Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 9 (28.2.1848)
- Date
- 1848-02-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Menschenverstand zuvörderst zur Unvernunft gestempelt werden. Sprechen wir es unverhohlen auS, es giebt E'gcltthümtichkeitcn, Befonderheilcn, nicht zufällige, nein! durch höhere göttliche Fügung unk beigelegre, durch deren Angeborenst««, mir kaum zu gedenkenden Ausnahmen, l i: Vorsehung uns g e«>'s m einen besondern Weg vorgezeickner, ein besonderes Terrain angewiesen har. Dem Fürstensohne in der Wiege ihm har die Gnate der Geburt Rechte besiimmr, die außer ihm keinem Andern zukommen, Rechre, die unveräusserlich, eigene Bestimmung ihm vo> schreiben; dem Manne. ,hm wohner durch Geburt Kraft inne. die Raye, sie besiimmr einen gewissen Grad von Geisiekfähiakeir, und nur die Religion, die höchste Lebcnkpvtenz der ganzen Menschheit, sie sollte nicht eine Besonderheit begründen dürfen, durch die Grburr. in ihr sollren nicht unveräußerliche Rechte und Pflichten gegeben sein. Die Natur, das Universum es kennt kein „All" als Begriff des Allgemeinen, Universellen; ein Begriff, der nur dem Ewigen und Göttlichen zuköumr. Deshalb erkennen wir denn auch eine jüdische Besonderheit an, eine Besonderheit, auf die uns die göttliche Vorsehung hingewicsen, eine Besonderheit die unveräußerlich, freiwillig von uns nie und nimmer abgelegt werden kann. Der geborene Zude kann und soll nichts Anderes als Jude sein, und damit er sei, ganz sei, muß er als Jude muß er zum Juden unterrichtet werden. Weg also mir jener schalen, verflachenden Neligionsmengerei, deren Endziel die gänzliche Läugnung, das absolute Nichts «si. Man rausche sich nicht, als ob durch vieles gewaltsame unr und widernatürliche Niederdrücken alles Besonderen Etwas gewonnen, als ob unter solcher Aegide Haß und Vorurcheile desto eher schwinden würden. Ganz und gar nicht. Die Gesammtnatnr, das menschliche Leben, sie sind viel zu sehr mir Widersprüchen, Gegensätzen angcfüllr. können ohne solche so Unduldsamkeit, der Gehässigkeit und Feindschaft das Wort geredet haben; damit wollen wir nicht sie mehr noch vertiefen, die Kluft, die ohnedies zwischen Bruder und Bruder bestehet; noch giebk es ein edleres, viel bewährteres Mittel, rin Mittel, das nicht gegen die Religion verstößt, von derselben virlmehr dringend und gelegentlichst anempfohlen wird und dieses Mittel es ist kein AndertS, als — gegenseitige Achtung. Seid Zhr im Stande, diese^fürEüch zu fördern, berechtige, sie von Euren Gegnern zu erzwingen, dann bedürft Zhr wahrlich der S«mulransckulcn nicht ferner und der in der Confcssionkschule gebildete, seiner Religion strengstens anhänqende Jude oder Christ wird einander sich lieben lernen, weil er sich gegenseitig achten muß. Dahin aber ist und muß unser, d. h. der wahrhaft sromf men. strenggläubigen, orthodoxen Juden ganzes und ernsthaftestes Streben gerichtet sein. Wir wollen nicht aufgeben, vielmehr festhälten an der Religion, der wir durch Geburt angchören, wir wollen nicht nur einen buchstäblichen Neligionsvielmehr einen allgemeinen religiösen Unterricht, unsere Gesammrbildung. unsere Erziehung, sie fuße in der specielien Religion, werde durchdrungen werde überall gleichmäßig erwärmt durch die sonnenhellen Strahlen derselben. Das Kind lerne, wisse von Zugend auf, daß die höchste Lebensbesiimmung ihm der Zude sei, eine Bestimmung, die umfassend genug, daß auch der „Mensch" in derselben seine volle Anwendung, seine ganze Bedeutung finde. Zede Tugendfür die Zhr des Kindes empfängliches Gcmü.h beleben, jedes Laster, das Zhr von seinem reinen Herzen ferne halten wollt, das Zudenthum bilde ihm Spiegel nnd Abglanz für das Andere. Lehrer es, die Menschheit als Mirgeschöpfe achten und lieben, die Zudenheir sogar noch als Bruder, und Zhr werdet einen Schatz von Liebe und Tugend in sein unschuldiges Herz niederlegen, der in tausendfach ergiebiger Saat Eure Mühe lohnen wird. So fassen W i r unsere Religion?-, jüd. Confessioneschulen auf. und es bedarf demnach keines ferneren Wortes der Begründung mehr, weshalb die Schule dem orthodoxen Zubcnthume, rcpräscnrirr durch wahrhaft 'gläubige Rabbiner- Schwerpunkt des Gesammwirkens fei/ Humanität und Glauben, Bildung und Religion soll vereint hier erstrebt werden, daß die Vereinigung möglich, daß sie im Znreresse der Menschheit wie deS Zubenthüms allein möglich, hat die Erfahrung hinlänglich bewahrt. Wir stehen an Wissenschaft, wir stehen an Tugend den aufgeklärtesten Socialisttn nicht nach, unsere Zugend ist an Geist Hd Herz so gesund, wie die irgend einer religiösen Genossenschaft, unsere Männer, unsere Greise sind so kräftig, so rreu und so weise wie die, die mit und um uns leben. Wir schätzen sie, diese Schulen, die uns die