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Der treue Zionswächter · 1848-04-04 · 14 (4.4.1848) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
14 (4.4.1848)
Date
1848-04-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Es ist daher nochwendig, daß wir recht oft das Wort Gottes nnd die heiligen Lehren der Religion ein» dringlich und nachdrücklich vertragen hören, damit wir ste unserm Gemüche tiefer einvrägen, und aus dieser Quelle des Heile, Trost und Beruhigung, Much und auch Stärke zum Kampfe mir der äußern Welt schöpfen, und unser Vertrauen auf Gorr immer fester same Weise zu verbreiten? wem Anders, als dem Vo kslehrer und Rabbiner? Sein heiliger ernster Beruf ist cs, nach allen Richtungen wohrn sein Einfluß sich erstreckt, eine religiöse Gesinnung zu erzeugen und zu befestigen, durch öffentliche Belehrung und erhabene Auslegung des göttlichen Wirres, den Zweifelnden zu überzeugen, den Unwissenden zu belehren, den Schwa» chen zu kräftigen, den Verzagten zu trösten, nnd Allen die Segnungen und Tröstungen der Religion zu spenden, die unfern Geist beflügeln sotten, sich. emporzuheben über die Leiden und Scharren der Erde zu jenen Lichtenhöhen des Gokresverrranens upd der Zuversicht, von welchem aus wir auf das gelobte Land, des uns bevor» sichenden ewigen Lebens Hinblicken. Die Volkslehrer und Rabbiner sollen Seelenärzre sein, mit dem Frieden, den die Religion gewährt, Seelen- und HerzenSwunden zu heilen, und in dem Worte Gottes einen Valiam zu reichen, der nicht von-der Erde, der aus Himmelsregionen niederrraufelt. Zn diesem Sinne heisst eS 2'5?p n"r> die Schüler der Weisen (d. h ) die Volks- und Neligionslehrer vermehren den Frieden in der Welt, nämlich den Frieden der Menschen mir Gott, II. Der zweite Art Friede, den die Religionslehrer befördern und verbreiten sollen, ,st Friede mit uns selbst, c?:i 2>öe. Der Mensch bestehr aus einem Körper und aus einer Seele. Beide sind auf eine uns unbegreifliche Weise verbunden und verwebt, sind aber entgegengesetzte Wesen. Der Körper verlangt daS Angenehme, äußere und vergängliche Güter, der Geist hingegen will das sitttlich - Gute und Wahre, innere und unvergängliche Güter. Der körperliche Trieb will Sinnengenuß. Reichrhum und Ehre. Die Seele hingegen strebt nach Goneserkenntniß und Frömmigkeit, nach sittlicher Gediegenheit und Heiligkeit, sie will Saaten streuen, deren Früchte sie im himmlischen ewigen Leben ernten wird. Wer daS Sinnliche dem Uebersinnlicken, das Irdische dem Himmlischen, das Leibliche dem Geistigen unterwirft und unrerordner, der genießt den inner» Frieden zwischen Körper und Geist, denn, wenn der Geist dem Irdischen den Sieg entwunden hat, so herrscht er ruhig, und Einheit, Friede und innere Seligkeit ziehen in des Menschen Gemürh ein. Wer aber dem Körper ein Ueberqewichr über den Geist einräumr, wo der Ge,st im Schlamme deS Irdischen versunken ist, und der Mensch, in den schmutzige» Gängen der Lust und des eitlen Weltlebens sich hernmtreibr, ohne an den Himmel zu denken, sür den er geboren, an die Tugend, für die er geschaffen, an die Unsterblichkeit, zu welcher sem göttlicher Geist berufen ist, — da herrscht kein innerer Friede, 'N'hö z-> 2'öc, sagt der Psalmist. reichen Frieden empfinden, die dein Gesetz lieben. Die göttliche Gesetzgebung, die uns lehrt, wie wir im Irdischen wandeln, daS Leben heiligen sollen, durch Neligiosirär und Sittenreinheir, die heilige Religion, die uns hierzu die Anleitung und Anweisung gibt, gewährt und erhält uns den iunern Frieden zwischen Körper und Geist. Wenn nun die Religion der Lebensbaum ist. auf dem die segensreiche Frucht des innern Friedens m,c sich selbst am herrlichsten gedeihet, so sind diereui^en, deren Beruf eS ist. diesen Baum Gottes zu pflegen und zu warten; Srilrer, Beförderer und Verbreiter dieses Friedens, und in dieser zweiten Beziehung heißr es 2öws 2'öc T'S'w n"o, die Schüler der Weisen, die Religion»- und Volkslehrer vermehren den innern Frieden des Menschen, der selbst eine Welt im kleinen, 2:^ >v? »st. Ul- Wir kommen endlich zu der dritten Beziehung, in welcher die BolkSlehrer Verbreiter des Friedens sind, nämlich des äußern Friedens mit den Nebenmenschen, Wenn wir den Quellen aller Zwistigkeiten und Streitigkeiten unter den Renschen nachspürsn, so könne» wir folgende drei nennen: Meinungsverschiedenheit. Eigennutz und Ehrsucht. Wie oft emstehen nicht Feiudscligkeiren unter verschiedenen Religionsparreien, unter Alt- und Neuglänbigen, unter Gelehrten über verschiedene Ansichten und Lehrsätze und dergleichen mehr.

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