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Der treue Zionswächter · 1848-04-04 · 14 (4.4.1848) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
14 (4.4.1848)
Date
1848-04-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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»ZH Ui Dergestalt wurde das Protokoll an das k. k. Kreisaml abgeschickt. Da uns aber die Erfahrung die betrübensten Beispiele gibt, daß bei Aufbürdung eines Rabbiners in unserer Gemeinde nur Zwiespalt nnd Zerrüttung, Mißgunst und Rachsucht, Unheil und Feindseligkeit wüthen würden, so bitten wir Ew. Hochwürden inbrünstig, das Werkzeug der göttlichen Barmherzigkeit sein zu wollen und uns mit Rath und That zu Hülfe zu kommen. (Folgen die Unterschriften.) (Fortsetzung felgt.) Prcusten Thor». Der Bau unserer neuen Synagoge ist jetzt vollendet, und so wie ihrem äußeren Style nach, einfach und beher, so ist auch das Innere ein vollendeter Beleg für die religiösen Gesinnungen unserer Gemeinde, da sogar das Almcmar noch in der Mitte der Synagoge sich befindet. Die Einweihung wurde von Dr. Sachs ans Berlin vorgcnommen und die betreffende Einwcibungsrede von allen Zuhörern bewundert. Zugleich wurde hier ein civp.i o'z gegründet, welches nach dem Namen unseres kurz vor der Einweihung verstorbenen Rabbincngenannt wurde. In gedachtem v'cn werden tagtäglich von bewanderten und gelehrten Talmudisicn regelmäßige Talmud-VorlcsunLen gehalten, am Sabbath nicht minder aus cwl? und ' c->. Zwar ^wurden von einigen Neuerern es versucht einen Prediger der modernen Schule hier anzustcllen, doch der Versuch scheiterte an den entschiedenen Gesinnungen der religiösen Majorität, und wurde endlich Dr. Krakauer als Prediger, Volkslehrer n. erwählt, nicht aber als Rabbiner. Das aber wurde dem älteren dem gelehrten Herrn H. Kalischer übergeben und im Eontract noch ausdrücklich bemerkt, daß der genannte Prediger im Eultnswesen nicht die geringste Abänderung ohne Zustimmung des älteren des Herrn KI, so wie des Herrn Goldschmidt von hier, vornehmen dürfe. So hoffen wir, daß der Friede in unserer Gemeinde hergestellt und hinlänglich gesichert sei. Hannover. Harburg. W. Hr. Red., Sie verzeihen, wenn ich Ihnen erst jetzt in der M.schen Sache das Weitere mittheilen kann. Nachdem der Hr. Tr. Meyer am 6. v. M. hier abgereist war, erhielt der M. schon am 7. v. M. durch das Stadtgericht dahier die Vorladung, am Io. bei 2 Thalern Strafe in Hannover vor dem Laudrabbincr zu erscheinen, welches derselbe aber ablchnte, da er ja nicht wußte, waö er dort solle. Zuvor muß ich jedoch bemerken, daß der M. schon am 6. Morgens dem Laudrabbiner geschrieben, und sich wegen seines Betragens entschuldigt har, worauf ihm aber der Herr Dr. nur geantwortet, daß wegen seines, M's Betragens und der Dringlichkeit der Sache das Nöthige der hiesigen Behörde zugegangen und auch von dieser wvl schon ihm mitgetheilt worden wäre. Auf obige Einrede des M. nun, daß er nicht wiffe, waS er in Hannover solle, wurde ihm von Tr. M. km z aiigezeigt, daß es die Nichtbeschneidung seines Sohnes beträfe, und daß ihn der Herr Dr. am 15. in Hannover erwarte. Jetzt mußte der gute Mann nun hin, soll aber dem Herrn Dr., der nochmals die Sache in Güte zu beendigen gedachte, und dem M. Beweise aus der heiligen?-».-> sein sündhaftes Betragen und seine darauf zu erwartende Strafe deutlich genug erklärt hat, so geantwortet haben, daß der 1'andrabbiuer zu keinem Ziele kommen konnte. Unter andern Redensarten soll er gesagt haben: Wenn man ihn dränge und treibe, ließe er sich mit seiner ganzen Familie taufen! — und ferner, als ihm der Hr. Dr. das darauf fallende M2 erklärte: er wolle sogleich seinen Austritt aus der Gemeinde selbst quittiren, dann brauche er keine Beiträge mehr zu zahlen und Aehnliches mehr. Daß der Herr Dr. Meyer die Sache weiter verfolgen wird, so wie nicht minder, daß die Regierung von den freisinnigsten Principicu ausgehend, zwar den Vater keineswegs znr Beschneidnng, aber so wenig die jüdische Gemeinde zwingen wird, ein Mitglied unter sick aufzunehmeu, das aus religiösen Gewissens-Rücksichten nicht als Mitglied betrachtet werden kann, davon sind wir fest überzeugt^ Doch wir werden sehen.

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