Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 14 (4.4.1848)
- Date
- 1848-04-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Daß der Eitzen,»uh oder die Habsucht eine reichhaltige Quelle des Zankes und der Zwietracht uuter den Menschen ist, bedarf fast keiner Erklärung. Wie ist es aber möglich, daß Z-raeiiren wegen Verschiedenheit der Anstchren und Meinungen über religiöse und gottesdienstliche Einrichtungen sich gegenseitig anfeindcn und hassen können, da doch der Talmud uns die Einigkeit und liebevolle Eintrachr, die zwischen den Schulen der Schamai und bet Hilcl herrschte, zum Muster aufstellt? 735,1) 1^» löst c"3 v*vst stö»?'c) stc^n c'z ,v:v3 stö;'3'c2v löst»;«ö2V löst 3vst3L 7M 2-^ö 23 732'3 5>V3, 2ÜNL ^7vöö . . . L'3V wst 2'öc2) ppst2, obzwar die Schulen des Schamai und des Hilei oft ,n der Auslegung der wichtigsten heiligste» Gesetze gecheilrer Meinung waren, so daß der, welcher z. B. wie Diese handelte, nach der Lehre der Andern die Todesstrafe verdiente; dennoch verschwägerten sie sich und zeigten überhaupt gegemeirig alle Art Liebe und Freundschaft. Aber leider finden wir diese Liebe und Eintracht nicht allgemein unter unfern Glaubensgenossen; woran liegt die Schuld? Wol meir stens daran, daß viele aus Unwissenheit dagegen sündigen, sie wissen es nicht welche hohe Wichtigkeit unsere 7>ci7p.-) v-rv diesen gesellschaftlichen Pflichten 73c mör, '131^ 27h, beilegt. — Es gehört daher vorzüglich zur Amtspflicht des Religionslehrers, des Rabbiners, daß er durch Worte und Beispiele und mir aller Kraft des Geistes und der Beredsamkeit, die ihm von Gott gegeben ward, der feiner Leitung anvertrauten Gemeinde, diese heiligen Pflichten rief ins Herz zu präge». Wenn nun der Bockslehrer auf solche Weife die Palme des Friedens und der Bruderliebe in seiner Gemeinde aufpflanzr, daß sie herrliche Früchte trägt, die Gon und die Mensche» erfreuen, dann erfüllt' er in einer dritten Beziehung feinen Beruf, vöwr 2»öc2'33p i?»/,, die Schüler der Weifen vermehren den Frieden in der Welt. — Das Wort Gvrree, dem er im Volke Eingang verschaffen soll, erleuchte und erwärme fie, bis daß sie Alle beseelt sind von einem und demselben Geiste und Alle gehen einen und demselben Weg, auf dem ihnen er selbst, der BolkSlehrer vvrgehen strll, den Weg der Gottesfurcht uuv Weisheit, zum Heile uud zur Seligkeit. Die Rabbiner und Vokkslehrer werden bloS p'57, Schüler der Weifen und nicht v'vTN. Weife genannt, weil unsere Lehrer im Talmud hiermit eine der wichtigsten Tugenden und Eigenschaften, die dem Rabbiner nicht fehlen darf, andenken wollten. Diese Tugend heißt Bescheidenheit. Wenn der Rabbiner noch so hochgelehrt, vollgepropft mit Schätzen der Wissenschaft und Kenntnisse ist; so darf er sich dennoch nicht berechtigt halten, den Namen vrn. Weiser sich beizulegen, sondern er muß sich btoS als als Schüler der Weisen betrachten, dem zu seiner Vollendung noch sehr viel zu lernen übrig bleibt. Die religiöse Kennrniß, die die heilige Schrift recht 2v2», Weisheit nennt, ist ein unergründliches Meer cj'v 2t,ö;'stc v'v, wenn wir tausend Zakre auf Erden lebten, in emsiger Erforschung der Weisheit, wir hätten der Erkennrniß GorreS nicht erschöpft, sondern blos die Anfangsgründe davon erworben. Wie sehr muß bei dieser Bettacbr.ng jeder Rabbiner den Düukel fahren lassen — als sei er vollkommen ,n seinem Fache, als besäße er Tüchtigkeit nnd Geschicklichkeit genug in seinem Amte, das unergründliche Wort Gottes in seiner Reinheit und Klarheit zu lehren und zu verbreiten, gehörig voczustehen und seine Stelle ganz auszufüllen! Solcher Hochmurh und solche Selbstgefälligkeit waren einem Religion-- und Tugrndlehrer sehr unwürdig, und er könnte bei solcher Denkungsart in seinem Berufe nur sehr Mittelmäßiges leisten. Mit recht nennt daher unser Text die Rabbiner und Volkslehrer blve n'/,, Schüler der Weisen, weil sie selbst sich blos für solche halten müssen. Metrische Bibelübersetzung. . 'V »'3 — 2^3 7>'2L' Suchet, suchet, denn z» finden, «Eure Wege find von meinen So ist Gott euch nah'! 'Niemals ihr gelernt. Seinen Weg verlaß auf immer Zeder Bösewicht. -Wie vom Himmel Schnee Und der Frevler handle uünmcr und Regen Gegen feine Pflicht. «Auf die Erde fällt: Mög' zurück in Buße kehren »Brod der ganzen Welt. Wieder zu dem Herrn, Gott wird sein Gebet erhören, Zhm verzeihe» gern! «So das Wort aus meinem Munde «Die Gedanken welch' ich hege „Kehrt nicht leer Mrk. «Sind die euren nicht. »Sondern bringt in schneller «Nie betrat ich eure Wege.« Kunde So der Ew'ge spricht. »Meiner Sendung Glück»