Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 10 (7.3.1848)
- Date
- 1848-03-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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als Mittel zur Amafgamirung, zur Anfgebung des jüdisch Religiösen, zur Förderung socialistischcr und cvmmunisiischer Ideen gesucht und angewandt. In diesem Sinne freilich können 6e nicht ferner ans Anerkennung, Unterstützung Seitens des religiösen Iudcnchume rech; neu, ist dieses vielmehr verpflichtet, gegen so entartete, gennßbrauchte Institute auf bas Entschiedenste zuckampfen. Die Zeit fordert bringend ernstliche Abhülfe der sxialcn Mängel unserer Gejellswafrezustände, will dem nm stch greifnrben Proletariat« wirksam entgegentreten, erstrebt Hebung und Kräftigung der arbeitenden Klasse vorzüglich durch Seibsihülfe und Selbstthär tigkeir. Auf jüdische Zustande übertragen soll dem Wucher, soll dem Handel im Allgemeinen Gränzen geletzt, soll die übermäßige Wohlthärigkeit, die dadurch, daß sie den, dem sie gespendet wird, der Sclbstrhätigkeit entwöhnt, ihn dem schädlichsten Müisizqange in die Arme führt, bei Weitem mehr schadet als nützt, beschränk?, ihr wenigstens ersprießlichere Wege zu segensvvllem Wirken angczeigt werden. Wir erkennen diese Mängel,a», sind zur Abhülfe derselben gerne erbötig — doch darf diese Abhülse nicht auf Kosten der Religion gefordert werden. Man spricht so viel von einem nicht zu läuguenben Zwiespalt zwischen Arbeit und Iudenthum, stellt diese beiden Momente als so seiudselig, sich einander negircnd hin. einzig und allein um die Menge .glauben zu machen, beide können nicht immer nebeneinander bestehen, sondern eS müsse Eines um den Preis des Andern erkauft werden« Allein bei näherem Lichte und genauer betrachtet, zeigt es sich bald, wie von einem Mißverhältnisse zwischen Zudenthum und Arbeit so wenig die Rede sein kann, wie etwa von einem Mißverhältnisse zwischen Iudenthum und Leben überhaupt. Die jüdische Religion legt ihren Bekennern manch« Verpflichtungen, Vorschriften ob, fordert wan ihnen Opfer, Beschränkungen und Entbehrungen mannigfacher Art. Der wahrhafte, von feiner Religion durchdrungene, ,von ihrem Werche durchglühete Jude, ersieht aber in diesen Auflagen und Entbehrungen, nur insofern Beschränk»irgen, als gerade diese «s sind, die der wahrhaften geistigen Freiheit entgegrnfühkAN. Mäßigung, Selbstbeschränkung galten von scher als die unentbehrlichsten Bedingniffe zur Erlangung wahrer Freiheit,, achter Tugend, das Zudenrhum als Inbegriff der reinsten Gotteserkennrniß, fordert irdische Beschränkung nis Preis geistiger Freiheit. Damit das chierssche Leben in uns stets in seiner untergeordneten Stellung verharre, damit es nicht auf Kosten unseres besseren Zch's übermürhig und allgewaltig werde, jenes lyrannisirend und unterjochend sich selbst der Oberherrschaft bemächtigend, deshalb weist das Gesammtleben den Juden darauf hin, bis zu den kleinsten und unbedeutendsten Vorkommnissen des Lebens hier zu beschränken, zu entbehren, zu opfern, dorr zu geben, zu rhun, sich aufzubürden. Und wenn unsere Kraft erstarket, wenn unser Fleiß gesegnet, wenn daS Handewerk emporblühet, wenn Unser die Kraft, Unser den Fleiß wir wähnen, dann tritt die Religion mäßigend und beschränkend hinzu: „Wisse, daß nicht Deine Kraft dies vollbrach', daß Er vielmehr cs ist, der Stärke Dir verliehen. Halte ein den zu regen Eifer, mäßig« Dein zu rasches Erjagen, ruhe und — denke. Me Biel, wie Wenig Dir beschirdrn, das Maaß ruhet nicht in Deiner, es ruhet in der Hand Dessen, Dessen Hauch der Welten Geschicke leirer und bewegt." Und noch behauptet Ihr: Iudenthum und Arbeit könnten nicht nebeneinander bestehen? Und weshalb? Weil der Sabbat «in Einstellen der Arbeit fordert, weil dem jüdischen Lehrlinge der uichriüdische Tisch verboten, weil auch der Handwerker, der Arbeiter verpflichtet ist, die vorgesch.riebcnen .Gebetstunden immer zu halten? Das sind aber nur einzelne, wen» auch wesentliche Momente im jüdischen Lebrn, wie wir aber gezeigt, beruhet das Gesammtleben des Juden, auf solchen Beschränkungen unseres leiblichen Interesses, zum Nutzen und Frommen unseres wahrhaften, geistigen. Das orthodox« Iudenthum soll Arbeit, weil die Religion selbst sie ihm anempfiehlt , will 1»e jetzt um so mehr, weil 4Uch die Zeit sie dringend erheischt, kann sie, weil rrcrrer Glaube, -innige ReligiorrsAnhänglichkeit da nicht Beschränkungen sicht, wo er Mittel heilsamer Freiheit ahnet. Deshalb also Ihr treuen Wächter des wahrhaften Zu-denchums, seid nicht lässig in Unterstützung der Arbeit! Kämpfer allerdings, wie bisher. Unverhohlen gegen religionsfeindliche Tendenzen, die man so gerne mir der Arbeit zu verknüpfen, durch sie zu erreichen suclxt «bedenket aber, baß andrerseits in der Arbeit an und für sich selbst der Religion ein mächtiger Hebel erstehet, der im Kampfe mit den Interessen der Zeit Euch wesentliche Dienste leisten kann. Vor Allem aber ssachu an die Flamme des wahren Glaubens, daß sie mächtig erjvarme die treuen Herzen Israels, daß sie sie befähige, zu erfassen und zu bechätigen jene heiligen Wahrheiten der Gotkesreligion,