Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 8 (22.2.1848)
- Date
- 1848-02-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2625941-2626200-2626209--1303-2628923- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
rigen zu sehn, und zugleich seine Freude seiner Unglücksfälle wegen, denn wären Esel, Hahn und Lampe a»n Leben geblieben, so hätte ersterer mit seinem Wiehern, mittlerer mit seinem Krähen und letztere mit ihren hell leuchtenden Strahlen, ihn sammt seinen Ruhpunkt verräthe«. Er erzählte darauf den Leuten all seine Abentheuer Und schloß mit den Worten: „Alles vom Himmel Beschiedene ist von guten Folgen." (Berach. 9. Abschn.) ZeitUUgsrrachrichte«. Mecklenburg Schwerin. Das hat unserm Landesrabbiner noch gefehlt. Zurückgewieseu mit seinem Rabbinatscrlasse von allen Denen, in deren Busen sich noch ein Fünkchen jüdischen Blutes und Geistes regt, verurtheilt und ob seiner Unwissenheit an den Pranger gestellt von dem gelehrten Professor der Landesuniversität, getadelt selbst von der unparteiischsten christlichen Landesbevölkerung, blieb ihm nur der Eine Trost, sich wenigstens der Zufriedenheit der wenigen Gleichgesinnten, vor Allem des Herrn und Meisters, weiland Vorgängers, zu erfreuen zu haben. Aber wie bacte er sich verrechnet, der arme Schächer! KömMt da der gelehrte Rabbiner der Rcfvrmgeuossen v. v., läßt sich in seinem neuen officicllen Moniteur, Israelit genannt, anfangs zwar mittelmäßig lobend, am Ende aber nachdrücklich verweisend und tadelnd vernehmen, wirft dem gelehrigen Schüler und Nachbeter, selbst Delitzsch gegenüber vor, wie er geirrt, und in ein verfängliches Dilemma sich gestürzt, klagt ihn des Mangels an Entschiedenheit an, weil er «icht offen ausgesprochen, die BeschNeidung sei bedeutungslos, müsse als überflüssig abgeschafft werden. Das hatte der so gut eingcschulte Nachfolger H.'s von diesem weder erwartet, noch verdient. Und zwar Letzteres, weil er in der That mit H. ganz einverstanden, , nur es noch nicht an der Zeit hält, öffentlich dies anszusprechen, Ersteres weil er für so treues Festhalten an den Prinzipien des MeisterS wenigstens etwas mehr Schonung erwartet hätte, zum Ersatz für den allgemeinen Tadel. Jetzt fühlt der Arme flch gänzlich rath- und hülflvs, und soll ernstlich daran denken. seinen übergroßen Fehler aüf die eine öder andere Weise Wieder äuszuglbichen. Nun, wir werden bäld sehök! Ungarn. PreSburger Briefe» H. Schon manchen hochge'lahrten Pedanten und kunstfertigen RecenseNteN hörte ich über meine Taktlosigkeit und Unerfahren heit lachen, die mich verleiten könnten, diese meine Privätmittheilungen unter dem Titel „Presburger Briefe," und was noch mehr, sogar mit Ordnungszahlen, die eine unbedingte Reihenfolge Nothwendig machen, erscheizu lassen. Erstere, bei denen P. B. allezeit von Presburger Gemeindesachen sprechen müssen, behaupten, man könnte nur in London oder Paris re. reichhaltigen Stoff zum continuirlichen Briefwechsel finden, und vergessen, daß die P. Gemeinde zugleich alle frommen Gemeinden Ungarns repräsentier, daß ferner Börnes Briefe aus Paris am allerwenigsten mit der Hauptstadt Frankreichs sich beschäftigen; die andern wieder, die von den unbedeutendsten Gemeinden schon viel zu schwatzen wissen, meinen, dies könne nur dann geschehen, wenn man das Iudenthum zur Zielscheibe des Spottes macht, und wollen in der Aufdeckung, in der Vergrößerung und in der Uebertreibung jüdischer Mängel den alleinig bcseeligenden Stoff finden, der im Stande wäre, eine Reihe von Correspondenzen möglich zu machen, wie sie auch als kräftiges Beleg die Reformblätter, die ällesammt von solchen ironlsch-sarkastisch-satyrischen Teufeln spucken, anführen. Diese bezeugen nur zu klar, wie sehr sie vom wahren Iudentbume entfernt sind. Wer von der Wahrheit der Sache nicht überzeugt ist, dem muß es schwer fallen, ja sogar unmöglich scheinen, sie dissertircn und Vorträgen zn können, desto leichter wird es ihm sein, sie für absurd zn erkläre» und lächerlich zu machen. 8up!ent! «rit. Diese vielleicht zu lange Einleitung mußte ich vorausschickcn, weil ich diesmal wirklich von der P. Gemeinde abgehen und den jetzigen ungarischen Landtag in wie weit er die Juden iutercssirt, zu meiner Besprechung machen werde. Wie bekannt, fanden die Juden in den zwei letzten Landtagen 1810 und 1811 die eifrigsten