Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1848-03-21 · 12 (21.3.1848) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
12 (21.3.1848)
Date
1848-03-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2625941-2626200-2626213--1336-2628960
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Moral gerne annehmen, liebevoll gegen jeden Menschen, folgsam den Gesetzen des Landes sein. So a''cr manches Alrchrwürdige verletzt, manches Theuere nur Gleichgültigkeit betrachtet, derSamen der Zwietracht und Uneinigkeit unter die sonst so friedlichen Gemeinden auegestreuet, wird die edelste Lehre vcrmünen Menschenliebe brüderliche Verkettung, friedliche Vereinigung Dewahrnng der Gesetze und Förderung der Interessen des Landes in weit höherem Grade vorherrschend sind, ajS iy denjenigen, wo die Reform schon ihre Fahne aufgrschiag-n hat?. Doch ich will meinem Principe treu bleiben und in SpeciclleS mich nicht einlassen. Das war die Ansicht des Pariser Sanhedrins, als sie genannte Fragen nur lakonisch mir den Worten beantworteten', die Art der Nabbinerwahl ist nicht bestimmt, und auch nicht überall gleich, sie werden mristcntheils von den zur Gemeinde gehörenden Fa' milicnvärern nach Sümmenmehrheir gewählt. Denn nur unbeschrankte Wahl der Gemeinde, freie Bestimmung ihres Oberhauptes giebt sichere Garantie für die stete Anhänglichkeit, für die Liebe seiner Schüler, die fernen gewünschten Forderungen, seinen moralischen Anlagen mit allen Kräften zuvorkommen werden. Doch Herausgeber dieses Proschürchens genügt sich nicht mit dieser Erklärung. Der edle Stamm der Orthodoxie, der seine Zweige nach den meisten Gegenden Ungarns wohlthuend verbreitet, die vorhcrrslende Liebe zum streng religiösen Nabb.niemus, die sich, in vielen Gegenden dieses Landes geltend gemach», befreundet sich mir seinen Ansichten nicht. Er fordert einen großen Grad der Bildung, Aseignuug mehrerer Sprachen als Basis rabbiuischer Fähigkeiten und hebt als Argument die Volkserziehnug hervor mit den Worten : Von diesem Gesichtspunkte sich bewegend, daß in unterm Zeitalter die Rabbiner nicht Richter, sondern Volkskehrer fein müssen, und daß der unbewußte Volke, lehret nur schädlich auf die Ausbildung der Sitten seiner Treuen wirkt, sind in neuerer Zerr in Deutschland Vcrerdvnssgen getroffen worden. Aber auch in Volks, erziehung, in Iugendbildung kann der Fromme weit mehr bewirken, denn aus rein religiöser Pflicht macht er sich's zur heiligen Aufgabe, wahre Tugendlehren m zartes Kindesherz einzupfianzen und sie zu vollkommenen Menschen heranzubilden. Ich könnte mehrere ^emci: beschulen Ungarns mit streng orthodoxer Erziehung als rühmenswerthe Muster ausstellen, doch ich versprach, mich nicht in Spec>elles einzulaffen. geschlichen, so bietet doch die Mehrzahl der unter dem alten Banner Israels sich Versammelnden eine sichere Wehr, daß sie sich nicht allzuweit einschlcicht. Möge»» auch noch »o viele Flugschriften verbreitet, noch so viel pfeilgespitzre Worte umhergeschleudcrk werden, eS wird doch die Orthodoxie das alte ehrwürdige Gebäude verkheidigen und GvkkrS Segen wird über sie walten, daß sie das Vorgenommene aussühren, und dem wahren, reiucn Glauben den Sieg verschaffen werden. Verrriurftiger Rath des einfältigen Schulmeisters. Errheilr dem ernsten Zlvns-Wächter. Nebst einigem Anhängsel. (Fortsetzung.) Erfreuet über diese Nachricht, nicht des Gewinnes, aber der zu erwerbenden Geisteskraft wegen, dankte ich meinem Freunde, eilte nach Hause, um gleich an den Versuch micy zu machen, auch ohne das ermeldere Buch erst zu kaufen; denn ich dachte: Den baierischen Thaler kannst du sparen, kalkulirenb, daß doch dein Kopf nicht den Umfang des Heidelberger Fasses hat; so tappst du halt so lange auf ihm herum, bis du den rechten Flecken gefunden hast. Gedacht, gethan! Zu Hause angekommen, sagte ich zu meiner lieben Ehefrau: „Meine Liebe! Freund M. har mich etwas gelehrt, wodurch ich ein ganz andrer Mensch werden werde. Ich will auch gleich an das Geschäft gehen. Aber dazu muß ich Ruhe und Stille haben, und ich werde mich deshalb in das Nebenzimmer begehen, und du, meine Liebe, wirst sorgen, daß weder die lieben Kinder noch irgend Jemand störe. DieS ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.