich gegen 15 herausstellte. Schon ging der Wahlakt seiner Vollendung entgegen zu, bald wäre die Wahl für Herrn D. beschlossen gewesen; wenn nicht plötzlich der Postbote mit dem so lang ersehnten Briefe erschienen wäre. Die Minorität, welche die Schattenseite des Briefes mit noch grellern Farben verdunkelte, lärmte um so ungestümer und beharrte darauf ihre definitive Anstellung beim Kreisamte zu behaupten, wir konnten daher nichts anderes thun, alS, um für Herrn D. an Zeit zu gewinnen, um eine neue Concurs-Ausschreibung einzuschreiten.

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