Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 5 (1.2.1848)
- Date
- 1848-02-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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38 GK» weiland Rabbiner am letzgenannten Orte- und wegen seiner Frömmigkeit und Gelehrsamkeit gleich berühmt. (Es befinden fich von ihm 'wem wibc im 7V5 V7v) Dieser junge Mann genoß als Knabe den Unterricht seines ermeldeten Vaters, wobei dem Talmud ein vorzüglicher Rang eingeräumt wurde. Aber bald wollte der feurige, geistvolle Knabe den Höhern Wissenschaften sich hingeben, und auch erfahren wie und was die alten Heiden dachten und lehrten. Er begab sich daher an das Gymnasium nach Stuttgart und später an die hohe Schule zu Tübingen. Allein verschiedene Familienverhältnisse veranlaßten ihn die Universität zu verlassen, und Neigung zum Schulfach ließ ihn dieses ergreifen. Zu Oberdorf, einer der größesten Gemeinden deS Königreichs, ins Amt getreten, erwachte in ihm bald wieder die Liebe zu den talmudischen Wissenschaften, denen er sich eine Reihe von Jahren entzogen hatte. — Es fand sich hier bald ein Mann, dem es Vergnügen machte, dem strebsamen Jüngling die geeignete Anleitung zu geben, und bald hatte der frische Geist und der lobenswerthe Eifer des Herrn Elsässers — dem das 'v-u zu Hilfe kam es dakin gebracht, daß er in jedem iw sich mit Leichtigkeit zu bewegen wußte, und in der Talmudbrüderschaft izn re sich aufnehmen lassen konnte. In diesem Augenblicke giebt er selbst Unterricht im talmudischen Fach und ist ein thätiges Mitglied der ermeldeten Brüderschaft, welche sicherlich eines der wirksamsten Institute des orthodoren Judenthums ist. Herr Stern, Lehrer in Glonkausen, ein junger Mann, ist im rabbinischen Wissen sehr bewandert, und voll des lobenswerthen Eifers, dieses Wissen nach Kräften zu verbreiten. Herr Schlesinger, Lehrer zu Berlichingen, ebenfalls ein junger Mann, mit reichem, talmudischen Wtssen; gründet daselbst einen Lernvereiu und hat das Vergnügen eine kleine Schaar wißbegieriger Männer und Jünglinge um sich versammelt zu scheu, die tagtäglich seinem Vortrage lauschen, und unter iknen manch' tüchtiger Die beiden Lehrer in Laugheim, Herr Tannenbaum und Herr Sänger, sind bei gründlichen Schulkenntnissen, von altem Schrot und Korn. Ebenso Hr. Weil in Kocherdors und Hr. Stern in Sonnthcim. Außer den bereits aufgezählten, findet man noch mehrere treffliche, talmudischgebildete Lehrer in Würremberg, da sie mir aber nicht persönlich bekamst sind, so kann ich über sie nicht referiren. Sie sehen also, geehrtester Herr Redükt., daß unser lieöeS Vaterland auch in seinen Lehrern eine Stütze des örthovorrn Jüdenthüms aufzeigen kann, und daß es mit den ForderuUgeU, die der „Jsr. d. IS. IHM'" für uns stellt, so Ernst nicht ist. Jetzt habe ich nur Noch höflich um Verzeihung zu bitten, wenn ich Ew. Wohlgeboren dürch Meine, vielleicht allzugrbße Gesprächigkeit, etwa einige lange Weile verursacht hätte. Dieselben dürften diese Langweiligkeit um so leichter entschuldigen, wenn erwogen werde, daß ein älteres Herz wundersamlich beredet wird, wenn es merket, daß auch jüngere so fühlen wie es, und von ähnlichen Wünschen anangefüllet sind. Es verharret mit sonderlicher Verehrung rc. Der einfältige Schulmeister aus dem Riesgan. N. S. Weil ich einmal am Schreiben bin, und weil ich Ihnen doch Portoauslage verursache, so will ich gleich noch etwas NeUes aus Unserer Gegend berichten. Wo ich nicht irre, habe ich schon einmal die Meinung geäußert, daß das eine Viertelmeile von hier entfernte Äufhauscn, eine sehr alte Gemeinde sei. Diese Gemeinde, resp. das Kirchcnvorstcheramt, erhielt gestern ein Paquet mit 300 fl, das am 19. d. M. in Ettwangen anf die Post gegeben wurde, mid welchem folgendes Schreiben beigelegt war. ,.Da mich die Gnade Gottes in den Stand gesetzt har, für Ihre Gemeinde, aus der ich abstamme, etwas thuu zu könne», und ich mich eben auf einer Geichäfsreise in Würtcmberg befinde, so bin ich so frei, Ihnen hiebei fl 300, zur Gründung eines Fond, von dessen Zinsen wvo? 'iwp für ihre isr. Ortsarmcu alljährlich angekauft werden soll; weil ich mich in Stuttgart erkundigt und erfahren habe, daß für diesen Zweck kein Fond in Ihrer Gemeinde bestehet. Geben Sie sich weiter keine Mühe, den Namen zu ermitteln, da sich meine Abstammung schon auf circa 200 Jahre zurück erstreckt. Entschuldigen Sie die kleine Mühe, die ich Ihnen verursache, und wollen Sie, durch die gute Absicht, gerechtfertiget erachten. — Es zeichnet mit Achtung Ihr ergebenster Diener, der cs sich zur Ehre rechnet, aus Ihrer Gemeinde abzuftammcn."