Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 8 (22.2.1848)
- Date
- 1848-02-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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»Ktz 59 W» Harmonie, an, und wenn wir sie schon bei den ein- > fachsten Körpern deutlich wahrnehmen, so ist sie um desto stärker, je zusammengesetzter, je verwickelter die Krane in Eins zusammenschließen. Hier schlummern die verschiedenen Kräsre zweier feindlicher Pole ruhig nebeneinander , da erfreuet uns die thätige Wechselwirkung derselben zur Bildung, dort ist ihr rasches, lebhaftes Eingreifen mir Wahl, das harmonische Verschmelzen ihrer verschiedenen Thärigkeit zur Erhaltung st^'tbar, altedurch das Gesetz der Harmonie. — Dcr Mensch, dieses Amphibion der Körpernnd Geisteswelr. stellt das vollkommenste Bild der göttlichen Harmonie bar. Seine Körperrheile sind sysiemaden Kräfte durch daS Lebensband zusammengcketret, fließen, wenn auch einzeln enrgegenwirkend, doch im Vereine zur Erhaltung desselben in Eins zusammen. Sein aufrechter Gang bezeichnet Würde und Majestät ftcier Wille und Ortsbewegung räumen ihm die Herrschaft ein; Vernunft und Sprache, diese göttlichen Vorrechte, unterwerfen ihm die ganze Schöpfung, und setzen ihn zum Erdengokt ein.. Hier soll er alphystsches sowie als Vernunft - Wesen sich behaupten und seine Eristenz sichern, soll als ErstereS, der weisen und erfahrenen Leitung bedürfend, stets der Vernunft huldigen, und ihrem Befehle, sein Wohl bezweckend, genau und willig Nachkommen; soll als Letztere» stets nach Wahrheit ringen, und die reinsten Begriffe, von feiner Umgebung, von der ganzen Natur und ihrem großen Urheber sich unablässig zu verschaffen, streben, um sein großes» vorgesteckreS Ziel würdigen und selbes durch sein großartiges Ringen mit Heldenkraft erlangen zu können. Bald sost er als Vernunftwesen den Kampf mir den sinnlichen Begierden eingehen, und die Tugend mit dem holden Schwesternamen begrüßen, soll einen weisen Gebrauch aller ihm zu Gebote stehenden Kräfte, eine vernünftige Auswahl aller zu seinem Wohle ihm dargereichten Mittel treffen, um Muster, um Zierde der Schöpfung zu bleiben, bald als geselliges Wesen, da er mit dem Hange zur Gesellschaft geboren. Mir der großen Masse seinesgleichen, der menschlichen Gesellschaft, wovon er ein Zunftglied ist Zusammenleben, muß, die geselligen Tugenden üben, soll nie unerlaubte oder gewalnhätige Eingriffe in die Rechte anderer unternehmen, nie ihre Eintracht, ihre Ruhe stören. Dreifach ist also das schöne harmonische Verhälkniß auf Erden, dreifach windet sich das himm, lische Rosenband um ihn» dreifach ist seine edle Bestimmung. Als geschaffenes Vernunftwesen soll er mir gebildetem Geiste und frommen, herzlichen Gefühlen zur Allmacht sich anfschwingen, in Liebe und Ergeben heit gegen Gott zerfließen, in kindlicher Dankbarkeit für daS erhaltene, mir allen Freuden und Wohlrharen zu gelangen. Allein wie oft fehlt der Mensch, der schwache Erdensohn, wie oft rrubr ein Slurm der Leidenschaften, den klaren Spiegel seiner Seele, aufgeregte, Wild- Begierden verdunkeln ihm den Horizont, das Herz, von Sinneslüsten glühend, der Kopf von thier'scher Wollust erhitzt, kennt er nicht mehr die Stimme der Vernunft, rast in wilden Trieben zügellos dahin, und zerreißt das um ihn geschlungene himmlische Band der Tugend; vom Laster angelockc, härr er auf, Mensch zu jein. seine edle Bestimmung schwindet, seine Wurde sinkt, und sein guter Engel weint.Wer kann nun den gefallenen Menschen wieder aufrichten? Wer ihm den Frieden seiner Seele wiedergeben und das schöne harmonische Verhält,»iß zwischen Gott, ihm und Nebenmenschen wieder Herstellen? Nicht Engel, Seraphim nicht von sinnlichen Begierden und Leidenschaften frei, nur der Mensch kann wieder den Menschen heben, nur der im Sieqeskampfe mit den sinnlichen Anlockungen heldrnmükhig bestandene, durch Aoqmsikion der Tugend und Korrektion des Lasters gottgeweihre Mensch kann a- Volksredner auftreren. Tugend und Sirrenlehre verbreiten, als Menror den unerfahrenen Menschen lenen und den schwachen, den gefallenen heben. Als heiliger Priester der großen und sanften Gottheit strebt er unrrmüder, ihre beseligende Lehre zu ver» künden, als ihr himmlisches Organ die Herzen zur