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Der treue Zionswächter · 1848-02-08 · 6 (8.2.1848) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
6 (8.2.1848)
Date
1848-02-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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»W 46 M* Schritt anzuempfehlen, der sonder Zweifel gewiß eben so jüdisch ist, als der von ihnen gebilligte und anempfoblene eS ist? Die öffentliche Stimme aber will weder Proselvtcn, noch freie Gemeinden, deshalb verwirft sie jenen Entscheid, klagt an deren Urheber, bedauert die unschuldigen Opfer eines Jndifferentismns mit Feigheit gepaart. Aus dem Würtembergischen. In dieser Woche kam mir ei» Brief des Dr. Heß an seinen hiesigen Corrcspondenten zu Gesichte, in welchem er ihm sein Honorar für das letzte Semester beilegte, sich aber bestellte, daß dem Z. - W. mit Humor und Witz begegnet werden müsse, und nicht in einem diplomatisch ernstem Tone, wie das „vom Kocher aus" geschehen sei. Also nicht nur Correspondenz-Artikel bestellte sich der moderne „Israelit", sondern auch Humor und Witz, als Waffen gegen den siaatsgefährlichcn Z.-W. Sie könnten, w. H. R., im Namen des orthodoxen Judcnthums stolz darauf sein, die Gegner eben dieses Judenthums zu solchen außerordentlichen Anstrengungen genötlügt zu haben, wenn andrerseits das ganze Getriebe nicht einen zu traurigen Rückblick auf die Persönlichkeiten derer' zurückfallen ließe, von denen ein derartiges systematisches Zerstörungs- Werk gegen unfern heiligen Väter-Glauben gchandbabt wird, deren wahres und höchstes Motiv indeß kein anderes ist, als der für den Vcrrath gezahlte L.'hnungssold. Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich auch, daß der ..Israelit" zwei Correspoudentcn in Würtemberg hatte, den einen, wie er schreibt, batte er darum aufgegeben, weil er nicht entschieden genug war, so wollte er sein Honorar sparen. Er fordert den einen bcibehaltcnen Corrcspondenten, den bekannten Kramer, auf, ihm auch poetisches von reformistischer Tendenz, zuzuschicken. Äon -er Wernitz. ES findet mancher Dadcrlatsch Wol eine taube Nutz. Erfinden aber kann doch nur Ein rechter Pfiffikus. Bayerisch. Volkslied. Zu keiner Zeit hat man einem orthodoxen Rabbiner hinsichtlich seiner ungeheuchelten Frömmigkeit, feiner storschen Moralität, in Hinsicht der Verachtung irdischer Güter, wenn diese auf Kosten der religiösen Ueberzeugüng erworben werden sollten, auch nur den leisesten Vorwurf machen können. Die Neologen, denen die felsenfeste Tugend dieser orthodoxen Rabbinen ein Dorn im Auge war, rächten sich dadurch, daß sie diese lächerlich zu machen suchten. Allerlei Witze wurden gemacht, allerlei Anekdoten erfunden, die bald die Unwissenheit in weltlichen Dingen, bald das ungeschickte Benehmen der älteren Rabbinen in der Gesellschaft zum Gegenstand hatten. Allein wenn man auch über die Witze lachte, wenn auch die Anekdoten momentan unterhielten, so blieb nach dem Lachen und nach der Unterhaltung doch die Hochachtung vor dielen Rabbinen ungeschwäckt; denn das richtige Volksbcwußtsein, zog eine Parallele zwischen den Volkshirten, die da blos ihrem Gott, ihrer Religion und ihrem frommen Beruf lebten, und denen die, so bald sie die die Kanzel verlassen und das faltenreiche Ornat abgelegt, sich in das Leben stürzen, der Erde Genüsse in großen Zügen genießen; und — das Urtheil konnte dem erster» nicht ungünstig fallen. Diese Volksgesinnung wurmte schon lang einer gewissen Partei (die aber in unserer Gegend quantitativ und qualitativ so unbedeutend ist, daß wir von ihrem Dasein gar nichts wissen würden, wenn nicht von Eisenach auS ein Lebenszeichen von ihr wahrzunehmen wäre) und sie verdoppelte daher ihren Witz, wicdcrkauteden Spott. Der Erfolg blieb derselbe. Aber jetzt erst, da die orthodoxen Rabbinen bei ihrer unendlichen Ueberlegenheit in religiösen Wissenschaften, auch in klassischer Bildung keinem ihrer, der destruktiven Partei angehörigen Amtsbrüder nachstehen, so sind den Feinden des Judenthums auch die beiden, nie siegreich, nie in der Hand des ehrlichen Kämpfers sich befindlichen Waffcnstücke entwunden worden. Und darum fragen sie sich wol hundertmal in Einem Tag, wo wol ein Makel oder ein Tadel zu finde» wäre an diesem oder an jenem orthodoxen Rabbinett, damit man solches berichten könne nach Eisenach und solchen Bericht dareichen dürfte als angenehmes Opfer dem Herrn und Meister, der da thront unfern der Werra, und der da langt mit einem Arme an den Main und mit dem andern nach der Spree, indem ein Finger bis an die Altmühl reicht, wo sich ein treuer Jünger daran fest hält, der da gelobet gegen ein billiges Honorar, nur dem Herrn „Israeliten" Nedactcur Wohlgefälliges zu berichten.

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