Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 8 (22.2.1848)
- Date
- 1848-02-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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»M S8 murhe von einer Zerstörung der Religion denken und jvrechcn, Jene durch solche leere Prahlereien sich angsti» gen und ein schüchtern lassen, wenn hier den baldigen Untergang der ewigen Urreligion man höhnend vertun, der, dorr solch' frechem Hohne man nur die geringste Bedeutungbeimifir. Das Menschliche, der Zeit, daS Göttliche gehört der Ewigkeit an! Ist es nun auch keinem Zweifel unterworfen, daß die jüdische Religion als solche dem Andrange einer stürmisch bewegten und aufgeregten Zett hinlänglich gewachsen, daß sie den Kampf mir derselben nicht zu scheuen und dennoch von jenen Einflüssen unberührt, in ursprünglicher Reinheit und Heiligkeit für immerdar bestehen wird, so fragt es sich dennoch von der andern Seite: Har die jüdische Religion jeden Cvnracr mir den Interessen der Zeit zu scheuen, ängstlich zu meiden, oder giebr es nicht von der andern Seite mannigfache und zwar gewichtige und inhalrschwere Interessen der Zeis, die die Religion nicht feindlich berühren, die sogar vernünftig und von geschickter, vor Allem von treuer Hand angewandt, mächtig dazu beitragen könnten, die Interessen der Zeit, mit denen der Religion zu verknüpfen, auf's Engste zu verbinden, mithin beiden einen förderlichen, wesentlichen Liebesdienst zu erweisen? Denn darüber möchte wol kaum ein Zweifel obwalten, daß eine solche Verknüpfung — wir reden natürlich hier nicht von der sogenannten Accomodakion. die in bequemem Aufgeben religiöser Satzungen und Vorschriften die Ausgleichung mit den angeblichen Forderungen der Zeit zu erstreben emühet Ist — zeitlicher mir religiösen Interessen beiden insvlerne nützt, indem sie jenen, der wahren Haltund Bedeutung, diesen einen größeren, erweiterten Kreis verschafft. Versuchen wir es daher, einige der wichtigsten nur den Interessen der Zeir auf das Innigste verknüpfte Momente des GejammrlebenS hervorzuheben, sie ihrer Bedeutung nach zu würdigen, zu erspähen, in welchem Verhältnisse sie zum Zudenrhumc überhaupt stehen, ob besondere das orthodoxe als wahrer Repräsentant des Gesammr- ZudemhumS Ursache habe, sich von ihnen ferne zu halten, oder ob es vielmehr, dieselben ohne Furcht in seinen Kreis hinein;»ziehen, auS denselben für sich und die Gesammlheir neuen Seegen zu schöpfen, neue Früchte zu erzielen vermag. Schule, Arbeit, Woh'.thäligkeir, Verfassung, sie sind die besonder!, Momente, die wir, wenn auch nicht als Inbegriff, doch als wesentlichste, ja als Endpunkte, auf welche die Bestrebungen, die Wünsche der Zctz'zeik Hinzielen, herausheben, an ihnen zeigen und versuchen wollen, wie noch gar manche andere Forderungen der Zeir allerdings mit dem wahrhaften Iudenthume in Einklang, tung, ihre definitive Lösung nicht sowvl in allgemeinen, abstrakten Ideen, als vielmehr in praktischer LebenSthätigkcir finden, da besondere ein kritisches Merkmal unserer bewegten Zeir dann besieht, daß sie Feind dep Theorie, einzig und allein, ja stürmisch oft uns unbedacht auf die Praxis hindrängt, so wollen auch wir zunächst, die praktische Seite dieser Fragen in Erwägung ziehen, personificiren deshalb das Iubenrhum in der Gestalt seiner Neligionslehrer und Rabbiner, und da wir die Ausführbarkeit jener Momrnre im Kreise des orrhodopen Iudenthume als gewiß vorauesetzen, erkennen wir in jenen vier Momenten, die wahrhaften Schwerpunkte des Wirkens orrhoterexRabbiner. Und nun sogleich zur Schul,. (Fortsetzung folgt. — Die Harmonie. Eine Betrachtung v. Dav. Leap. Straffer. Motto. Wie? schuf Gott liefe Uebereinstimmung nicht selbst, Berechnete er ihm nicht den Geist? Und handle nicht treulos an Deine Seele, die Gefährtin Deiner Jugend. (Malawi 2. 15.) Wer mit forschendem Geiste in das Weltall bliest und die heilige Natur in. ihrer Werkstärre belguscdl, gewahrt bald daS wundervolle harmonische Walken derselben, welches sich in den kleinsten Aromen der Schöpfung, wie in dem. größreir Thienvesen. und am meisten bei der Menschenclqsse, dieser schönen Zierde der Scköpfung in himmlischen Züg n aussprichr. Harmonie ist die Seele der Schöpfung, der leuchrenhe, Srern der ganzen Natur, wodurch im reinsten Glanze und mir der klarsten Evidenz die Gottheit mir ihren selbstständigen Attributen, Avweisheir, Allmacht, Allgifte sich zeigt. Gehen wir die Reiche der Natur durch, betrachten wir mit unbefangenem und vorurtheiisfteiem Geiste die Summa aller geschaffenen Dinge, überall lacht uns freundlich dies schöne Himmelszeichen, hie