Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 6 (8.2.1848)
- Date
- 1848-02-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Wird der Freuden Fülle schicken. Deine Seele zn erquicken. Immerwährend Iugendkraft -Deinem Körper er verschafft. Herrlich wirst du dann gedeihen. Gleich der Pflanze, wohlgetränkt. Deren WachSkhum nicht beschränkt. Gleich der Quelle, die gediegen. Deren Wasser nie versiegen. Die sich immer srisch erneut. Wirst beständig du erfreut. Wo kein Hoffnungsstrahl mehr schimmert, Was schon lange lag zertrümmert, WaS in Schutt versunkeu lag: Du beförderst es zu Tag, Du erbaust für immer wieder Was Verwüstung riß hernieder. Wenn am heil'gen Tag du ruhst. Kein Geschäft am Säbbath thust, Ihn bewahrest Gott zu Ehren. Wird Genuß er dir gewähren. Weihe ihn durch Wort und Thak Daß dereinst» wenn schöne Haat Du zu streuen dich bemühet, Reiche Erndte dir erblühet. Daß dein Schöpfer dich erhebt Ueber Alles» was da lebt! Spricht der Ewige zu dir. — ZcitungsNNchrichtrn. Mecklenburg-Schwerin. Selten wol hat die öffentliche Meinung sich veranlaßt gefunden, zumal bei Gelegenheit einer religiösen Frage sich so entschieden und unumwunden auszusprechen, wie es hier zu Lande kürzlich, bei Gelegenheit des bekannten Beschucidungsfalles, geschehen. 2a sogar, so allgewaltig übte diesmal diese Volksstimme ihr Recht und zugleich ihre Macht aus, daß sie sich selbst solchen Kreisen mittheilte, die, aus natürlichem Zusammenhänge, bei dieser ganzen Frage gänzlich unbetheiligt, daß die christliche Bevölkerung unseres Landes, eben so frei und offen ihre Meinung aussprach, wie die jüdische. Diese öffentliche Volksstimme aber, sie hat den bekannten Einhorn'schen Dberrathsbeschluß, als falsch, als parteiisch, als ungerecht verworfen. Und zwar als falsch, weil zu schweigen, jenes gelehrten, christl. Professors, die gewisse Unanimität fast aller Rabbineu Europas Bürgschaft und Autorität genug sein muß, die religiöse Seite der bekannten Frage unwiderruflich festzustellen; als parteiisch, weil die Pflicht eines ersten Seelsorgers des Landes es vor Allem erheischt, das religiöse Bmvußrsei», die Gefühle der Gesammtmasse, dem Heraus treten des Einzelnen gegenüber, zu berücksichtigen, zu wahren; als ungerecht endlich mW zwar gegen deu betreffenden Neugeborenen selbst. Mag der Staat noch so sehr in seinem Rechte sein, diese Angelegenheit, ohne auf die religiöse Natur der Sache eiuzugehen, einzig nnd allein vom civilrechtlichen Standpunkte aus zu betrachten. nnd demgemäß auch dem Unbeschninenen die bürgerlichen Rechte der Juden zu vindiciren, mag in religiöser Beziehung das „als Jude geboren werden" noch so unerschütterlich fcststehen, so ist es andrerseits eberrso gewiß, daß das jüdische Volksbewußksern überall so weit der Name Jude noch Klang nnd Bedeutung hat, deu solchergestalt nnbeschnitteueu Auswachsenden, entschieden als dem eigenen Organismus fremd, ja widerstrebend von sich stoßen, zurückweisen wird. Es sind nun einmal diese »»beschnittenen Inden wahrhafte religiöse Bastarde, und die Folgen dieser Bastardnatnr, dieser zwitterhaften Stellung, sie sirrd nicht jetzt, nein, sie werden erst dann wahrhaft fühlbar und bemerkbar werden, wen» die solchergestalt Heranwachsenden, selbständig ins Leben, in die Gesellschaft, in die Gemeinde, in die Familie eintreten wollen. Dann werden sich Intonvemenzen, Schwierigkeiten, Hem, niffe häufen, zu ihrem größten Erstaunen und Leidwesen werden sie fremd und ausgeschlossen sich fühlen, da, wo sie sich heimisch wähnten, dann werden sie selbst de» Fluch dieser ihnen angetbanenen Verstümmlung bitter fühlen, und ihr Unmuth wird sich gegen die wenden, die in solche schiefe, unhaltbare Stellung sie versetzt. Als einzig möglicher Ausweg bleibt ihnen freilich dann nur: Die Taufe, oder die freie Gemeinde übrig. Was hindert aber Eltern, die doch keine Juden mehr sind, daran, schon jetzt mit ihren Kindern vorzunehme», wozu diese in später» Jahren ohnedies schreiten müssen; waS hindert Rabbinen, die Genossen Uhlichs sind, daran, einen