Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 7 (15.2.1848)
- Date
- 1848-02-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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51 W» Deutschland, waS doch viel sagen will, sondern wurde auch von Zeit zu Zeit erneuert; so daß eine Ansässigmacbung oder auch nur ein längerer Aufenthalt eines Israeliten in diesem Lande säst unmöglich geworden. Indeß scheint es, daß die PrariS von der Härte des Buchstabens manchen Umgang genommen, besonders an Orren, die unmittelbar zur Hofdomaine gehörten. Denn von Freudenthal, das doch alt-würtrembergisch, aber Hofdomaine ist, hörte man nie, daß die Juden geplagt worden wären. Im sechsten und siebenten Lustrum des vor. Jahrhunderts, wo man noch kaum irgendwo in Deutschland anfing die desfallfige Gesetzgebung zu mildern, harre Herzog Karl Alexander einen Juden, Namens Süß Oppenheim aus Franks, a. M. zum Hosagenrcn, aber nach dem unerwarteten Tode dieses Herzogs, wurde, wie bekannt. Oppenheim gefänglich eingczogen und zum Tode verurrheilr, welches Unheil am 4. Fcdr. 1738 auch vollzogen wurde. Diese Zeit liegt uns schon zu fern, als daß man die Ursachen dieses Unheils noch unter dem Volke lebend, vermurhen könnte. Man hört nur noch hie und da sagen. Süß Oppenheim habe den Herzog zu manchen Ungerechtigkeiten verleitet, habe das Land bedrückt, rc. rc. Daß aber diese Catastrophe eines Juden in einem Lande, das ohnehin eine harre Gesetzgebung gegen Juden harre, dem Aufkommen derselben einen weitern Damm entgegensetzte, liegt in der Natur der Sache. Aber kaum ein halbes Jahrhundert später, har eine aufgeklärte Negierung und der gesunde Verstand des Volkes, ohne erst die älrern Gesetze nufzuheden, «ine rationellere und menschlichere Praxis zu üben angefangen. Und so sehen wir im lehrern Viertel des beregren Jahrhunderts im Württembergischen Juden Handel treiben und ihre Schuldforderungen, wenn fi« solche anklagten, von den Gerichten verhandelt, und waren solche Forderungen gegründet, den Gläubiger zur Bezahlung verhelfen. Und zu Anfang dieses, ja schon in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, wohnten schon wieder Juden in Stuttgart selbst. Der erste Israelit der wieder diese Stadl bezog, war «in Kleinhändler aus Hochberg, Namens Jakob Hausmeister, der bei seinem Geschäfte so viel Redlichkeit zeigte, baß selbst der Hof Kunde davon erhielt, und ihm den Schuh verlieh. Etwas später ließ sich der durch ganz Deutschland und weit über dessen Gränzen .hinaus rühmlichst bekannte k. k. Rath, Jakob v. Kaulla 4ir Stuttgart uieder, welchem bald Hie ganze Famrtie Kaulla und der Vater deS Banquier Benedikt folgte. Jetzt leben über fünfzig Familien Danquiers, Rentiers, Kaufleure, Gelehrte, Künstler Handwerksmeister, daselbst, ohne daß es irgend einem Skuttgarter Bürger in den Sinn käme, sie als schädliche Mitglieder der Gesellschaft, zu betrachten, geschweige denn sie mit solchen Ehrennamen zu belegen mir welcher die ältere Gesetzgebung sie benamste. Es har vielmehr die Rakto und die nicht zu läugnende Thatsache in Allen die Überzeugung hervorgebracht, daß die Juden nicht weniger aiS die übrigen Einwohner zum Flor der Stadt und zum Wohle der Bürgerschaft beitragen. Die Israeliten zu Sruktgarr als Gemeinde betrachtet. so haben sie einen Rabbiner, einen Vorsänger, eine Religionsschule, einen vwc, eine schöne Synagoge, einen Degräbnißplah rc. rc. Haben alle gcmeinlich« Einrichtungen, die einer Religionsgesellschaft Halt- und Schwerpunkt geben; — als Individuum aber derracbter, so zeichnen sie sich durch eme Wohlthäriqkeirsliebe aus. die alle Anerkennung verdient, und die denr:':vtn O'-vn? '23 bezeichnet.*) Ganz besonders finden jüdische Jünglinge, die die dortigen Lehranstalten besuchen ober der Kunst, dem Handwerk rc. rc. sich widmen, nicht nur freien Tisch, *) Bei solchen Gesinnungen von Seiten der JSraelucn Thaler reicht, -och noch einen Groschen für den fremden Unglücklichen hat. (Die Wohlthätigkeit hat kein Baterland.) >w^ inehr, denn wir wissen, als die angeführte — und die erst für ihn nichts bewei- ' ser ausznsinden wußte, so wollen wir ihn mit einer Bibelstclle. und zwar mit einer prophetischen aufwaralso lautet : Siehe, das Vergehen deiner Schürest» Sodom war Hochmuth durch Ueberfluß und ungestörte Ruh, deren sie mtt ihren Töchtern genoß, und daß sie