Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 11 (14.3.1848)
- Date
- 1848-03-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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allein hervor, die religiöse ist fast ganz in den Hintergrund gedrängt. Eine Wohlrkätigkeitestifrung für rein religiöse Zwecke, wie sie so wahrhaft jüdischwie unsere Vorfahren, kaum eine andere kannten, sie »st jttzt mehr als Seltenheit geworben, kaum noch denkbar. Dahingegen wendet sich jetzt der gan-e Zug der Wohlthätig-, kei säußerung der Richtung zu, der die Heilung fremder Wunden, aber zugleich im Interesse der eigenen Gesundheit will. Alle jene Vereine und Verbindungen zur Abhülfe, zur Linderung irgendwelcher gesellschafrlir cher Mangel und Gebrechen, was bezwecken sie heutigen -Tages Anderes, als entweder uns den Anblick des man: nigfachsten Elends in seinernackrcn Gestalt zu verbergen, oder mehr noch jene Schaden und Mängel zu verbessern, und auszugleichen, weil wir dadurch unsere eigenen Zustande verbessern, von denen j-ne nur ein-Theil, die auf dieselben aus das Entschiedenste influiren? Unsere heurige humane Wohllhätigkeir ist bei Weitem nicht so sehr uninlercssirr, als es die rein religiöse unserer Altvordern war; ja mehr noch, wie bereits gezeigt, die Wvhlrkärigke«rsäußerung unserer Zeit negirk jogar und bekämpft, jene rein religiösjüdische. Läßt sich nun freilich dagegen nichts einwendcn, daß eine durch Selbst: thärigkeir geschaffene Hülfe, einem trägen, passiven Sich: unrerstützen-Laffen unbedingt vvrzuziehen> daß Gelegcnheitgeben zur Arbeit und zum Selbsterwerb die beste, wenigstens für unsere Zeit angemessenste Art der Wohllhätigkeir sei, schätzt unser Zudenthum den von den Mühen seiner Hände Lebenden so überaus hoch', erlaubt sogar gar Manches und Wichtiges, um Fremder Almosen entbehrlich zu machen, so darf nichtsdestoweniger jener egoistische, inrerresfirre Charakter der Wohl thäligkeir nicht maaßgebend, barf uoch weniger der reinereligiöse durch ihn verdrängt werben. Nur in der Vereinigung Beider ist eine Ausgleichung der religiösen und Zeirinrercffcn denkbar, und wie die Religion gerne jenes humane Streben anerkennr, zu unterstützen bereit sein muß. eben sosehr läßt es sich auch erwarten, daß das Humane durch den Stempel der Religion wahrhaft gcweihcr, nicht ferner zur Bekämpfung jener durchaus religiösen Wohlrharigkeir, wo von Interesse doch nie die Rcde sein kann, selbstsüchtig sich hingeben werde. Diese Vereinigung aber nicht nur anzubahnen, vielmehr sogar sie durch das' Leben zur wahren Praxis zn erheben es ist dies Nicht die geringste Aufgabe des Wirkens orthodoxer Rabbinen. (Beschluß folgt) Die jüdische« Glaubensqrundsätze. Aufgestellt übertragen von Leopold Löw Rabbiner zu Papa. B eu rt b eil t von I. Berenfeld. Unter diesem Titel erschien im Januar d. Z. ein Droschürchen, dessen Aufgabe, die i. Z. 1806 durch daS Pariser. Sanhedrirr ausgestellten Grundsätze ins Ungarische zu übertragen, ud den dieser Sprache huldigenden Patrioten mir Bereicherung einiger Noten deö Herausgebers vorzulegen. Der Geist des Menschen, die moralische Richtung seiner Ideen sind unbesiegbare Elemente, die von keinem künstlichen Damme der Verstellungskunst, von keinem Schranken der. täuschendsten Hypoktisir, in ihren» Laufe gehemmt werden können. Der angcschwollene Strom der eingehängten Meinungen d.r mir seinen Fluchen alle Stadien des Herzens bcfruchter, iäßr sich von keinem Nebel verhüllen, von kemer Dunkelheit verbergen, duldet, nicht die Fessel geketteter Zurückgezogenheit, dir- Eisenbande strenger Verfchwicgenheir. Jedes gesprochene Worr trägt das Gepräge innerer Ansichten, jeder Federzug verräch die unerförfchlichen Gedanken. Diese sich allgemeiw bewährende Ansicht bestätigt auch das von uns besprochene Merkchen, denn wie sich auch Herausgeber-bemühe^ in den Anmerkungen seine eigenen Principien zw verbergen, und nur die Meinungen anderer ihm gefälligen Ansichten anführr, wird, doch jeder» Heüdenkenbe. unrer. dem Mantel verkleideter Worte, unter der Hülle verborgener Meinungen, dM eigene System) diet gMbköw Araximen deutlichersehen k-«ne«i/ So saM.brr- Vers. in einer Anmerkung No. 6, Seite Ich^,^ln.ter djeserBenennung, wie überhaupt in der Macht und Würde, welche sich die Pariser Synode einznrignen ermuthigte, liegen viel talmudwidrige Etneuerungieü verborgen, die Mitglieder dieser Synode aber sind in dieser Hinsicht vom Talmud abgewichen, die sittliche Bildung. ihrer Treuen, die Entwickelung der Gesellschaft und ihre bürgerliche Erhebung höher schätzend, als die engherzigen Bestimmungen der Cäsuisten." Diese Lieblingsidee aller Neuerer. diese GeisteSfrucht der Reformer, diese gerne gelrendmachende Meinung, daß der Genuß zeitlicher Vortheile, die Vergrößerung des Wohlstandes, wichtiger als der Ausspruch fankrionirter Gesetze; die Erhebung des socialen Zustandes, die Erhaltung mehrerer Rechte,